Ende der Konsumflaute? / Deloitte-Report
"Die weltweiten Märkte erholen sich sehr unterschiedlich. In den klassischen Industrieländern bleibt die Nachfrage eher schleppend, in den aufsteigenden Wirtschaftsnationen ist sie lebhaft. Auch wenn beispielsweise die Chinesen derzeit beim Autoabsatz an ihre Grenzen zu stoßen scheinen, bleiben die Verbraucher in China, Indien und Brasilien die maßgebliche Stütze für den Konsumgüterabsatz", erklärt Peter Thormann, Partner und Industry Leader Consumer Business von Deloitte. Insgesamt schwächere Umsätze doch profitabel Die Zahlen der Top 250 der Konsumgüterindustrie geben nur begrenzt Anlass zur Freude: Die Nettoumsätze gaben im Vergleich zum Vorjahr um 1,2 Prozent zu 2008 nach. Insgesamt 60 Prozent der Unternehmen mussten Verkaufseinbußen hinnehmen. Andererseits haben die Unternehmen schnell reagiert und Kosten reduziert, so dass deren Nettogewinn stieg - 90 Prozent der Unternehmen waren somit profitabel. Auf die Top Ten entfällt über ein Viertel der gesamten Abverkäufe der Top 250. Insgesamt hatte diese Gruppe einen Rückgang der Nettoumsätze um 0,8 Prozent zu verzeichnen, der Nettogewinn lag bei 6,7 Prozent. Unternehmen Herkunftsland Produktsektor Veränderung Nettogewinn- des Netto- marge 09 umsatzes zum Vorjahr Samsung Südkorea Elektronik 14,6% 7,4% Nestlè Schweiz Nahrung -2,1% 11,0% Getränke/Tabak Panasonic Japan Elektronik -4,5% -2,3% Procter&Gamble USA Haushalt -0,1% 16,1% Sony Japan Elektronik -11,5% 0,2% LG Electronics Südkorea Elektronik 15,3% 3,8% Nokia Finnland Elektronik -19,2% 0,6% Unilever UK Nahrung -1,7% 9,2% Getränke/Tabak PepsiCo USA Nahrung 0,0% 13,8% Getränke/Tabak Kraft Foods USA Nahrung -4,3% 7,5% Getränke/Tabak Südamerika top, Europa flop Regional betrachtet gehörten vor allem Unternehmen aus Südamerika, aber auch Großbritannien, zu den Gewinnern. Bei Ersteren stiegen die Nettoumsätze um 16,3 Prozent, bei Letzteren um 9,5 Prozent. Insgesamt sind acht Unternehmen aus Südamerika und neun aus Großbritannien in den Top 250 vertreten. Bei den Unternehmen in Kontinentaleuropa hingegen gingen die Nettoumsätze um 1,1 Prozent zurück, in Deutschland sogar um 5,4 Prozent. Auch der durchschnittliche Nettogewinn lag hier mit 3,9 Prozent deutlich unter dem Gesamtdurchschnitt. USA und Asien mit gemischter Bilanz In den USA fielen die Nettoumsätze um 3,8 Prozent - der schlechteste Wert aller Regionen. Hingegen lag der Nettogewinn bei 9,3 Prozent - der beste Wert in dieser Disziplin. In Asien fiel vor allem die Schwäche Japans negativ ins Gewicht. Die Nettoumsätze sanken um 0,5 Prozent, der Nettogewinn lag bei mageren 2,9 Prozent. Ohne Japan käme die Region auf ein Plus von 11,1 Prozent bei den Nettoumsätzen und einen Nettogewinn von 5,7 Prozent. Food/Beverage/Tobacco Spitze Nach Sektoren bewertet konnte sich der Bereich Nahrungsmittel-/Getränke-/Tabakwaren am besten behaupten. Im Tabaksegment legten die Nettoumsätze um 8,2 Prozent zu und brachten einen Nettogewinn von 15,4 Prozent. Die gesamten Nettoumsätze des Segments stiegen um 0,8 Prozent. Weit negativer fiel indes die Bilanz in den Sektoren Elektronikartikel, Heimwerkerbedarf, Freizeitartikel, Mode, Möbel und Haushaltsausstattung aus. "Anders als die Mehrheit konnte die Gruppe der am schnellsten wachsenden Unternehmen rasant zulegen: 18,2 Prozent höhere Nettoumsätze und ein durchschnittlicher Nettogewinn von 9 Prozent. Nahezu alle Unternehmen dieser Gruppe entstammen dabei dem Nahrungsmittel-/Getränke-/Tabakwaren- sowie dem Electronics-Segment. Die Unternehmen mit dem besten Verhältnis von Marktkapitalisierung zu verfügbaren Assets sind Hermes aus Frankreich und Apple", resümiert Peter Thormann.
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