J.P. Morgan Asset Management: Stimmung deutscher Anleger hellt sich deutlich auf
Im Zuge der Schuldenkrise in Europa hatten sich die Anleger bei der letzten Befragung im Mai sehr skeptisch gezeigt. 28,1 Prozent zweifelten an einer positiven Entwicklung des deutschen Aktienmarktes in den folgenden sechs Monaten. Bei der aktuellen Umfrage sind nur noch 16,0 Prozent so skeptisch. Im Mai hatten die Börsen-Pessimisten zum ersten Mal seit Juni 2009 mit 36,0 Prozent wieder die Oberhand über die Optimisten mit 23,4 Prozent gewonnen. Doch seitdem sich die Sorgen um die europäischen Peripheriestaaten gelegt haben, pendelten sich diese Verhältnisse zu Gunsten der Optimisten wieder ein. Im Rahmen der Investor Confidence-Studie führt die Gesellschaft für Konsumforschung GfK regelmäßige Befragungen für J.P. Morgan Asset Management durch. Dabei werden rund 2.000 Personen repräsentativ für Deutschland nach ihrem Anlageverhalten und ihrer Investitionsbereitschaft befragt. Im Juli dieses Jahres wurde die 90. Umfrage durchgeführt. Dabei wurde vor allem deutlich, dass die Anleger wieder zuversichtlicher für die weitere Börsenentwicklung gestimmt sind. Investor Confidence-Index fast wieder auf März-Hoch Der Investor Confidence-Gesamtindex zeigt die Gesamtstimmung im Markt hinsichtlich der zukünftigen Entwicklung des Aktienmarktes an. Nach einem negativen Wert im Mai zeigt sich auch hier ein kompletter Stimmungswechsel. Mit einem Anstieg um 4,8 Punkte notiert der Indexwert nun wieder im positiven Bereich und erreicht einen Wert von 3,4. Somit ist das Börsenvertrauen vom März (Gesamtindexwert von 4,0) fast wieder hergestellt. Diese Stimmungsaufhellung zeigt sich ebenfalls deutlich im J.P. Morgan Asset Management Investor Confidence-Index, der ausschließlich die optimistischen Aussagen der Befragten auswertet. Dieser erreicht im Juli einen Wert von 113 und ist somit nur noch 7 Punkte vom März-Hoch (120) entfernt – dem besten Ergebnis seit Herbst 2007. Die Indexwerte zeigen neben der allgemeinen positiven Stimmung vor allem eine weitere Besonderheit: In den Vormonaten war zu beobachten gewesen, dass gerade Frauen in Sachen Geldanlage hauptsächlich auf Sicherheit setzen und grundsätzlich eher vorsichtiger agieren als Männer. Nun wird deutlich, dass Frauen andererseits auch schneller wieder Vertrauen in die Börse fassen. So zeugt der Investor Confidence-Index mit einem Wert von 131 von einem größeren Optimismus bei den Frauen als bei den Männern, deren Wert lediglich 106 erreicht. Investmentbereitschaft wächst nur langsam Trotz des Stimmungsanstiegs der deutschen Privatanleger bleibt ihre Investment- bereitschaft zunächst konstant. So planen 37,8 Prozent der Deutschen, in den nächsten sechs Monaten zu investieren. Im März planten 36,6 Prozent Investitionen in der näheren Zukunft und selbst während der letzten Befragung im Mai sank die Investi- tionslust lediglich um 2,4 Prozentpunkte auf 34,2 Prozent. „Diese verhaltene Investmentbereitschaft ist ein Zeichen dafür, dass die Anleger noch abwarten“, erläutert Servais. „Viele von ihnen agieren zurückhaltend und ändern ihr Anlage- verhalten nicht sofort, wenn das Börsenvertrauen sinkt oder steigt.“ Fonds auf dem Vormarsch Interessant ist die Verteilung der zukünftigen Anlagen, also die Antwort auf die Frage, welche Investitionen die Deutschen in den kommenden Monaten planen. Sinkende Werte verzeichnet dabei insbesondere das Sparbuch. Bei der letzten Umfrage standen sicherheitsorientierte Anlagen wie Sparbücher und Tagesgeldkonten noch hoch im Kurs, die Anleger wollten ihr Geld vor allem schwankungsarm verwahrt wissen. Bei der aktuellen Umfrage sank die Zahl der Anleger, die ihr Geld zukünftig noch in Sparbüchern verwalten wollen, von 13,1 auf 11,5 Prozent. Auch Tagesgeldkonten büßten an Beliebtheit ein, die Prozentzahl sank von 14,5 auf 10,5 Prozent. Im Gegensatz hierzu stieg besonders die Popularität von Investmentfonds: Das ist bemerkenswert, denn seit August 2008 ist dieser Prozentsatz nicht mehr über 17,0 Prozent gestiegen. Nach der Lehman-Insolvenz im Herbst 2008 und der folgenden Finanzkrise waren auch Investitionen in Fonds eher rückläufig. Im Verlauf der Krise sank der Wert sogar auf 10,3 Prozent. Bis Mai 2010 hatte er sich wieder auf 14,1 Prozent gesteigert. Innerhalb von zwei Monaten ist der Wert dann um weitere 4,3 Prozent angestiegen. So konnten Investmentfonds bei der Befragung im Juli von allen Anlageformen den stärksten Zuwachs verbuchen: Nun wollen wieder 18,4 Prozent der Privatanleger in den nächsten sechs Monaten in Fonds investieren.
Disclaimer: Diese Meldung ist keine Empfehlung zu einer Fondsanlage und keine individuelle Anlageberatung. Vor jeder Geldanlage in Fonds sollte man sich über Chancen und Risiken beraten und aufklären lassen. Der Wert von Anlagen sowie die mit ihnen erzielten Erträge können sowohl sinken als auch steigen. Unter Umständen erhalten Sie Ihren Anlagebetrag nicht in voller Höhe zurück. Die in diesem Kommentar enthaltenen Informationen stellen weder eine Anlageempfehlung noch ein Angebot oder eine Aufforderung zum Handel mit Anteilen an Wertpapieren oder Finanzinstrumenten dar.
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