Sarasin: 2010 - Das Jahr der grünen Erholung?
Nach Einschätzung des Sustainability Research der Bank Sarasin birgt
das Klimaabkommen von Kopenhagen großes Potenzial für nachhaltige Anlagen.
Da die rechtlich verbindlichen Verpflichtungen des Kyoto-Protokolls 2012
auslaufen, könnte die für diesen Dezember anberaumte Konferenz nicht nur
für das Klima, sondern auch für die Anleger einen wichtigen Wendepunkt
darstellen.
Andreas Knörzer, Leiter Sustainable Investment bei der Bank Sarasin,
betonte anlässlich seiner Präsentation an einem Mediengespräch in Hongkong,
dass nachhaltige Anleger gut positioniert sind, um von den globalen
Infrastrukturausgaben der Regierungen zur Belebung der Wirtschaft zu
profitieren. Diese Mittel dürften hauptsächlich den Energie-, Wasser- und
Transportsektoren zugute kommen. Im Vorfeld des im Dezember stattfindenden
Kopenhagener Umweltgipfels wurden bereits rund 16 Prozent (USD 512 Mia.)
der Regierungsausgaben im Volumen von insgesamt USD 3.1 Bio. in Technologien
investiert, die sich mit dem Klimawandel befassen. Chinesische Think Tanks
haben nach dem UNO-Gipfel von vergangener Woche die Einführung einer
nationalen Kohlenstoffsteuer bis 2013 gefordert, und das Klimaabkommen von
Kopenhagen strebt die Umstellung auf eine kohlenstoffarme Wirtschaft an. In
diesem Umfeld dürften umweltfreundliche Technologien weiter von einer
starken politischen Unterstützung und von hohen Erwartungen profitieren.
Klimaabkommen von Kopenhagen könnte nachhaltige Anlagen beflügeln
«Kommt in Kopenhagen ein Abkommen zustande, würde gewissermaßen die
Nachhaltigkeit des Nachhaltigkeitstrends verstärkt und dadurch Anlagen
in umweltfreundliche Technologien weiter beflügelt. Die Folge wäre ein
umfangreiches globales Stimuluspaket, das eine Innovationsflut und
einen Boom bei Nachhaltigkeitsinvestitionen bewirken dürfte», so
Andreas Knörzer, Leiter des Sustainable Investment Teams der Bank
Sarasin.
Während China, die USA und Indien das Kyoto-Protokoll noch abgelehnt
hatten, besteht nun die Hoffnung, dass die USA und China ein in Kopenhagen
ausgehandeltes Abkommen unterzeichnen werden. Dessen ungeachtet widmen
beide Länder – weltweit die größten Umweltsünder – bereits jetzt den
Umweltschutzausgaben einen größeren Teil ihres jeweiligen Konjunktur-
programms als alle anderen Wirtschaftsmächte.
Konjunkturpakete Chinas und der USA führend bei Umweltschutzausgaben
China hat mit USD 218 Mia. weltweit die höchsten Ausgaben zur Verbesserung
der Umwelt angekündigt, gefolgt von den USA mit USD 118 Mia. Die beiden
Stimuluspakete zielen auf folgende Bereiche ab: Eisenbahnen (25% der
Gesamtausgaben), Stromnetz (18%), Wasser (16%), Energieeffizienz von
Gebäuden (16%), kohlenstoffarme Technologien (13%), erneuerbare Energien
(8%) und Autos mit geringem Kohlenstoffausstoss (4%).
Allein in China werden rund 80 Prozent der Umweltinvestitionen in die
Infrastruktur, darunter die Schienen- und Stromnetze, fließen. Weitere
15 Prozent werden den Sektoren Wasser und Abfallentsorgung zukommen. Mit
diesem Engagement könnte es China gelingen, andere Volkswirtschaften im
Bereich der nachhaltigen Technologien deutlich zu überholen.
--- Anzeige ---
>>Jetzt die besten Öko-Fonds mit 100% Rabatt kaufen >>
--- Ende Anzeige ---
China hat es sich zum Ziel gesetzt, seinen Energieverbrauch gemessen am BIP (Niveau von 2005) bis 2010 um 20 Prozent zu verringern. Daher ist das Reich der Mitte schon jetzt weltweit führend in der Nutzung von Sonnenkollektoren: Es verfügt über mehr als 65 Prozent der global installierten Solaranlagen. Zudem ist China der weltgrösste Produzent von Solarzellen und -modulen, die zu 90 Prozent ins Ausland exportiert werden. Da die chinesische Regierung im Rahmen des «Golden Sun»-Programms Solarenergieprojekte mit einer 50-prozentigen Steuererleichterung unterstützt, dürfte der Binnenmarkt weiter profitieren. Bis 2011 wird sich die Photovoltaikleistung Chinas voraussichtlich auf rund 500 Megawatt belaufen. Das Ziel der chinesischen Regierung, den Anteil der erneuerbaren Energien an der Energieproduktion bis 2010 auf zehn Prozent, bzw. bis 2020 auf 15 Prozent, zu erhöhen, bildet den Maßstab für die künftige Entwicklung. Zu gute kommen dürfte dies unter anderem den chinesischen Solar-Unternehmen Suntech und Yingli. Die USA wollen mit ihrem Stimuluspaket eine «green economy» und die Schaffung von umweltfreundlichen Arbeitsstellen fördern. Fünf Prozent des USD 118 Mia. umfassenden Budgets für umweltfreundliche Technologien werden voraussichtlich dieses Jahr und weitere 35 Prozent bis 2012 ausgegeben. Durch Steuererleichterungen und Kreditvergaben dürften im nächsten Jahrzehnt über fünf Millionen neue Arbeitsplätze entstehen. Die USA streben danach, eine führende Stellung bei umweltfreundlichen Technologien zu erlangen und ihre Abhängigkeit von Brennstoffimporten zu verringern. Vor diesem Hinter- grund wird die Leistung aus erneuerbaren Energien in den nächsten drei Jahren wahrscheinlich auf 80 Gigawatt verdoppelt. 2008 waren über ein Drittel der globalen Windkraftanlagen in den USA installiert. Zu den US-Unternehmen, die künftig profitieren werden, gehören das Solarunternehmen First Solar sowie globale Windkraftturbinenhersteller wie Vestas. Europa ist Vorreiter bei der Verringerung des Kohlenstoffausstoßes. Die 2008 durch die EU verabschiedete sogenannte 20-20-20-Strategie bildet den lang- fristigen Rahmen zur Förderung umweltfreundlicher Technologien. Gemäß dieser Strategie sind bis 2010 Ziele von jeweils 20 Prozent für die Steigerung der Energieeffizienz, die Verringerung der Kohlenstoffemissionen und die Erhöhung des Anteils erneuerbarer Energien am Energiemix vorgesehen. Die Umsetzung auf nationaler Ebene wird durch bestehende Förderprogramme und gesetzliche Anforderungen gesteuert, welche die Entwicklung erneuerbarer Energien und energieeffizienter Technologien, wie beispielsweise die Gebäudeisolierung, anregen. Der europäische Erholungsplan beläuft sich, verbunden mit den nationalen Stimulusprogrammen, auf insgesamt EUR 56 Mia. Er bildet einen zusätzlichen Anreiz für das gesamte Spektrum umweltfreundlicher Technologien, wobei der größte Anteil (EUR 16 Mia.) auf die Verbesserung der Energie- effizienz von Gebäuden entfallen dürfte. Dies kommt den europäischen Unternehmen Solarworld, Vestas und Rockwool zugute. Politischer Druck löst Megatrend zu umweltfreundlichen Technologien aus Die zahlreichen weltweit verabschiedeten Stimuluspakete erhalten Unterstützung durch die internationale Politik. Einen ersten Meilenstein bildete die Gründung der Internationalen Agentur für Erneuerbare Energien (International Renewable Energy Agency, IRENA) im Januar 2009, die, wie Ende Juni beschlossen, ihren vorübergehenden Hauptsitz in Abu Dhabi (Vereinigte Arabische Emirate) beziehen wird. Anlässlich des G8-Gipfels von L’Aquila im Juli demonstrierten die politischen Führer ihr Einvernehmen über die Wichtigkeit der umweltfreundlichen Ausrichtung der fiskalischen Anreize und der Begrenzung der globalen Erwärmung auf zwei Grad. Am UNO-Gipfel wechselte Indien vergangene Woche den Kurs und erklärte sich einverstanden, «impliziten» Zielen für den Kohlenstoffausstoß zuzustimmen. Nach ihrem Gipfel in Pittsburgh konstatierte die G20, dass der Integration von Anliegen betreffend die Klimaveränderung in die Entwicklungsstrategien der einzelnen Länder große Bedeutung zukommt. Zudem forderte die G20 die Anpassung entsprechender nationaler Richtlinien sowie die Erschließung neuer Finanzierungsquellen für den Klimaschutz. Ein erstes Ergebnis der Erhöhung des Drucks auf die Wirtschaft manifestiert sich bei der Luftfahrtindustrie, die vergangene Woche als erste Branche einen Plan zur Begrenzung sektor- spezifischer Kohlenstoffemissionen vorgelegt hat. Zwei Tage später zog eine Gruppe von Schifffahrtsunternehmen nach und präsentierte ebenfalls einen globalen Plan für den Emissionshandel in ihrer Branche. Der Megatrend zu umweltfreundlichen Technologien bleibt trotz der gegenwärtigen wirtschaft- lichen Turbulenzen ungebrochen. Weitere Auskünfte: Dr. Benedikt Gratzl | Head of Corporate Communications, Media Relations T: +41 (0)61 277 70 88 | E-Mail: benedikt.gratzl@sarasin.ch Andreas Knörzer | Head of Sustainable Investment T: +41 (0)61 277 74 77 | E-Mail: andreas.knoerzer@sarasin.ch
--- Anzeige ---
>>Jetzt die 6.000 besten Fonds mit 100% Rabatt kaufen >>
--- Ende Anzeige ---
Disclaimer: Diese Meldung ist keine Empfehlung zu einer Fondsanlage und keine individuelle Anlageberatung. Vor jeder Geldanlage in Fonds sollte man sich über Chancen und Risiken beraten und aufklären lassen. Der Wert von Anlagen sowie die mit ihnen erzielten Erträge können sowohl sinken als auch steigen. Unter Umständen erhalten Sie Ihren Anlagebetrag nicht in voller Höhe zurück. Die in diesem Kommentar enthaltenen Informationen stellen weder eine Anlageempfehlung noch ein Angebot oder eine Aufforderung zum Handel mit Anteilen an Wertpapieren oder Finanzinstrumenten dar.
Risikohinweis: Die Ergebnisse der Vergangenheit sind keine Garantie für künftige Ergebnisse. Die Aussagen einer bestimmten Person geben deren persönliche Einschätzung wieder. Die zur Verfügung gestellten Informationen erheben keinen Anspruch auf Vollständigkeit und stellen keine Beratung dar.