KfW/ZEW-Gründungspanel 2010: Aufbruch nach dem Sturm
Durch die wirtschaftsaktiven Unternehmensgründungen des Jahres 2009 wurden rund 560.000 Arbeitsplätze geschaffen, was für den gesamten Beobachtungszeitraum der Jahre 2006 bis 2009 einen Höchststand bedeutet (2008: 387.000, 2007: 474.000, 2006: 455.000). Der höhere Beschäftigungseffekt speist sich aus einer gestiegenen Zahl von Unternehmensgründungen und vor allem einer größeren durchschnittlichen Gründungsgröße. Letztere lag im Jahr 2009 mit 3,0 vollzeitäquivalenten Stellen (inkl. Gründer) deutlich über dem Wert der vergangenen Jahre (2008: 2,2; 2007: 2,5; 2006: 2,3). "Die größere Unsicherheit auf dem Arbeitsmarkt hat viele Arbeitnehmer veranlasst, auch neu gegründete Unternehmen als attraktiven Arbeitgeber in Erwägung zu ziehen. Zudem sind von den Konjunkturpaketen des Bundes Nachfrageeffekte ausgegangen, von denen junge Unternehmen insbesondere im Baugewerbe profitiert haben", sagt Dr. Georg Licht, Leiter des Forschungsbereichs Industrieökonomik und Internationale Unternehmensführung des ZEW Mannheim. Ihre Innovationstätigkeit haben die jungen Unternehmen ebenfalls verstärkt: Der Anteil der Unternehmen, die im vergangenen Jahr eine Marktneuheit angeboten haben, stieg im Vergleich zum Vorjahr um zwei Prozentpunkte auf 13 %. Diese Entwicklung ist auch Ausdruck einer verstärkten F&E-Tätigkeit: Rund ein Siebtel der jungen Unternehmen (15 %) hat im Krisenjahr 2009 eigene F&E betrieben (2008: 13 %/ jedes 8.). "Das Innovationsverhalten spielt für junge Unternehmen bei der Schaffung von Wettbewerbsvorteilen gegenüber ihren etablierten Konkurrenten eine große Rolle. Es ist daher ein Zeichen von Weitsichtigkeit, dass die jungen Unternehmen in Innovationen ein wichtiges Instrument sehen, um gestärkt aus der Krise zu kommen", sagt Michael Bretz, Leiter der Wirtschaftsforschung bei Creditreform. Die positiven Ergebnisse werden allerdings bei der Betrachtung des Investitionsverhaltens getrübt: Es investierten deutlich weniger der jungen Unternehmen als im Vorjahr (2009: 63 %, 2008: 75 %) und auch das durchschnittliche Investitionsvolumen ist gesunken (2009: 33.000 EUR, 2008: 37.000 EUR). Die Investitionstätigkeit wird häufig durch eine mangelnde Finanzierung beeinträchtigt, wobei die Finanzierungsschwierigkeiten der jungen Unternehmen im Jahr 2009 insgesamt nochmals zugenommen haben (2009: 19 % der Unternehmen, 2008: 16 %). Insbesondere Unternehmen, die FuE betreiben oder Markneuheiten einführen, sehen sich häufig Schwierigkeiten gegenüber. "In den kommenden Jahren müssen die jungen Unternehmen die entstandene Investitionslücke schließen und ihre Investitionstätigkeit verstärken," sagt Dr. Norbert Irsch, Chefvolkswirt der KfW Bankengruppe, "nur dann können sie ihr Entwicklungspotenzial voll ausschöpfen."
Das KfW/ZEW-Gründungspanel Mit dem KfW/ZEW-Gründungspanel schaffen die KfW Bankengruppe, das Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) Mannheim und der Verband der Vereine Creditreform eine Datenbasis, die als erster Längsschnittsdatensatz in Deutschland die Entwicklung junger Unternehmen vom Zeitpunkt ihrer Gründung an über mehrere Jahre verfolgt und ein breites Spektrum unternehmens- und personenspezifischer Informationen bereitstellt. Grundlage der jährlich rund 6.000 Unternehmen umfassenden Stichprobe sind so genannte wirtschaftsaktive Gründungen (=Unternehmen, die entweder in das Handelsregister eingetragen sind, die für die Gründung auf Fremdkapital, Handelskredite oder Ähnliches zurückgegriffen haben oder die auf sonstige Weise aktiv in den Wirtschaftsprozess eingebunden sind). Die so erfassten Unternehmensgründungen sind tendenziell größer als diejenigen, die im breiten Gründungsgeschehen unter Berücksichtung von Gründungen im Nebenerwerb und Freiberuflern verzeichnet werden. Die Studie "KfW/ZEW-Gründungspanel 2010" finden Sie im Internet unter www.gruendungspanel.de Originaltext: KfW Digitale Pressemappe: http://www.presseportal.de/pm/41193 Pressemappe via RSS : http://www.presseportal.de/rss/pm_41193.rss2 Pressekontakt: Sonja Höpfner KfW, Palmengartenstraße 5-9, 60325 Frankfurt Kommunikation (KOM) Tel. 069 7431-4306, Fax: 069 7431-3266, E-Mail: sonja.hoepfner@kfw.de, Internet: www.kfw.de
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