26.01.2009
J.P. Morgan Asset Management: Neuer Präsident – neues Anlegerglück?
Köln, den 26.01.2009 (Investmentfonds.de) - Mit der Amtseinführung des neuen
US-Präsidenten Barack Obama halten die Experten von J.P. Morgan Asset Management
im ersten Quartal 2009 eine Bärenmarktrally in den Vereinigten Staaten für
möglich: „Die Konjunkturprogramme in den USA sollten sowohl den Konsum als auch
den Mittelstand unterstützen“, erläutert Christian Preussner, Experte für US-Aktien
bei J.P. Morgan Asset Management in Frankfurt. Zudem können die geplanten
Steuerentlastungen im aktuellen Umfeld wie eine indirekte Finanzierung wirken.
Obama werde auch versuchen, Schlüsselindustrien zu stärken, beispielsweise die
Autokonzerne oder die Zulieferindustrie. Nicht zuletzt seien umfangreiche
Infrastrukturinvestitionen geplant. Insgesamt sollen 3 Millionen Arbeitsplätze
gerettet oder geschaffen werden.
Preussner warnt allerdings vor überzogenen Hoffnungen auf eine Erholung. „Eine
mögliche Obama-Rally wird anhalten, solange die Konjunkturpakete greifen. Aber es
sind noch viele Herausforderungen zu meistern, bevor eine endgültige Trendwende
erreicht ist.“ So ist die größte Volkswirtschaft der Welt nach wie vor mit einem
sich stetig verschlechternden Makro-Umfeld konfrontiert. Beispielsweise hat sich
das Bruttoinlandsprodukt im Jahresvergleich per Ende des 3. Quartals 2008 nur
noch um 0,7 Prozent gesteigert – annualisiert lag dieses Quartal mit -0,5 Prozent
sogar im negativen Bereich. Auch der Häusermarkt hat noch keinen Boden gefunden:
Der Case Shiller Index, der die Entwicklung auf dem Markt für US-Wohnimmobilien
wiedergibt, wies bei der letzten Veröffentlichung Ende Dezember ein Minus von
18 Prozent im Vergleich zum Vorjahr aus – er sank den 17. Monat in Folge. Zudem
ist der Arbeitsmarkt schwach. Allein im letzten Monat sind mehr als 500.000
Arbeitsplätze abgebaut worden und die Arbeitslosigkeit liegt inzwischen bei
7,2 Prozent – das ist der höchste Stand seit 1993. Gleichzeitig geht die Inflation
angesichts sinkender Rohstoffpreise und geringerer Nachfrage kontinuierlich zurück:
Die Gesamtinflation betrug in den vergangenen 12 Monaten per Ende November 2008 nur
noch 1 Prozent.
Investoren brauchen starke Nerven
Anleger in US-Werte sollten sich noch auf einige turbulente Monate an den
Aktienmärkten gefasst machen: „Die nächste Zeit bleibt spannend“, unterstreicht
Preussner. „Über alle Branchen hinweg sind weitere Gewinnrevisionen zu erwarten,
nachdem die Berichtssaison in der letzten Woche sehr schwach eröffnet hat.“ Nach
Meinung des Aktienexperten zeigt sich an den aktuellen Entwicklungen deutlich, dass
bereits ein starkes Deleveraging, also ein Abbau von Kreditrisiken, bei den Banken
stattgefunden hat. Ein Trend, der weiterhin anhält, so dass Kredite weiterhin
restriktiv vergeben werden. Nun findet auch ein Deleveraging auf Seite der
Unternehmen statt: Sie bauen Lagerbestände ab, produzieren weniger und haben einen
entsprechend reduzierten Beschäftigungsbedarf. Diese Abwärtsspirale könnte nun im
Zuge der langsamen Entspannung an den Geldmärkten wieder aufgehalten und sogar
umgekehrt werden: Die Libor-Spreads haben sich seit Oktober 2008 wieder halbiert.
Dies macht die Finanzierung für die Unternehmen wieder günstiger. Parallel sinken
die Staatsanleihenrenditen. Außerdem profitieren US-Aktien nach wie vor vom Export
nach Asien und Lateinamerika. „Auch wenn sich das Wachstum in diesen Volkswirtschaften
ebenfalls abschwächt, wachsen sie nach wie vor – für China wird beispielsweise ein
Wachstum von 7,5 Prozent für 2009 erwartet“, betont Preussner.
Aktienbewertung und Dividendenrenditen attraktiv
Wann sich die US-Wirtschaft wieder stabilisiert oder gar wieder wächst, lässt sich
allerdings nur schwer vorhersagen. „Ob es im zweiten Halbjahr 2009 bereits wieder
aufwärts geht, wie viele Experten zum Jahreswechsel prognostizierten, ist keineswegs
sicher“, gibt US-Spezialist Preussner zu bedenken. Aber in der Regel sollten sich die
Aktienmärkte deutlich vor der Wirtschaft erholen. Und viele Volkswirte sowie
Marktstrategen gehen davon aus, dass die USA aufgrund der tiefgreifenden Maßnahmen
der Fed und des US-Finanzministeriums als erste Volkswirtschaft eine Erholung
verzeichnen sollte. Der US-Aktienmarkt kann deshalb Anlegern, die bereit sind,
sich der kurzfristigen Volatilität auszusetzen, bei entsprechendem Anlagehorizont
attraktive Anlagechancen bieten. Nach dem Einbruch der Märkte im Jahr 2008 sind die
Bewertungen gemessen an vielen Kennzahlen inzwischen äußerst attraktiv: So nähern
sich die Kurs-Gewinn-Verhältnisse ihren historischen Tiefständen – beispielsweise
lag zum Jahresende 2008 das KGV des S&P-Index basierend auf den Gewinnschätzungen
für die nächsten 12 Monaten bei 11,5. Nicht zuletzt stellen sich zudem die
Dividendenrenditen angesichts der sinkenden Zinsen derzeit attraktiv dar.
Preussner nennt weitere Argumente, weshalb es sich lohnen könnte, wieder in US-Aktien
zu investieren: Der US-Aktienmarkt konnte in der Vergangenheit nach jedem Abschwung
wieder kräftige Renditen erzielen. Der S&P 500, der nach dem Platzen der Technologie-Blase
von 2000 bis 2002 insgesamt 38 Prozent verlor, kletterte von 2003 bis 2007 wieder um
ganze 83 Prozent. Und dies ist kein Einzelfall: In den Jahren 1929 bis 1932 gab der
S&P 500 infolge der Großen Depression um 65 Prozent nach, stieg jedoch zwischen 1933
und 1936 wieder um 190 Prozent an (Quelle: S&P, Factset, J.P. Morgan). „Diese
Erholungsphasen können sehr deutlich sein und treten recht plötzlich auf“, erläutert
der US-Experte. Oder, wie Warren Buffet treffend formuliert: „Der Markt wird zulegen,
vielleicht sogar sehr deutlich, lange bevor sich Stimmung und Wirtschaft erholen.
Wenn du die Lerchen hörst, ist der Frühling vorbei.“ Preussners Fazit: Ungeachtet der
Bewertungen ist eine nachhaltige Aktienrally sicherlich nur möglich, wenn sich die
Anlegerstimmung aufhellt. Auf kurze Sicht gibt es zahlreiche potenzielle Impulsgeber,
die eine solche Erholung unterstützen könnten, allen voran der Präsidentschaftswechsel
in den USA.
Bewertungsgefälle nutzen
Laut Tom Luddy, Fondsmanager für US Large Caps bei J.P. Morgan Asset Management in
New York, deuten die unternehmenseigenen Bewertungsinstrumente ebenfalls auf attraktive
Anlagegelegenheiten am US-Aktienmarkt hin. „Wir können natürlich nicht voraussagen,
wann die erhöhte Volatilität enden wird. Wir beobachten jedoch, dass viele Anleger in
diesem Umfeld risikoreichere Anlagen meiden und stattdessen sicherere, stabilere Aktien
mit niedrigerem Gewinnrisiko bevorzugen. Die Kurse dieser ‚sicheren’ Aktien sind
entsprechend angezogen, wodurch ein beträchtliches Bewertungsgefälle zwischen
teuren ‚sicheren’ Aktien und günstigen ‚risikoreichen’ Titeln entstanden ist. Unserer
Ansicht nach sprechen die Bewertungen jetzt dafür, das Risiko nach und nach zu erhöhen.“
Die umfangreichen Ressourcen von J.P. Morgan Asset Management für US-Aktienanlagen
stellen einen entscheidenden Vorteil bei der Identifizierung von Unternehmen dar, die
ein langfristiges Kapitalwachstum bieten können, sobald die Markterholung einsetzt.
Die Gesellschaft kann auf das langjährige Know-how von 44 Analysten zurückgreifen, die
auf den US-Markt spezialisiert sind. Dies ermöglicht ein umfassendes, langjähriges
Research der Unternehmen im Anlageuniversum, das sich in wertvollen Anlageeinschätzungen
niederschlägt. Dieses hausinterne Research nutzt Tom Luddy für den JPM US Select
Equity Fund, um die attraktivsten Aktien für das Portfolio zu selektieren.
Quelle: Investmentfonds.de