HSBC: USA: Service-ISM auf dem Rückzug
US-Dollar weiter unter Druck Der US-Dollar befindet sich nicht nur gegenüber dem Euro auf dem Rückzug. Auch zu anderen wichtigen Handelswährungen wertet die US-Valuta derzeit massiv ab. Dies dokumentiert der Dollar-Index, der seit Anfang Juni mehr als 8 % verloren hat. Der Euro hat dabei im Wechselkursverhältnis zum Greenback den nächsten Widerstand bei 1,3266 USD im Visier. Die US-Konjunkturdaten von gestern bestä- tigten den Eindruck, dass der Konsum als Wachstumsträger vorerst ausfällt. So blieben die persönlichen Ausgaben im Juni im Monatsvergleich unverändert (Mai revidiert: 0,1 % gg. Vm.). Die Sparquote erhöhte sich leicht von 6,3 % auf 6,4 %. Der Preisdruck in den USA bleibt gedämpft. Die Jahresrate des PCE-Deflators lag im Juni in der Kernrate bei 1,4 % (Mai: 1,5 %) und verdeutlicht, dass die Verbraucher vorerst keine erhöhte Teuerung fürchten müssen. Bei den schwebenden Hausverkäufen kam es im Juni - nach dem kräftigen Monatsminus vom Mai (-29,9 %) - erneut zu einem Rückgang um 2,6 % gg. Vm. In China ist der HSBC Service-PMI im Juli um 0,7 auf 56,3 Punkte gestiegen und konnte damit den Abwärtstrend der Sentimentindikatoren im Reich der Mitte stoppen. Dennoch rechnet das State Information Center in der Volksrepublik für das 3. Quartal nur noch mit einem BIP-Wachstum von 9,2 % (2. Quartal: 10,3 %). Bund-Future auf Erholungskurs Der Bund-Future hat gute Chancen, den Widerstand bei 129,19 hinter sich zu lassen. Technische Analyse Gold-Future (Tageschart, Unze/USD): Ende der Konsolidierung in Sicht Nachdem der Gold-Future mit dem Sturz unter den langfristigen Haussetrend seit 2008 (akt. bei 1.217 Punkte) Anlegern kurzzeitig das Blut in den Adern gefrieren ließ, hat sich das technische Bild zuletzt wieder deutlich aufhellt. So konnte jüngst zunächst die solide Unterstützungszone aus diversen Hochs und Tiefs zwischen 1.167 USD und 1.172 USD eine weitere Abwärtsbewegung des Edelmetall- preises abwenden. Auf der Oberseite wurde anschließend noch der kurzfristigen Abwärtstrend seit Juni (akt. bei 1.182 USD) überwunden, der durch das Julitief bei 1.189 USD zusätzlich verstärkt wurde. Die angeführte Trendlinie stellte dabei gleichzeitig die obere Begrenzung einer abwärtsgerichteten Flagge dar - einer in der Regel verlässlichen, trendbestätigenden Formation. Die Chancen stehen gut, dass sich der Sprung über die angeführte Trendlinie als nachhaltig erweist, was durch das frische Einstiegssignal des Stochastik gezeigt wird. Damit rückt der o. g. alte Haussetrend in Schlagdistanz, oberhalb dessen die jüngste Entwicklung als Fehlausbruch abgeschrieben und sich perspektivisch zunehmend auf die Jahreshochstände bei 1.268/70 USD fokussiert werden kann. Korrektur statt Richtungswechsel Gelingt der Sprung über den o. g. Abwärtstrend nachhaltig, dürfte die Konsoli- dierung des Goldpreises beendet sein und eine günstige Weichenstellung für eine Fortsetzung der Hausseentwicklung vorliegen. Die Lage trübt sich erst bei einem Fall unter die untere Begrenzung der angeführten Formation (akt. 1.126 USD) ein. Bondmarkt Irland: Nama-Ankauf, Rekorddefizit und auslaufende Staatsgarantie Gestern hat die EU-Kommission die Ankäufe von Krediten irischer Banken durch die National Asset Management Agency (NAMA) für rechtskonform erklärt. Mittlerweile ist die zweite Tranche der Allied Irish Bank, der Bank of Ireland, der EBS Building Society und der Irish Nationwide Building Society abgeschlossen (siehe Tabelle). Der zweite Ankauf von Krediten der Anglo Irish Bank wird in den kommenden Wochen stattfinden. Damit wurden bisher etwa 20,5 Mrd. EUR an Krediten zu einem durchschnittlichen Diskont von 49,3 % übernommen. Im Gegenzug haben die beteiligten Banken garantierte (ca. 95 %) und nachrangige Anleihen (ca. 5 %) der NAMA im Wert von 10,4 Mrd. EUR erhalten. Noch am 30. März nannte die NAMA als Ziel einen durchschnittlichen Diskont von nur 35 %. Da die erwarteten Ausfälle auf die erworbenen Kredite mittlerweile deutlich angestiegen sind, rechnen wir damit, dass die Abschläge in Zukunft weiter steigen. Bereits in der zweiten Tranche sind die Diskonte für jede einzelne Bank angestiegen. Am 29. September 2010 endet zudem in Irland die allgemeine Staatsgarantie auf ausstehende Verbindlichkeiten, die neben Covered Bonds und senior unsecured- Anleihen auch die erste Nachrangstufe einbezieht. Mit dem Auslaufen der Garantien ist Irland zwar eine große Summe an Eventualverbindlichkeiten los, für die - anders als für explizite Staatsgarantien - nicht einmal Gebühren erhoben wurden; dennoch sieht sich der irische Haushalt enormen Belastungen gegenüber. Je nachdem, wie zukünftig die Kapitaleinschüsse für Anglo Irish und Irish Nationwide verbucht werden, verändert sich das Defizit drastisch. Wenn die drei bisher eingezahlten Beträge als Schulden klassifiziert werden, steigt die Staatsschuld laut irischer Zentralbank auf ca. 20 % des BIP. Aktuell wird nur eine der drei Zahlung defizitwirksam behandelt. Ohne Kapitaleinschüsse rechnet man mit 11,8 %.
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