14.12.2009
Öffentliches Finanzvermögen um 20% gestiegen
Köln, den 14.12.2009 (Investmentfonds.de) -
WIESBADEN - Nach Mitteilung des Statistischen Bundesamtes (Destatis)
betrug das Finanzvermögen der öffentlichen Haushalte zum Jahresende 2008
insgesamt 255,7 Milliarden Euro. Dies entspricht rechnerisch einem
Finanzvermögen von 3 119 Euro je Einwohner. Gegenüber dem Vorjahr (213,2
Milliarden Euro) ist dies ein Anstieg um 42,5 Milliarden Euro oder
19,9%. Zu den öffentlichen Haushalten zählen die Kernhaushalte des
Bundes, der Länder und der Gemeinden und Gemeindeverbände einschließlich
ihrer jeweiligen Extrahaushalte. Nicht enthalten ist der
Vermögensbestand an Anteilsrechten, wie Aktien oder
Investmentzertifikaten und sonstigen Beteiligungen.
Das größte Finanzvermögen besaß Ende 2008 (Stichtag: 31.12.2008) der
Bund mit 112,0 Milliarden Euro, das waren 43,6% mehr als am Ende des
Vorjahres. Ein Grund für den hohen Anstieg waren die im Rahmen der
Wirtschafts- und Finanzmarktstabilisierung getroffenen Maßnahmen, wie
zum Beispiel die Einrichtung des Finanzmarktstabilisierungsfonds
(SoFFin). Die Unterstützungsmaßnahmen der Finanzmärkte führten
einerseits zu einer höheren Schuldenaufnahme des Bundes, andererseits
sind die - in der Finanzvermögenstatistik nachgewiesenen - Forderungen
gegenüber Kreditinstituten durch die von diesen in Anspruch genommenen
Mittel deutlich angestiegen. Auch die Gemeinden und Gemeindeverbände
konnten 2008 ihr Finanzvermögen steigern, und zwar um 14,1% auf 72,4
Milliarden Euro. Rückläufig war dagegen mit 71,3 Milliarden Euro das
Finanzvermögen der Länder (- 0,6% gegenüber 2007).
Bezogen auf die Einwohnerzahl betrug das Finanzvermögen des Bundes
rechnerisch 1 366 Euro je Einwohner, das der Länder 870 Euro je
Einwohner und das der Gemeinden 951 Euro je Einwohner.
Die Ausleihungen (vergebene Kredite) hatten einen Anteil von 76,6
Milliarden Euro am Finanzvermögen der öffentlichen Haushalte (+ 8,5%
gegenüber 2007). Der Bestand an Bargeld und Einlagen (zum Beispiel
Tagesgelder) betrug 73,1 Milliarden Euro (+ 28,0%) und an Wertpapieren
(ohne Anteilsrechte) 17,1 Milliarden Euro (+ 96,8%). Die sonstigen
Forderungen (unter anderem offene Steuerforderungen, Gebühren, aber auch
privatrechtliche Forderungen) beliefen sich auf 89,0 Milliarden Euro (+
15,7%).
Weitere Informationen können im Internetangebot des Statistischen
Bundesamtes unter www.destatis.de, Pfad: Startseite --> Weitere Themen
--> Finanzen und Steuern --> Öffentliche Finanzen --> Schulden,
Finanzvermögen öffentlicher Haushalte abgerufen werden. An dieser Stelle
steht auch eine methodische Kurzbeschreibung zur Verfügung.
Weitere Auskünfte gibt:
Christian Kickner,
Telefon: (0611) 75-4203,
E-Mail: vermoegen@destatis.de
Quelle: Investmentfonds.de