Das schwache Europa steht in scharfem Gegensatz zum starken Asien
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Köln, den 05.03.2010 (Investmentfonds.de) -
“Das schwache Europa steht in scharfem Gegensatz zum starken Asien”
sagt Chef-Volkswirt Dag Lindskog in seinem neuesten Carlson Makro Monthly:
Die Krise des Eurogebietes, in dessen
Mittelpunkt das Finanzdilemma Griechenlands
steht, war auch im Februar dominierend
und eine Auflösung der Krise bleibt
noch unsicher. Der aufgefrischte Fokus auf
verschiedene Länderrisiken aufgrund unterschiedlicher
Haushaltsdefizite und Schuldenstände,
hat die Rentenerträge der risikoreichen
Anleihen wie Griechenland nach
oben und die sichersten wie Deutschland,
Norwegen und Schweden nach unten getrieben.
Außerdem hat der Euro gegenüber dem
Dollar und dem Yen nachgelassen. Vor
allem die Schwedische Krone hat im Laufe
des Monats an Wert gewonnen (mehr als 5%
gegenüber dem Euro). Die Aktienpreise
verliefen im Februar unterschiedlich. Der
amerikanische Nasdaq Index gehörte zu den
Gewinnern, während in Oslo und Stockholm
die Preise in den örtlichen Währungen
fielen.
Das gesamte Eurogebiet hat letztes Jahr mit
einer Realwachstumsrate im vierten Quartal
von nur 0,4% schwach abgeschlossen. Die
PMI-Umfragen der Herstellungs- und
Dienstleistungssektoren zeigen in den
Anfangsmonaten von 2010 das gleiche matte
Tempo und die Wirtschaftsprognosen für
den Rest des Jahres sehen nicht viel besser
aus. Die neue Prognose der EU-Kommission
von letzter Woche sieht eine Wachstumsrate
von 0,7% für das gesamte Jahr voraus. Es
gibt neben der Krise noch zwei weitere
düstere Wolken über der Währungszone.
Erstens gibt es derzeit kein Zeichen eines
neuen Kurses, der die vorherrschenden
Ungleichgewichte mildern könnte. Eine
wünschenswerte Entwicklung beinhaltet
mehr Konsum in den starken Ländern,
besonders in Deutschland und mehr
Produktion in den schwachen Ländern wie
Griechenland, Spanien und andere. Vgl. z.B.
„Germans must start buying to save
Europe's stragglers“ (M. Wolf in FT 10/2).
Bis jetzt hält die alte Aufteilung zwischen
Nord und Süd unverändert an.
Auf der einen Seite brummt die deutsche
Exportmaschinerie mit boomenden Verkäufen
nach Asien, während der inländische
Konsum lahm liegt. Der Nettoexport hat 2,2
Prozentpunkte zum BIP beigetragen, während
der Inlandskonsum und Investments im
vierten Quartal das BIP um die gleiche Zahl
schmälerten. Außerdem hält nach der PMIFebruar-
Befragung die Erholung der
deutschen Industrie an. Auf der anderen
Seite zeigen die PMI-Umfragen des gleichen
Monats für Griechenland, Irland und
Spanien weiterhin eine Schrumpfung der
Industrie, obwohl die beiden letztgenannten
Wirtschaften gegenüber Januar eine leichte
Verbesserung verzeichneten. Es ist nicht
sicher, ob die schwächeren Wirtschaften
durch interne Abwertungen (stagnierende
Löhne oder Lohnkürzungen) und Strukturreformen
innerhalb angemessener Zeit eine
ausreichende Wettbewerbsfähigkeit in der
Währungszone wiederherstellen können.
Außerdem ist das gesamte Eurogebiet – von
Deutschland bis Griechenland – dabei, die
Geldpolitik durch eine Kombination aus
geringeren Ausgaben und höheren Steuern
zu verschärfen. Ein solcher Schritt ist durch
den derzeitig ungeeigneten Verlauf der
öffentlichen Finanzen notwendig geworden
und wird mittel- oder langfristig Nutzen
bringen. Allerdings wird das Wachstum des
Eurogebietes kurz- bis mittelfristig und über
die nächsten Jahre hinweg leiden. Diese
Erwägungen sollten die EZB in einen
Abwart-Modus versetzen. Außerdem wird
der Wertverlust des Euro noch fortschreiten,
da der heutige Dollar-Wechselkurs immer
noch 15% über dem des Einführungsjahres
von 1999 liegt.
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Die britische Wirtschaft ist im vierten Quartal endlich wieder zu einem Wachstum zurückgekehrt, doch die Prognosen sind nicht viel positiver als für das Eurogebiet, obwohl es einen Silberstreif am Horizont gibt. Die Bank of England sagt, dass der effektive Wechselkurs des Pfund Sterling um 25% von seinem Höchststand in 2007 auf ein ähnlich tiefes Niveau wie nach den Währungsturbolenzen der frühen 90er gefallen ist. Das ist vergleichbar mit dem Fall der Schwedischen Krone von 1992 nach der Abschaffung des festen Wechselkurses. Das billige Pfund wird in den kommenden Jahren für die britischen Exporte ein großer Stimulus sein. Diese Entwicklung zeigt auch wie heftig die Spannungen innerhalb der Eurozone sind oder was wahrscheinlich schon geschehen wäre, wenn die Länder noch ihre eigenen Münzen prägen würden. Die schwedische Wirtschaft ist im vierten Quartal um 2,4% geschrumpft. Dies kann man schlecht mit anderen Daten abgleichen. Die Zahlen der PMI-Befragung des herstellenden Sektors haben sich ab dem Tiefpunkt von Dezember 2008 fast verdoppelt und Scheden lag im Februar unter mehr als 25 Ländern nur hinter Taiwan auf dem zweiten Platz. Der Wirtschaftstrendindikator ist im Februar „seit zehn aufeinander folgenden Monaten gestiegen und steht derzeit auf einem Niveau, das ein überdurch- schnittliche gutes Business- und Konsumklima anzeigt“, so das Schwedische Wirtschaftsforschungsinstitut (KI). Ein Hindernis für Schweden ist die Abhängigkeit des Exports vom langsam wachsenden Europa, während nur ein überraschend kleiner Teil seinen Weg in die schnell wachsenden asiatischen Märkte findet. Sofern die Befragungen eine Signalwirkung haben, ist die Wirtschaft nun wieder zum Wachstum zurückgekehrt. Doch wenn man die Schwäche der Haupthandelspartner berücksichtig, ist die Wachstumsprognose der Regierung von etwa 3% sehr optimistisch. Der Gesamteffekt des BIP-Rückgangs während des letzten Quartals und die Aufwertung der Krone und die Schwäche Europas generell, haben die erste Zinsratenerhöhung auf Ende des Jahres 2010 gedrängt. Die Schwäche Europas steht im scharfen Gegensatz zur Stärke Asiens. Die Wachstumszahlen des vierten Quartals sind wirklich eindrucksvoll. Z.B. Malaysia 13,7% und Hongkong 14,5% (qoq ann., so wie alle Wachstumszahlen in diesem Newsletter). China hat im Februar niedrige Ergebnisse der PMI-Umfrage verzeichnet, doch andere Daten weisen auf eine zweistellige Realwachstumsrate hin. Indien möchte dem nicht nachstehen und die Realwachstumsprognose des neuen Haushaltes der Regierung beträgt 8,8%. Vielleicht bzw. hoffentlich wird sich die Wachstumsstrategie Asiens langsam vom Export, der seit der Währungskrise von 1997 vorherrschte, zur Binnennachfrage wandeln. Solch ein Wandel würde von den Neubewertungen der chinesischen und anderen asiatischen Währungen unterstützt. Japan hat im vierten Quartal eine starke Realwachstumsrate verzeichnet, doch die Deflation nimmt nicht ab. Die Wirtschaft hat über die letzten zwei Jahrzehnte eine trübe Entwicklung gehabt. Verglichen mit dem Stand von vor 18 Jahren ist das BIP zwar um 15% gestiegen, doch der Wert des BIP gemessen in Yen hat sich aufgrund fallender Preise nicht geändert! Das sind starke Gründe dafür, warum das heutige Niveau des führenden Aktienindex Nikkei bereits vor 25 langen Jahren erreicht worden war! Die USA liegt zwischen dem schwachen Europa und dem starken Asien. Allerdings überbewertet die gesunde Realwachstumsrate im vierten Quartal von 5,9% die Stärke des wirtschaftlichen Aufschwungs. Die Aufstockung des Inventars, die nur vorübergehend ist, hat fast 2/3 zum Wachstum beigetragen, während die finale Haushaltsnachfrage schwach war. Nicht zuletzt bezüglich der größten Komponente der Nachfrage – dem Privatkonsum – sind kurzfristige Prognosen ungewiss. Die Monatsstatistiken besagen, dass der Januar ein starker Monat war, doch das Verbrauchervertrauen fiel im Februar schroff ab und die Werte berührten fast das niedrigste Niveau, das jemals gemessen wurde (bzgl. Daten, die bis zum Ende der 60er zurück reichen). Trotzdem wird die Durchschnittsbewertung von etwa 3% Realwachstum in diesem und nächsten Jahr wohl zu erreichen sein. Die US-Notenbank hat den Diskontsatz erhöht jedoch dabei deutlich gemacht, dass dieser Schritt ein taktischer war und keinesfalls darauf hindeutet, dass es demnächst eine Erhöhung des wichtigeren Leitzinses geben wird. Carlson Fund Management Company S.A.
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Disclaimer: Diese Meldung ist keine Empfehlung zu einer Fondsanlage und keine individuelle Anlageberatung. Vor jeder Geldanlage in Fonds sollte man sich über Chancen und Risiken beraten und aufklären lassen. Der Wert von Anlagen sowie die mit ihnen erzielten Erträge können sowohl sinken als auch steigen. Unter Umständen erhalten Sie Ihren Anlagebetrag nicht in voller Höhe zurück. Die in diesem Kommentar enthaltenen Informationen stellen weder eine Anlageempfehlung noch ein Angebot oder eine Aufforderung zum Handel mit Anteilen an Wertpapieren oder Finanzinstrumenten dar.
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