Mehrheit der Deutschen ist gegen staatliche Zwangslösung bei der Altersvorsorge
Die Diskussion über den Nutzen und die Vor- beziehungsweise Nachteile der Riester-Rente verunsichert die Menschen in Deutschland. So gibt knapp die Hälfte (44 Prozent) der Befragten an, negative Berichte über die Riester-Rente gelesen oder gesehen zu haben. Als häufigster Kritikpunkt blieb den Anlegern die vermeintlich geringe Rendite (27 Prozent) im Gedächtnis, gefolgt von hohen Gebühren und Provisionen. Mehr als jeder Fünfte konnte sich allerdings bei der negativen Berichterstattung an keinen konkreten Vorwurf erinnern. Ebenso nimmt die große Mehrheit (80 Prozent) die Kritik als allgemein gegen die Riester-Rente gerichtet wahr. "Obwohl hauptsächlich die Kosten und die Transparenz der Riester-Versicherungen bemängelt wurden, kommt die Unterscheidung nach Produktgattungen bei den Menschen nicht an", betont Wolfram Erling, Leiter Zukunftsvorsorge bei Union Investment. Besonders bei der jüngsten Altersgruppe zwischen 20 und 29 Jahren können sich nur acht Prozent an Vorwürfe bei bestimmten Riester-Produkten erinnern. Bei den 50- bis 59-Jährigen sind es hingegen 20 Prozent. "Diese Ergebnisse sind beunruhigend. Denn das negative Image der Riester-Rente führt häufig dazu, dass die Menschen die eigene private Vorsorge stilllegen oder erst gar keinen Vertrag abschließen. Dabei funktioniert das System. Mit einer guten Riester-Rente kann man ein großes Polster für die Rentenzeit aufbauen", betont Erling. Nach Angaben des Bundeszentralamtes für Steuern wurden bis heute für über 1.800 unterschiedliche Anbieter Riester-Zertifikate erteilt. "Würde man beispielsweise Waschmaschinen von so vielen Herstellern untersuchen, würde sicherlich auch hier ein Teil der Produkte nicht gut abschneiden. Es käme allerdings niemand auf die Idee zu sagen, man solle das Waschen am besten ganz lassen", betont Erling. Dies sieht auch die Stiftung Warentest so: "Fondssparpläne, Banksparpläne, Rentenversicherung oder Baudarlehen: Kaum ein Produkt ist so vielfältig wie die Riester-Rente. Doch in jeder Produktkategorie gibt es gute und schlechte Angebote. Daher sollte sich der Anleger vorher informieren. Denn ein gutes Riester-Angebot lohnt sich." Deutsche lehnen eine verpflichtende staatliche Zusatzrente ab Der von manchen Riester-Kritikern vorgeschlagenen staatlichen Zusatzvorsorge stehen die Deutschen skeptisch gegenüber. 60 Prozent der Befragten bewerten solch ein System schlechter als die bisherige Regelung einer freiwilligen Altersvorsorge. Nur 36 Prozent sind für eine verpflichtende Zusatzrente. Auch die Frage, ob die Altersarmut durch eine vom Staat verwaltete Lösung wirksam eingedämmt werden kann, verneinen 67 Prozent. 29 Prozent sehen dagegen in diesem Vorgehen ein geeignetes Mittel zur Bekämpfung dieses Problems. Wie tief die Verunsicherung über ein funktionierendes Rentensystem ist, zeigt sich bei den Menschen mit einem Haushaltsnettoeinkommen von weniger als 1.300 Euro pro Monat. In dieser Gruppe gibt knapp die Hälfte (43 Prozent) an, über keine zusätzliche Altersvorsorge zu verfügen. Als Grund dafür gibt mehr als jeder Dritte (33 Prozent) an, dass er das Geld lieber sofort ausgeben würde, als für eine unsichere Zukunft zu sparen. "Diese Einstellung ist bedauerlich, da die Riester-Rente mit ihrer Förderung gerade Menschen mit einem geringen Einkommen besonders stark unterstützt", betont Erling.
Besonders junge Menschen wollen sich immer weniger mit der privaten Vorsorge beschäftigen Die Debatte, welches Vorsorgesystem das geeignetste ist, scheint sich auch auf die Bereitschaft der Menschen auszuwirken, sich mit der privaten Altersvorsorge auseinanderzusetzen. Zu Beginn der Befragung im dritten Quartal 2007 sahen noch 75 Prozent der Befragten die Notwendigkeit, sich mit der privaten Vorsorge zu beschäftigen. Seitdem fiel der Wert kontinuierlich auf aktuell 65 Prozent. Besonders stark ist der Trend bei den 20- bis 29-Jährigen zu beobachten. In dieser Altersgruppe fiel die Quote im gleichen Zeitraum von 86 Prozent auf nun 52 Prozent, was der schlechteste Wert seit der Erhebung ist. "Auch wenn das Thema Altersvorsorge zäh erscheint, kann es doch gerade vor dem Hintergrund der zurückgehenden staatlichen Leistungen teilweise existentiell werden. Gerade für junge Menschen gilt: Wer heute den Kopf in den Sand steckt, darf sich nicht wundern, wenn er morgen mit den Zähnen knirscht", warnt Erling. Seit Mitte 2007 ermittelt das Marktforschungsinstitut Forsa im Auftrag von Union Investment quartalsweise das Anlegerverhalten zum Thema Altersvorsorge. Befragt werden 500 Finanzentscheider in privaten Haushalten im Alter von 20 bis 59 Jahren, die mindestens eine Geldanlage besitzen. Für das vierte Quartal 2012 erhob Forsa die Daten vom 5. bis 14. November. (Bei Umfragewerten, die sich nicht zu hundert Prozent addieren, gibt die Differenz den Anteil der unschlüssigen Befragten an.) Originaltext: Union Investment Digitale Pressemappe: http://www.presseportal.de/pm/76432 Pressemappe via RSS : http://www.presseportal.de/rss/pm_76432.rss2 Pressekontakt: Union Asset Management Holding AG Markus Temme Pressesprecher Wiesenhüttenstr. 10 60329 Frankfurt Tel.: 069/2567-2352 Mail: Markus.Temme@union-investment.de
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