J.P. Morgan Asset Management: Positive Aussichten für Asien
- Wachsender Binnenkonsum verringert Exportabhängigkeit
- Bewertungen nach wie vor auf attraktiven Niveaus
- Auch in China keine Blase zu erwarten
Die Experten von J.P. Morgan Asset Management schätzen die Aussichten für
die asiatischen Volkswirtschaften weiterhin positiv ein: „Die Märkte der
Region dürften kurzfristig weiter vom günstigen Inflationsumfeld, den
niedrigen Zinsen und dem langsamen Erstarken der Industriestaaten profitieren“,
so Joshua Tan, Portfolio Manager in der Pacific Regional Group von J.P. Morgan
Asset Management bei einer Veranstaltung in Frankfurt. So sollte sich das
Wirtschafts- und Gewinnwachstum auf kurze Sicht kräftig präsentieren. Tan
betont, dass die asiatischen Märkte bereits seit Anfang März mit einer starken
Performance überzeugen. Insbesondere in den letzten Wochen konnten sie zudem
von der Erholung der Weltwirtschaft, der lockeren Geldpolitik und den seitwärts
tendierenden Ölpreisen profitieren. Allerdings musste der chinesische
Aktienmarkt aktuell ein wenig zurückstecken, nachdem es in der ersten
Jahreshälfte mit seinem umfangreichen Maßnahmenpaket noch Asien und dem Rest
der Welt neuen Auftrieb geben konnte. Stattdessen führten zuletzt traditionelle
Exportmärkte wie Taiwan und Korea das Feld an. Da im Zuge des großen Liquidi-
tätsangebots die Risikobereitschaft der Anleger anstieg, verzeichneten auch
Peripheriemärkte wie Thailand und Indonesien hohe Zuwächse. Doch selbst die
chinesische Wirtschaft hat nach offiziellen Angaben im dritten Quartal ein
Wachstum von 8,9 Prozent verzeichnet, nach 7,9 Prozent im zweiten und 6,1 Prozent
im ersten Quartal. „Das Wachstumsgefälle zwischen Asien und dem Westen ist enorm
und hat weltweit die Aufmerksamkeit vieler Anleger auf sich gezogen. Angesichts
der unterschiedlichen geldpolitischen Stoßrichtungen ist zudem nicht auszuschließen,
dass asiatische Währungen für zusätzliche Gewinne sorgen werden“, erläutert Tan.
Bewertungen nach wie vor auf attraktiven Niveaus
Noch nie zuvor kam es in der Region zu so vielen positiven Gewinnrevisionen wie
im letzten Quartal. Insgesamt ist in Asien für 2009 ein stagnierendes Gewinn-Niveau
zu erwarten, für 2010 könnte dagegen sogar eine Steigerung um 30 Prozent möglich
sein. „Nach der Rally sind die Bewertungen nicht mehr absolut günstig. Da sie aber
nur knapp über dem langfristigen Durchschnitt liegen, sind sie auch kein besonderer
Nachteil. China gehört mit Blick auf 2010 sogar zu den am billigsten bewerteten
Märkten“, so auch das Urteil von Emerson Yip, Portfolio Manager in der Greater
China Group bei J.P. Morgan Asset Management in Hongkong.
Neue Infrastrukturmaßnahmen
Seiner Meinung nach sind die Bemühungen der chinesischen Regierung zur Förderung
des Wirtschaftswachstums nach wie vor positiv zu beurteilen. „Der Regierung ist
bewusst, dass das bislang exportbasierte Wachstumsmodell in den nächsten Jahren
nicht mehr aufrechtzuerhalten ist: Im Zuge der Krise gingen bereits Tausende von
Arbeitsplätzen in den exportorientierten östlichen Landesteilen verloren. Viele
Arbeiter sind daraufhin in ihre ländlichen Provinzen zurückgekehrt und ein großer
Teil der staatlichen Stimulierungsmaßnahmen unterstützt gerade diese Gebiete“,
erläutert Yip. Insgesamt sei der Bedarf an Infrastrukturmaßnahmen nach wie vor
gewaltig, nicht zuletzt, da der Urbanisierungstrend ungebrochen anhält. „Die
Einwohnerzahlen in den Städten steigen pro Jahr um etwa 20 Prozent“, sagt der
Experte. Da inzwischen über 90 Prozent der jährlichen Infrastrukturausgaben
die Inlandsprovinzen und nicht die Küstenregion betreffen, sollten positive
Impulse im gesamten Reich der Mitte spürbar sein. Darüber hinaus würden im
ganzen Land so genannte „weiche Infrastrukturmaßnahmen“ wie Arbeitslosenunter-
stützung und Altersvorsorge umgesetzt, die eine größere soziale Sicherung
ermöglichen. „Noch sparen die Chinesen einen großen Teil ihres Einkommens,
statt es für den Konsum zu verwenden.“ Mit steigendem Wohlstand habe sich
laut Yip der Konsum in China aber bereits gesteigert und nehme einen immer
größeren Teil des Bruttoinlandsproduktwachstums ein. Insgesamt hätten die
Einbrüche der Exportindustrie die asiatischen Volkswirtschaften 2009 also
weniger hart getroffen als vielfach befürchtet. „Der lokale Konsum in der
bevölkerungsreichen Region konnte den globalen Nachfragerückgang zwar noch
nicht ganz ausgleichen, aber deutlich abfedern.“
Eine Straffung der geldpolitischen Zügel in China befürchten die regionalen
Experten also erst, wenn die Anlageinvestitionen und der Konsum nachhaltig wachsen
und die Inflation ansteigt. Alles in allem zeigen sich sowohl Joshua Tay als auch
Emerson Yip zuversichtlich, dass die Märkte ihren Höhenflug trotz der bereits hohen
Zugewinne mittelfristig fortsetzen werden. Wenn allerdings früher oder später die
weltweiten geld- und fiskalpolitischen Anreize eingestellt werden, zeige sich wie
nachhaltig die Erholung in den Industrieländern tatsächlich ist. Auch halten sie
Korrekturen und Konsolidierungsphasen angesichts der Intensität und des Tempos der
Erholung für unvermeidlich. So dürfte die Aktienmarktentwicklung volatil bleiben.
JPMorgan Funds – JF Asia Pacific ex Japan Fund
ISIN A (acc) USD: LU0210526124/ WKN A (acc) USD: A0DQHU
Auflegungsdatum: 12.11.1993
Fondsmanager: David Smith, Victor Lee
Vergleichsindex: MSCI All Countries Asia Pacific ex-Japan (Total Return Net)
Fondsvolumen (per 27.10.2009): 501,4 Millionen US-Dollar
JPMorgan Funds – JF China Fund
ISIN A (acc) USD: LU0210526637/ WKN A (acc) USD: A0DQHV
Auflegungsdatum: 4. Juli 1994
Fondsmanager: Shumin Huang, Howard Wang
Vergleichsindex: MSCI China 10/40 Capped Index (Total Return Net)
Fondsvolumen (per 27.10.2009): 3,86 Milliarden US-Dollar
JF Asset Management ist der asiatische Zweig von J.P. Morgan Asset Management
und war eine der ersten Präsenzen eines internationalen Finanzinstituts in
Hongkong. Bereits 1970 wurde dieser Bereich als Jardine Fleming, einem Joint-
Venture zwischen dem Konzern Jardine Matheson und der Fleming Group gegründet.
Heute sind über 70 Investmentexperten bei der Gesellschaft tätig. JF Asset
Management ist nicht nur einer der größten Vermögensverwalter in der Region,
sondern wird auch als einer der führenden Asset Manager im asiatisch-pazifischen
Raum und in Japan anerkannt.
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