HSBC Markt.Fokus.Corporate Bonds: Verunsicherung über die Euro-Peripherie
Max Baumann, Fondsmanager Corporate Bonds bei HSBC Global Asset Management
„Nach den starken ersten drei Monaten des Jahres ist im zweiten Quartal die
Verunsicherung über die Euro-Peripherie zurückgekehrt“, schreibt Max Baumann,
Fondsmanager Corporate Bonds bei HSBC Global Asset Management, in seinem
aktuellen Marktkommentar für den Sektor Unternehmensanleihen. „Hierbei stand
insbesondere Spanien im Fokus. Den Spreadausweitungen auf Peripherie-
Staatsanleihen konnten sich auch die dortigen Unternehmensanleihen nicht
gänzlich entziehen. Hier waren vor allem Bankanleihen und solche mit
schwächeren Ratings betroffen. Dennoch ist aufgrund des festen Rentenmarktes
und der moderaten Ausweitungen bei Unternehmensanleihen in den Kernländern
die Gesamtperformance sehr zufriedenstellend, vor allem gemessen an der
schwierigen Marktphase. Corporate Bonds haben wieder einmal besser abge-
schnitten als viele andere risikobehaftete Assetklassen.“
Für den weiteren Jahresverlauf 2012 erwartet der HSBC-Experte unter anderem:
„Diversifikation und Titelselektion sind bei Unternehmensanleihen von größter
Bedeutung. Vor diesem Hintergrund dürften sich eine fundamentale Kreditanalyse
und eine risikobewusste Positionierung weiterhin auszahlen“, so Baumann.
Weiter heisst es in der Marktanalyse:
Euro-Peripherie: Ausgehend von Spanien und
Griechenland zeigten Peripherie-Staatsanleihen ein
schlechtes zweites Quartal. Insbesondere die Rückstufung
Spaniens von Moody’s auf Baa3 (Watch Negative) hat zu
einem temporären Risk-off-Modus geführt. Sowohl der
positive Wahlausgang in Griechenland als auch das 100
Mrd. Euro Hilfspaket für spanische Banken konnte die
Märkte nur temporär beruhigen. In diesem Umfeld mussten
auch Unternehmensanleihen aus Spanien und Italien leiden,
allerdings waren hier die Renditeanstiege weniger stark als
bei den Staatsanleihen. Emittenten aus Irland, Portugal und
Griechenland konnten demgegenüber teilweise
Kurssteigerungen vorweisen.
Finanzanleihen: Naturgemäß waren Finanzanleihen aus
Spanien und Italien stark unter Druck, da der
Zusammenhang zwischen Staaten und Banken sehr eng ist.
Auch nachrangige Finanzanleihen litten unter der
zunehmenden Risikoaversion und erfuhren
Gewinnmitnahmen. Senior Bankpapiere guter Bonität aus
Kernländern zählten demgegenüber zu denbesten
Performern im zweiten Quartal. Allgemein bleiben
Finanzanleihen trotz der Schwäche in Q2 eine der besten
Assetklassen des ersten Halbjahres 2012. Vor allem der
Nachrangbereich hat sich im laufenden Jahr hervorragend
entwickelt.
Industrieanleihen: Bei den Non-Financials waren
Peripherieanleihen unter Druck, wenn auch weniger als bei
den Finanzanleihen. Außerden haben schwächere Ratings
aus dem BBB-Bereich mehr gelitten als A- und AA-
Emittenten, da höhere Ratingkategorien teilweise als
„sichere Häfen“ gesucht wurden. Die rückläufige
Risikobereitschaft der Investoren zeigte sich auch in der
Outperformance von nicht-zyklischen gegenüber zyklischen
Branchen. So wurden bspw. Food & Beverage, Healthcare
und Personal & Household Goods gesucht – während im
Automobilbereich und den peripherielastigen Sektoren
Telcos und Utilities negative Quartalserträge zu
verzeichnen waren.
Neuemissionen: Wie bereits zwischen Januar und März
war auch im zweiten Quartal mehr Aktivität bei den Non-
Financials des Investment-Grade-Bereichs zu verzeichnen
als im Vorjahreszeitraum: Hier stehen gut 30 Mrd.Euro (Q2
/2012) 22 Mrd. Euro in Q2/2011 gegenüber. Ende des
ersten Halbjahres ist mit 84 Mrd. Euro Emissionsvolumen
bereits fast die Gesamtsumme 2011 (90 Mrd.Euro)
erreicht. Auch Peripherienamen wie Telecom Italia und Eni
konnten in temporären Erholungsphasen neue Anleihen an
den Markt bringen – ebenso wie BG Energy als erfolgreiche
Hybrid-Anleihe. Demgegenüber drückte das schwache
Sentiment auf High-Yield-Emissionen.
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