02.06.2009
Aktueller Marktbericht für Europa
München (ots) - In den vergangenen Wochen mehrten sich die
Anzeichen, dass die Talsohle des konjunkturellen Abwärtstrends naht.
Einige wirtschaftliche Stimmungsindikatoren stabilisierten bzw.
verbesserten sich, was neben der deutlichen Erholung an den
Aktienmärkten als grundsätzlich positives Signal gewertet werden
kann. Gleichwohl stehen die europäischen Volkswirtschaften noch vor
großen Herausforderungen. Eine Erholung exportorientierter Nationen
wie Deutschland ist abhängig von der Nachfrage aus anderen Ländern,
was wiederum deren konjunkturellen Aufschwung voraussetzt.
Konsumdominierte Volkswirtschaften werden weiterhin unter der zu
erwartenden höheren Arbeitslosigkeit leiden.
Einhergehend mit der noch bestehenden wirtschaftlichen
Unsicherheit sowie der rückläufigen Beschäftigung, sind auch die
Vermietungsumsätze an den europäischen Flächenmärkten deutlich
zurückgegangen. Ein weiter absinkendes Marktmietniveau, erhöhte
Risiken bei Anschlussvermietungen, aber auch generelle
Mietausfallrisiken sollten das Geschehen auf den Flächenmärkten über
die kommenden Quartale hinweg dominieren. Transaktionen gestalten
sich aufgrund fehlender Finanzierungsmöglichkeiten weiterhin als
schwierig. Banken sind nach wie vor nicht bereit, ihre derzeit auf
1,8 Billionen Euro belaufenden Immobilienfinanzierungen nennenswert
auszuweiten. Außerdem managen sie ihre Kreditportfolios noch eher
passiv. Dies ist umso erstaunlicher vor dem Hintergrund, dass
Immobilien seit dem Höhepunkt des Investmentzyklus' bis zu 40 % ihres
Wertes eingebüßt haben, was dazu führte, dass immer mehr
Immobilieninvestoren gegen die in ihren Verträgen festgelegte
Verschuldungsquote verstoßen. Alleine auf Grund dieser
"buchhalterischen" Wertverluste kam es bisher noch nicht zu
zahlreichen Notverkäufen. Die Banken sind derzeit eher bereit, höhere
Verschuldungsquoten zu dulden, um eine Liquidierung ihrer Sicherheit
unter den derzeitigen Marktverhältnissen zu vermeiden.
"Wenngleich sich bislang der Handel mit zwangsliquidierten
Immobilien auf einem erstaunlich niedrigen Niveau bewegt, sollten
Volumen und Umschlaggeschwindigkeit solcher Objekte im Jahresverlauf
deutlich zunehmen", prognostiziert Markus Reissner, Research Analyst
bei Pramerica in München. "Ernsthaft problematisch wird es für
Banken, wenn die Zinszahlungen aus dem Cash-Flow heraus nicht mehr
voll bedient werden können. Dazu kommt es bei wirtschaftlich
bedingten Mieterausfällen bzw. durch ein absinkendes Marktmietniveau.
Solche "Cash-Flow-Lücken" sind im Wesentlichen erst in den kommenden
zwei Jahren zu erwarten, da sich in diesem Zeitraum der
wirtschaftliche Abschwung auf die Mietmärkte auswirkt."
An Börsen notierte Immobilienfirmen sammeln derzeit neues
Eigenkapital ein, um ihre Bilanzen zu stabilisieren: Allein in
Großbritannien erhöhten REITS in den letzten Wochen ihr Eigenkapital
um 3 Mrd. Euro. Gleichwohl bleibt dieser Sektor volatil, insbesondere
aufgrund der nach wie vor großen Unsicherheiten hinsichtlich der
zukünftigen Entwicklung der Fundamentaldaten.
Einzelheiten zu den Entwicklungen an den europäischen
Immobilienmärkten können dem vollständigen Europa-Marktbericht des 1.
Quartals 2009 entnommen werden. Dieser ist abrufbar unter
http://www.presseportal.de/go2/www.pramericarei.com .
Originaltext: Pramerica Real Estate Investors (Deutschland) GmbH
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Quelle: news aktuell