Fidelity Jahresausblick 2015 - Stabiles und positives Jahr für Anleihen erwartet
Andrew Wells, Global Chief Investment Officer für Anleihen bei Fidelity
Andrew Wells, Global Chief Investment Officer für Anleihen bei
Fidelity Worldwide Investment:
- Ausweitung der Zentralbankbilanzen dürfte die globalen Anleihemärkte stützen
- Weltweite Unterschiede in der Geldpolitik führen zu einem Auseinanderdriften
der Unternehmensanleihemärkte
- Anleger sollten Zinsrisiken mit Diversifikation steuern
"Auch 2015 dürfte die Politik der großen Zentralbanken die Richtung
an den Anleihemärkten vorgeben. Drei Trends kristallisieren sich dabei
klar für uns heraus: Erstens dürfte sich die unter dem Strich zu er-
wartende Ausweitung der Zentralbankbilanzen weltweit als Stütze für
die Rentenmärkte erweisen. Zweitens werden die Unternehmensanleihe-
und Devisenmärkte wegen der divergierenden Geldpolitik weiter aus-
einanderlaufen. Und drittens werden sich Anleger wieder stärker
Diversifikationsstrategien zuwenden.
Makroökonomisches Umfeld begünstigt inflationsgeschützte Anleihen
Ich gehe davon aus, dass die Geldpolitik global betrachtet auch 2015
eine Stütze für festverzinsliche Wertpapiere bleibt. Zwar wird die
US-Notenbank voraussichtlich in der zweiten Jahreshälfte die Zinsen
anheben. Insgesamt dürfte das Bilanzvolumen der Zentralbanken rund
um den Globus aber weiter steigen - angeführt von der Europäischen
Zentralbank (EZB) und der Bank of Japan. Im Zusammenspiel sollte das
die Renditen weltweit in etwa auf aktuellem Niveau halten. Was den
US-Markt betrifft, rechne ich damit, dass die Fed die Zinszügel nur
ganz allmählich und mit einem Seitenblick auf die Reaktionen an den
Anleihemärkten anziehen wird. Denn Zinserhöhungen, begleitet von
einem aggressiven Hochschnellen der Renditen am längeren Ende und
der Spreads von Unternehmensanleihen, gelten als Hemmschuh für die
wirtschaftliche Entwicklung. Deshalb werden die politisch Verant-
wortlichen versuchen, die negativen Folgen möglicher Markt-
schwankungen so gering wie möglich zu halten. Die Inflation sollte
auch im kommenden Jahr niedrig bleiben. Zunehmenden Lohndruck in den
USA sehe ich indessen als das zentrale Risiko für diese Prognose.
Angesichts der aufgeblähten Zentralbankenbilanzen sollten Anleger
die Gefahr einer Kehrtwende bei der Inflation und in der Zentral-
bankpolitik allerdings nicht unterschätzen. Diese Kehrtwende werden
die Märkte schon lange vor einer Beschleunigung des Preisauftriebs
einpreisen - und genau darin besteht die Krux für Anleger. Wegen
der niedrigen Inflationsprämien an den Märkten bieten sich gute
Anlagechancen für inflationsgeschützte Anleihen.
Disclaimer: Diese Meldung ist keine Empfehlung zu einer Fondsanlage und keine individuelle Anlageberatung. Vor jeder Geldanlage in Fonds sollte man sich über Chancen und Risiken beraten und aufklären lassen. Der Wert von Anlagen sowie die mit ihnen erzielten Erträge können sowohl sinken als auch steigen. Unter Umständen erhalten Sie Ihren Anlagebetrag nicht in voller Höhe zurück. Die in diesem Kommentar enthaltenen Informationen stellen weder eine Anlageempfehlung noch ein Angebot oder eine Aufforderung zum Handel mit Anteilen an Wertpapieren oder Finanzinstrumenten dar.
Risikohinweis: Die Ergebnisse der Vergangenheit sind keine Garantie für künftige Ergebnisse. Die Aussagen einer bestimmten Person geben deren persönliche Einschätzung wieder. Die zur Verfügung gestellten Informationen erheben keinen Anspruch auf Vollständigkeit und stellen keine Beratung dar.