KfW-Gründungsmonitor 2011: Dynamisches Gründungsgeschehen im Konjunkturaufschwung
In Neugründungen des Jahres 2010 wurden insgesamt rund 582.000 vollzeitäquivalente Stellen für Vollerwerbsgründer und angestellte Mitarbeiter geschaffen. Damit übertrifft der Beschäftigungseffekt die Werte der drei vergangenen Jahre deutlich (2008: 447.000; 2009: 517.000). Diese Entwicklung ist besonders erfreulich, da Gründer nicht nur Stellen für sich selbst, sondern im Vorjahresvergleich deutlich mehr neue Arbeitsplätze für Mitarbeiter geschaffen haben. Die Dynamik, die von der großen Gründerzahl hierzulande ausgeht, ist beachtlich: Auf jeden fünften der 4,4 Millionen Selbstständigen in Deutschland kommt im Jahr 2010 ein neuer Gründer. "Für den Erneuerungsprozess der Wirtschaft im fortschreitenden Strukturwandel kommt Gründungen eine große Bedeutung zu: Sie beleben den Wettbewerb, indem sie selbst als Anbieter auftreten und Bestandsunternehmen immer wieder zu Effizienzsteigerungen und Neuerungen anhalten", sagt Dr. Irsch. Gründer haben in den ersten Jahren ihrer Geschäftstätigkeit mit großen Risiken zu kämpfen: Nach einem Jahr sind noch 85 % aller Gründer am Markt, drei Jahre nach Start hat ein Drittel (32 %) seine Geschäftstätigkeit schon wieder beendet. "Auffällig ist, dass die Bestandsfestigkeit einer Gründung nicht davon abhängt, ob sie ein Chef oder eine Chefin vollzieht", sagt Dr. Irsch, "Frauen gründen zwar seltener als Männer, mit vergleichbaren Projekten bleiben sie jedoch genauso lange am Markt." Weitere Untersuchungen zu den Arten des Gründungsabbruchs zeigen, dass nur 4 % aller Schließungen in den ersten drei Jahren mit einer Insolvenz einhergehen. Zumeist (57 % aller Fälle) erfolgt die Aufgabe einer Gründung im Rahmen einer Liquidation. Vergleichsweise selten finden auch eine Übergabe an einen Nachfolger (9 %) oder ein Verkauf des Unternehmens (4 %) statt. Bei jeder vierten beendeten Gründung (26 %) war das Projekt von vornherein zeitlich befristet angelegt. Weitere Ergebnisse im Überblick: - Hochqualifizierte unternehmen überproportional häufig den Schritt in die Selbstständigkeit. 16 % aller Gründer des Jahres 2010 besitzen einen Universitätsabschluss, in der Bevölkerung sind es nur 9 %. - Der Anteil innovativer Gründungsprojekte ist gering. Lediglich 5 % aller Gründer starteten im Jahr 2010 nach Eigeneinschätzung mit einer deutschlandweiten oder weltweiten Marktneuheit (2009: 4 %). - Das Gründungsgeschehen ist hinsichtlich der benötigten Mittel sehr kleinteilig. Nur jeder fünfte Gründer (22 %) setzt auch externe Finanzmittel ein und in aller Regel (97 %) ist der Finanzierungsbedarf dann geringer als 100.000 EUR. - 14 % aller Gründer - 4 Prozentpunkte mehr als im vorangegangenen Jahr - berichten von Finanzierungsschwierigkeiten. Unter den Gründern, die zur Finanzierung ihres Projekts externe Finanzmittel eingesetzt haben, begegnete sogar jeder Dritte (31 %) Problemen bei der Finanzierung seines Projekts (2009: 23 %). Die häufigste Ursache hierfür sind unzureichende eigene Mittel der Gründer, gefolgt von nicht erhaltenen Bankkrediten. Die KfW-Gründungsförderung: Die KfW Bankengruppe unterstützt Gründer mit verschiedenen Produkten bei ihrem Start in die Selbstständigkeit - zum 01.04.2011 in verbesserter Form: Im Mittelpunkt steht die Verdoppelung des Finanzierungshöchstbetrags für Darlehen mit Haftungsfreistellung im Programm "KfW-Gründerkredit - StartGeld" von 50.000 EUR auf 100.000 EUR. Das gesamte KfW-Gründungsangebot finden Sie im Internet unter www.kfw.de/gruenderkredite. Interessierte können sich auch bei den KfW-Experten über die Informationshotline der KfW (01801-241124) beraten lassen. Der KfW-Gründungsmonitor Der KfW-Gründungsmonitor ist die umfassendste Informationsquelle zum Gründungsgeschehen in Deutschland. Er wird als repräsentative Bevölkerungsbefragung seit dem Jahr 2000 erhoben. Aktuell wurden 50.000 in Deutschland ansässige Personen befragt, wobei Gründer zahlreiche Fragen zu ihrer Person und ihrem Projekt beantworten. Den KfW-Gründungsmonitor 2011 finden Sie auch im Internet unter www.kfw-gruendungsmonitor.de.
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