Capital | Nvidia und Jackson Hole im Fokus
Daniela Hathorn, Senior Finanzmarkt Analystin der Capital.com
Investmentfonds.de - Die Märkte versuchen heute, nach einem vorsichtigen Wochenstart wieder auf die Beine zu kommen, wobei die US-Aktien-Futures steigen, während die Renditen von Staatsanleihen nachgeben und Halbleiteraktien sich erholen. Nvidia ist wohl der unmittelbare Test für die Risikobereitschaft. Die Aktien fielen gestern um fast 3 %, da Anleger ihre Positionen vor den Ergebnissen reduzierten, was auch andere Halbleiterwerte nach unten zog. Im Fokus wird stehen, ob Wachstum und Prognosen die enormen Ausgaben für KI-Infrastruktur rechtfertigen können. Eine starke Performance im Rechenzentrumsbereich und eine überzeugende Aussicht könnten die Dynamik im Halbleiterbereich schnell wiederherstellen; Enttäuschungen würden die Sorgen verstärken, dass die Erwartungen und Bewertungen den Fundamentaldaten vorausgegangen sind.
Der Anleihemarkt verschafft heute etwas Erleichterung. Die Rendite für 10-jährige Staatsanleihen ist auf etwa 4,67 % gesunken, unterstützt durch einen weiteren Rückgang des Ölpreises und anhaltende Spekulationen über Unterstützung der Staatsanleihen am langen Ende. Rohöl ist erneut gefallen, obwohl Washington härtere Sanktionen gegen den Iran und Länder angekündigt hat, die weiterhin Geschäfte mit Teheran machen. Im Moment scheinen Händler mehr auf die mögliche Auswirkung auf die Nachfrage und das Fehlen eines neuen physischen Angebots-Schocks zu achten als auf die Sanktionen selbst. Das trägt dazu bei, etwas von dem Inflationsdruck zu verringern, der den Anleiheausverkauf angeheizt hat.
Inzwischen bleibt Gold nahe den Dreimonatshöchstständen von etwa 4.650–4.700 US-Dollar, unterstützt durch fiskalische Bedenken, den jüngsten Rückgang der Renditen und die Unsicherheit sowohl in Bezug auf die Geopolitik als auch die Fed-Politik. Die Stärke von Gold zusammen mit Aktien ist interessant, da Anleger in risikoreiche Vermögenswerte investieren, gleichzeitig aber eine Nachfrage nach Absicherungen gegen politische und finanzielle Unsicherheiten aufrechterhalten. Das größere makroökonomische Ereignis steht später in der Woche in Jackson Hole an. Die Märkte werden darauf achten, dass Warsh seinem politischen Rahmen mehr Substanz verleiht und vor allem klarstellt, wie er das Gleichgewicht zwischen weiterhin hoher Inflation und den jüngsten schwächeren Wirtschaftsdaten sieht.
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