Capital I Capital Idea: Marktüberblick, 29. April 2026
Kyle Rodda, Senior Financial Market Analyst, bei capital.com
Nach der starken Rally im April zeigen sich die Risikomärkte zuletzt anfälliger. Neben typischen Monatsendeffekten stehen die Märkte vor einer der datenreichsten und entscheidendsten Phasen des Jahres. Innerhalb von 24 Stunden stehen mehrere wichtige Unternehmensberichte sowie drei zentrale Notenbankentscheidungen an. Gleichzeitig belasten anhaltende Spannungen im Nahen Osten die globalen Energiemärkte, während die Straße von Hormus weiterhin blockiert ist.
Ein dominierendes Thema der vergangenen Nacht war die Frage nach der Rentabilität von Investitionen in Künstliche Intelligenz (KI). Auslöser waren Berichte über enttäuschende Zahlen bei OpenAI, die unter den eigenen Zielvorgaben geblieben sein sollen. Dies schürt Zweifel an der Nachhaltigkeit der hohen Investitionen in den Sektor. Nach der starken Kursrally bei US-Technologieaktien – die maßgeblich zur Erholung und den jüngsten Höchstständen an der Wall Street beigetragen haben – rücken Fragen zu Bewertungen und Renditeerwartungen wieder stärker in den Fokus.
Vor dem Hintergrund von Monatsende-Umschichtungen und einer generellen Risikoreduktion vor den anstehenden Quartalszahlen der „Magnificent Seven“ könnte die Entwicklung rund um OpenAI auch als Auslöser für eher technische Marktbewegungen dienen. Dennoch bleiben die Risiken real: Die Märkte dürften empfindlich reagieren, wenn Unternehmen wie Alphabet, Amazon, Meta und Microsoft ihre Zahlen vorlegen. Investoren achten dabei insbesondere auf Investitionspläne (Capex), freien Cashflow sowie die tatsächlichen Erträge aus KI-Investitionen.
Auch auf geldpolitischer Seite nimmt die Unsicherheit zu. Nach der jüngsten Entscheidung der Bank of Japan, die als leicht restriktiv interpretiert wurde, richtet sich der Blick nun auf die Entscheidung des Federal Open Market Committee sowie – in geringerem Maße – auf die Europäische Zentralbank und die Bank of England. Zwar werden keine unmittelbaren Zinsänderungen erwartet, doch steht die zukünftige Ausrichtung der Geldpolitik im Mittelpunkt. Entscheidend ist dabei, wie die Notenbanken auf den erwarteten Inflationsanstieg infolge steigender Energiepreise reagieren werden.
Ein wesentlicher Treiber der jüngsten Markterholung war die Annahme, dass die Notenbanken den energiebedingten Inflationsschub vorübergehend ausblenden („look through“) würden. Sollte diese Einschätzung infrage gestellt werden, könnte dies erhebliche Marktreaktionen auslösen. Für die US-Notenbank kommt hinzu, dass es sich möglicherweise um die letzte Sitzung unter dem Vorsitz von Jerome Powell handelt, was zusätzliche Unsicherheit hinsichtlich der künftigen geldpolitischen Ausrichtung mit sich bringt.
Kurzfristig bleibt jedoch das größte Risiko die Nachrichtenlage rund um den Nahostkonflikt. Trotz einer leichten Entspannung der Lage bleibt die Straße von Hormus geschlossen, wodurch die globalen Energiemärkte vor erheblichen Angebotsrisiken stehen. Infolgedessen steigen die Ölpreise weiter an. Aussagen von US-Präsident Donald Trump über mögliche Fortschritte in den Gesprächen mit dem Iran sorgten zeitweise für Entspannung, konnten die grundlegenden Sorgen jedoch nur begrenzt dämpfen.
Langfristig könnten sich zudem strukturelle Veränderungen im Ölmarkt ergeben. Die OPEC steht vor einem möglichen Umbruch, nachdem die Vereinigten Arabischen Emirate ihren Austritt angekündigt haben. Auch wenn die unmittelbaren Auswirkungen aufgrund der aktuellen Einschränkungen im Ölhandel begrenzt sind, könnte dieser Schritt langfristig zu einem verstärkten Wettbewerb und potenziell niedrigeren Ölpreisen führen. Gleichzeitig könnten andere Förderländer dem Beispiel folgen, während Saudi-Arabien als führender Produzent seine Strategie anpassen könnte, um Marktanteile und Staatseinnahmen zu sichern.
Die asiatischen Märkte dürften vor diesem Hintergrund mit erhöhter Volatilität in den Handel starten, während Investoren auf Unternehmenszahlen und geldpolitische Signale warten. In Australien richtet sich der Fokus zudem auf die Veröffentlichung der monatlichen Inflationsdaten. Die Gesamtinflation wird aufgrund der Energiekrise voraussichtlich auf rund fünf Prozent ansteigen, während die Kerninflation stabil bei etwa 3,3 Prozent erwartet wird. Die Märkte preisen derzeit mit einer Wahrscheinlichkeit von rund 85 Prozent eine Zinserhöhung durch die Reserve Bank of Australia in der kommenden Woche ein. Höhere als erwartete Inflationsdaten könnten diese Erwartung weiter verstärken.
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