Fortis: Aktien leiden unter Kapitalerhöhungen
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Der S&P 500 und der EuroStoxx 50 sind so schwach wie seit 1996 nicht mehr. Wir sind zu einer Untergewichtung von Aktien übergegangen. Viele Unternehmen kaufen keine eigenen Aktien mehr zurück, sondern emittieren neue, um ihre Eigenkapitalquoten zu verbessern. Wir gehen davon aus, dass dies eine Belastung für den Aktienmarkt ist. Die Gewinnaussichten und die Stress- indikatoren haben sich verschlechtert. Abgestoßen haben wir amerikanische, europäische sowie japanische Aktien und sind jetzt, abgesehen von unserer Untergewichtung der USA, in allen Regionen neutral positioniert. In Unternehmensanleihen mit Investmentqualität und in Emerging-Market-Lokalwährungsanleihen sind wir übergewichtet. Wir haben europäische Staatsanleihen gekauft und damit unsere Untergewichtung verringert. In Absolute-Return-Produkten und Rohstoffen sind wir neutral positioniert und in Immobilien untergewichtet. Das amerikanische Bruttoinlandsprodukt ist im 4. Quartal nicht um 3,8% p.a. sondern um 6,2% geschrumpft. Das ist der schlechteste Wert seit dem 1. Quartal 1982. Auch die Angaben zu den Lager- beständen wurden revidiert. Sie sind nicht wie zunächst angenommen und 6,2 Milliarden US-Dollar gestiegen, sondern um 19,9 Milliarden US-Dollar gefallen. Die Wahrscheinlichkeit, dass die Lagerveränderungen das Wachstum im 1. Quartal 2009 schwächen, ist dadurch geringer geworden. Ein weiterer Grund für die Annahme, dass das BIP im ersten Quartal steigt oder zumindest weniger stark fällt, ist der unerwartete Konsumanstieg im Januar. Die verfügbaren Realeinkommen sind aufgrund höherer Transfers gestiegen. Noch ist das Schlimmste aber nicht vorüber. Das zeigen die Auftragseingänge bei langlebigen Gütern, die im Januar um 23,3% niedriger waren als vor einem Jahr. Die Aufträge für Investitionsgüter (ohne Rüstung und Luftfahrt), ein guter Proxy für die Investitionen, sind um 18,5% zurückgegangen. Auch hat der Immobilienmarkt seinen Tiefpunkt noch immer nicht erreicht: Die Verkäufe neuer und gebrauchter Immobilien haben sich im Januar ebenfalls verringert. Eine gute Nachricht ist hingegen der leichte Anstieg des ISM-Einkaufsmanagerindex für das verarbeitende Gewerbe im Februar. Mit 35,8 Punkten signalisiert er aber immer noch eindeutig eine Rezession. Das Geldmengenwachstum im Euroraum hat stagniert. Die strengeren Kreditbedingungen der Banken, die bereits aus Umfragen bekannt waren, zeigen sich nun auch in den offiziellen Zahlen. Die schwache Wirtschaft und der Mangel an Krediten hat Unter- nehmen veranlasst, Mitarbeiter zu entlassen, so dass die Arbeitslosenquote im Januar auf 8,2% gestiegen ist. Die immer ausgeprägte Konjunkturschwäche hatte einen Inflationsrückgang auf 1,6% (im Vorjahresvergleich) zufolge, so dass die EZB ihren Leitzins wie allgemein erwartet um 50 Basispunkte gesenkt hat. Zurzeit wird über Quantitative Easing diskutiert. Die jüngsten Daten aus Japan signalisieren eine Depression. Da die Inflation erneut in eine Deflation übergeht und der Leitzins der Bank of Japan bereits Null beträgt, bleibt nur die neuerliche Einführung eines Quantitative Easing. Aus China kamen bessere Nachrichten. Nachdem die Regierung die Banken angehalten hatte, wieder Kredite zu vergeben, nahm die Geldmenge zu. Das Produzentenvertrauen stieg von seinem Tiefstand von 38,8 im November auf 49,0 im Februar. Die chinesische Wirtschaft ist zwar nicht groß genug, um die gesamte Weltkonjunktur wieder in Gang zu bringen, doch würde eine Erholung in China den anderen asiatischen Volkswirtschaften helfen. Joost van Leenders Investment Specialist - Asset Allocation joost.vanleenders@fortisinvestments.com
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Disclaimer: Diese Meldung ist keine Empfehlung zu einer Fondsanlage und keine individuelle Anlageberatung. Vor jeder Geldanlage in Fonds sollte man sich über Chancen und Risiken beraten und aufklären lassen. Der Wert von Anlagen sowie die mit ihnen erzielten Erträge können sowohl sinken als auch steigen. Unter Umständen erhalten Sie Ihren Anlagebetrag nicht in voller Höhe zurück. Die in diesem Kommentar enthaltenen Informationen stellen weder eine Anlageempfehlung noch ein Angebot oder eine Aufforderung zum Handel mit Anteilen an Wertpapieren oder Finanzinstrumenten dar.
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