05.01.2010
Geschäftklima im Mittelstand deutet erstmals seit Mitte 2008 wieder auf leichte Expansion
Frankfurt (ots) -
- Leichter Anstieg hebt mittelständisches Geschäftsklima im
Dezember erstmals seit Juli 2008 in den positiven Bereich
- Verbesserung der Beschäftigungserwartungen hält an
Zu Beginn des Jahres 2010 ist die Stimmung im deutschen
Mittelstand geprägt von einer Mischung aus Skepsis und Zuversicht.
Nach dem Absturz des KfW-ifo-Geschäftsklimas im Mittelstand auf einen
historischen Tiefpunkt im März 2009 hat sich dieser gemeinsam von der
KfW-Bankengruppe und dem ifo Institut berechnete Indikator seither
sukzessive aufgehellt. Mit einem leichten Plus von 1,4 Zählern kehrt
das mittelständische Geschäftsklima zum Jahresende 2009 erstmals seit
dem Juli 2008 wieder in den positiven Bereich zurück. Dies deutet auf
eine leicht expansive Entwicklung im Mittelstand hin (Niveau: +1,4
Saldenpunkte).
Schwerer als die mittelständischen Unternehmen tun sich dagegen
weiterhin die Großunternehmen. Zwar stabilisiert sich deren
Geschäftsklima im Dezember 2009 trotz eines marginalen Rückgangs um
0,1 Zähler in etwa auf dem Stand des Vormonats; gleichwohl zeugt das
aktuell niedrige Niveau (-7,6 Saldenpunkte) noch vom tiefen Einbruch
während der Krise und zeigt, dass die großen Unternehmen anders als
der Mittelstand noch ein gutes Stück von einer konjunkturellen
Normalisierung entfernt sind.
Insgesamt hat sich die kräftige Aufholbewegung der letzten Monate
sowohl bei den Großunternehmen als auch bei den kleinen und mittleren
Unternehmen verlangsamt. Da sich die Geschäftserwartungen jedoch
unverändert auf vergleichsweise hohem Niveau befinden und der
Aufwärtstrend bei den Lageurteilen (Mittelstand: 3,2 Zähler;
Großunternehmen: 1,1 Zähler) intakt ist, sollte die verlangsamte
Aufholbewegung des Geschäftsklimas als Zeichen einer Normalisierung
interpretiert werden.
Verhalten positiv stimmt auch die gute Entwicklung der
Beschäftigungserwartungen, die im Dezember erneut im Mittelstand um
1,9 Zähler und bei den Großunternehmen um 4,0 Zähler zulegen.
Zweifelsohne wird der Arbeitsmarkt im kommenden Jahr starke
Belastungen erfahren. Allerdings gibt das Niveau der
Beschäftigungserwartungen (2,0 Saldenpunkte im Mittelstand und -2,3
Saldenpunkte bei den Großunternehmen) mittlerweile Anlass zur
Hoffnung, dass der Arbeitsplatzabbau weniger schlimm ausfallen
könnte, als von vielen befürchtet.
Trotz des insgesamt positiven Stimmungsbildes erinnert die
anhaltend negative Entwicklung der Absatzpreiserwartungen
(Mittelstand: -1,2 Zähler ggü. Vm.; Großunternehmen: -0,9 Zähler ggü.
Vm.) daran, dass die deutsche Wirtschaft noch weit von einer vollen
Auslastung ihrer Kapazitäten entfernt ist. Insbesondere vor dem
Hintergrund einer Verlangsamung der wirtschaftlichen Aufholbewegung
bietet dies Anlass zur Sorge.
Dr. Norbert Irsch, der Chefvolkswirt der KfW Bankengruppe, bemerkt
zu der jüngsten Ausgabe des KfW-ifo-Mittelstandsbarometers in
Frankfurt: "Die Dezember-Daten bestätigen, dass sich die
wirtschaftliche Erholung fortgesetzt hat. Besonders erfreulich ist
hierbei das nun erstmals wieder positive Geschäftsklima im
Mittelstand. Allerdings reicht die Dynamik - insbesondere bei den
Großunternehmen - bislang nicht für einen kräftigen, sich selbst
tragenden Aufschwung aus. Eine zu frühe Rücknahme der geld- und
fiskalpolitischen Stimuli würde deshalb die Aufwärtsentwicklung
abbrechen."
Die ausführliche Analyse mit Datentabelle und Grafiken zum
KfW-ifo-Mittelstandsbarometer ist im Internet unter www.kfw.de in der
Kategorie "Research" abrufbar.
Originaltext: KfW
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Quelle: news aktuell