05.02.2009
Solarenergie elektrisiert Investoren
Frankfurt am Main (ots) -
PwC-Studie zu Übernahmen im Bereich erneuerbarer Energien:
Investitionen in Solar-Beteiligungen haben sich 2008 vervierfacht /
M&A-Volumen in Europa blieb trotz Krise stabil
Die Solarenergiebranche rückt stärker in den Blickpunkt von
Energieversorgern und Finanzinvestoren. Zwischen 2007 und 2008 hat
sich der Gesamtwert der Fusionen und Beteiligungen (Mergers and
Acquisitions, M&A) im Solarbereich von 1,15 Milliarden US-Dollar auf
rund 5,36 Milliarden US-Dollar mehr als vervierfacht, wie die
Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft PricewaterhouseCoopers
(PwC) in der Studie "Renewables Deals 2008 - Annual Review"
berichtet.
Demgegenüber sank das Transaktionsvolumen im Bereich der
erneuerbaren Energien insgesamt von rund 43,42 Milliarden US-Dollar
im Jahr 2007 auf knapp 26,86 Milliarden US-Dollar. "Der deutliche
Rückgang des M&A-Volumens ist nicht nur auf die Finanzkrise, sondern
auch auf die wieder fallenden Ölpreise sowie die Unsicherheit über
die Ausrichtung der globalen Klimapolitik zurückzuführen. Für
Anbieter erneuerbarer Energien dürfte 2009 ein Schlüsseljahr werden.
Das weitere Wachstum der Branche hängt stark davon ab, ob sich die
Regierungen - insbesondere die der USA - auch in Zeiten der
Rezession auf Klimaschutzziele verpflichten lassen und die
alternative Energieerzeugung weiterhin subventionieren", kommentiert
Manfred Wiegand, der bei PwC weltweit für die
Energieversorgungsbranche verantwortlich ist.
Gegen den Trend verzeichnete Europa im vergangenen Jahr als
einzige Region einen Anstieg der M&A-Aktivitäten. Der Gesamtwert der
Transaktionen im Bereich erneuerbarer Energien erhöhte sich leicht
von rund 16,96 Milliarden US-Dollar auf 17,02 Milliarden US-Dollar,
die Zahl der Beteiligungen stieg von 76 auf 77. Demgegenüber sank das
M&A-Volumen in Nordamerika um 40 Prozent auf rund 6,27 Milliarden
US-Dollar und in der Region Asien-Pazifik sogar um 72 Prozent auf
rund 1,66 Milliarden US-Dollar. Damit entfielen 2008 auf die
europäische Branche annähernd zwei Drittel (63,5 Prozent) des
globalen Transaktionsvolumens.
Finanzinvestoren holen auf
Die Konsolidierung im Bereich der alternativen Energieerzeugung
wird maßgeblich von den großen Energieerzeugern und Finanzinvestoren
vorangetrieben. Im vergangenen Jahr traten Anbieter erneuerbarer
Energien zwar weltweit bei 30 Prozent der Transaktionen als Käufer in
Erscheinung, mit 4,17 Milliarden US-Dollar erreichte ihr Anteil am
M&A-Volumen aber nur 16 Prozent. Demgegenüber kauften die
Energieversorgungsunternehmen für 8,46 Milliarden US-Dollar ein und
verteidigten damit trotz des deutlichen Rückgangs gegenüber dem
Vorjahr (22,28 Milliarden US-Dollar) ihre Führungsposition.
Bemerkenswert ist das Abschneiden der Finanzinvestoren. Sie
beteiligten sich 2008 mit einer Summe von knapp 7,58 Milliarden
US-Dollar an Unternehmen der alternativen Energieerzeugung und
investierten damit kaum weniger als 2007 (7,67 Milliarden US-Dollar).
Technologie wird wichtiger
Zwar entfällt der Großteil des globalen M&A-Volumens auf
Übernahmen im Bereich der Energieerzeugung. Investitionen in
Technologieunternehmen gewinnen jedoch an Bedeutung. So fiel das
Transaktionsvolumen aus Beteiligungen an alternativen
Energieversorgern von 39,38 Milliarden US-Dollar im Jahr 2007 auf
21,55 Milliarden US-Dollar im vergangenen Jahr. Gleichzeitig stiegen
die Investitionen in Technologieunternehmen von knapp 4,04 Milliarden
US-Dollar auf 5,31 Milliarden US-Dollar. "Auch Unternehmen aus den
Bereichen traditioneller industrieller Produktion steigen
beispielsweise bei Photovoltaikunternehmen ein. Ein prominentes
Beispiel ist die Übernahme der ersol Solar Energy AG durch Bosch",
erläutert Rolf-Peter Stockmeyer, Partner und Leiter des
Kompetenzzentrums erneuerbare Energien bei PwC.
Portugal und Spanien im Brennpunkt
Die größte Bedeutung für den europäischen Beteiligungsmarkt hatten
2008 Ziele auf der iberischen Halbinsel. Auf Portugal entfielen rund
4,24 Milliarden US-Dollar (24,9 Prozent des Gesamtvolumens) und auf
Spanien 3,8 Milliarden US-Dollar (22,3 Prozent). Auf dem dritten und
vierten Rang folgten das Vereinigte Königreich mit einem
Übernahmevolumen von 3,19 Milliarden US-Dollar (18,7 Prozent) sowie
Deutschland mit 2,58 Milliarden US-Dollar (15,1 Prozent).
Europaweit entfiel der größte Teil des Transaktionsvolumens auf
Übernahmen im Bereich der Windenergie (13,2 Milliarden US-Dollar),
gefolgt von der Solarbranche (3,46 Milliarden US-Dollar). Die übrigen
Sektoren der alternativen Energieerzeugung (u.a. Wasserkraft und
Biotreibstoffe) spielten mit einem Anteil von zwei Prozent am
M&A-Gesamtwert lediglich eine untergeordnete Rolle.
Die Studie "Renewables Deals 2008 - Annual Review" erhalten Sie
als kostenlosen Download unter: www.pwc.de/de/renewables_2008
Redaktionshinweis:
Die PricewaterhouseCoopers AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft ist
in Deutschland mit 8.870 Mitarbeitern und einem Umsatzvolumen von
rund 1,47 Milliarden Euro eine der führenden Wirtschaftsprüfungs- und
Beratungsgesellschaften. An 28 Standorten arbeiten Experten für
nationale und internationale Mandanten jeder Größe. PwC bietet
Dienstleistungen an in den Bereichen Wirtschaftsprüfung und
prüfungsnahe Dienstleistungen (Assurance), Steuerberatung (Tax) sowie
in den Bereichen Transaktions-, Prozess- und Krisenberatung
(Advisory).
Originaltext: PwC PriceWaterhouseCoopers
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Quelle: news aktuell