01.12.2007
Fidelity Umfrage: Abgeltungssteuer trifft Frauen unvorbereitet
Köln, den 01.12.2007 (Investmentfonds.de) - Kronberg im Taunus, 29. November 2007 -
Die Abgeltungssteuer kann erhebliche Auswirkungen auf die Versorgung von Frauen
im Ruhestand haben. Dennoch weiß nicht einmal jede zehnte Anlegerin, was mit der
neuen Gesetzgebung auf sie zukommt. Von den informierten Anlegerinnen wollen 42
Prozent nach dem Inkrafttreten der Steuer zum 01. Januar 2009 überschüssiges Geld
lieber ausgeben als es anzulegen. Bei Männern liegt dieser Anteil nur bei 25 Prozent,
wie eine repräsentative Umfrage im Auftrag von Fidelity International zeigt.
Nur 8 Prozent der Frauen mit einem Wertpapierdepot (Männer: 19 Prozent) wissen,
was mit dem Begriff Abgeltungssteuer gemeint ist. Auf Zinsen, Dividenden sowie
Kursgewinne beim Verkauf von Wertpapieren wie etwa Aktien oder Fonds wird ab 2009
ein einheitlicher Satz von 25 Prozent plus Solidaritätszuschlag und gegebenenfalls
Kirchensteuer fällig. Insbesondere bei Kursgewinnen stellt dies einen Einschnitt
dar, da sie bislang nach einer einjährigen Spekulationsfrist steuerfrei sind.
Kursgewinne bleiben (nach Ablauf der Spekulationsfrist) nur dann steuerfrei, wenn
die Investments vor dem 31. Dezember 2008 erfolgen.
"Die enormen Wissenslücken bei Anlegerinnen sind besorgniserregend. Denn nur wer
die Folgen der Abgeltungssteuer kennt, kann richtig reagieren: Anlegerinnen sollten -
wie alle Bundesbürger - bis Ende 2008 ihre Geldanlagestrategie überprüfen und ihren
persönlichen Vermögensaufbau gegebenenfalls neu ausrichten", sagte Alfred Strebel,
Sprecher der Geschäftsleitung von Fidelity International in Deutschland.
Trugschluss: Abgeltungssteuer betrifft nur Reiche
Vielen Frauen ist noch nicht in ausreichendem Maß klar, dass die Abgeltungssteuer
ihren persönlichen Vermögensaufbau beeinflusst. 18 Prozent der Anlegerinnen
(Männer: 11 Prozent) denken, dass die neue Gesetzgebung nur besonders reiche
Menschen betreffe - ein Trugschluss. Denn alle Anleger müssen zukünftig 25 Prozent
ihrer Gewinne aus Wertpapieren an den Fiskus abtreten - unabhängig von der Höhe
ihres Vermögens. Steuerfrei sind nur noch Einkünfte unterhalb des Pauschbetrags
von 801 Euro für Ledige und 1.602 Euro für Verheiratete.
Erschwerend für eine erfolgreiche Altersvorsorge bei Frauen wirkt neben den Wissens-
lücken, dass sie im Schnitt weniger verdienen und aufgrund von Erziehungs- oder
Betreuungszeiten oft auf weniger Beitragsjahre kommen. Beides zusammen führt zu
niedrigeren Renten als bei Männern. "Frauen müssen in Zukunft noch gezielter über
Rentenlücken und Vorsorgemöglichkeiten informiert werden. Fidelity beteiligt sich
bereits an der nötigen Aufklärungsarbeit und wird sein Engagement künftig unter
Einsatz verschiedenster Informationsangebote und Medien weiter verstärken", so
Strebel.
Sorgfalt bei Auswahl eines Finanzberaters nötig
Bei der Umschichtung von Wertpapieren haben Finanzberater großen Einfluss. Männer
wie Frauen müssen viel Sorgfalt darauf verwenden, einen für sie geeigneten Berater
zu finden. Bei den Anlegerinnen zeigt sich eine stärkere Neigung, Anlageentscheidungen
zu delegieren. Sie vertrauen noch stärker auf den Rat von Finanzprofis als Männer. Im
Vergleich dazu lassen sich Männer dafür deutlich stärker von Freunden und Bekannten
sowie von Werbung beeinflussen. Für die befragten Frauen hat Werbung dagegen keinerlei
Relevanz.
Rund drei Viertel der Befragten beider Geschlechter, die den Begriff Abgeltungssteuer
kennen, wollen künftig stärker auf Gebühren achten. Fast 70 Prozent der Anlegerinnen
planen, ihre persönliche Anlagestrategie noch vor Inkrafttreten der neuen Steuer zu
überprüfen - gegenüber 62 Prozent der männlichen Anleger. Ganz vom Umschichten wollen
sich allerdings weder Frauen noch Männer künftig abhalten lassen: Nur 18 Prozent der
weiblichen und 16 Prozent der männlichen Anleger, die schon von der Abgeltungssteuer
gehört haben, wollen künftig möglichst darauf verzichten.
Im Rahmen der Studie befragte das Meinungsforschungsinstitut TNS Infratest Finanz-
forschung im Auftrag von Fidelity International eine repräsentative Gruppe von 500
Wertpapierbesitzern über 18 Jahren. Erhebungszeitraum war September 2007.
Quelle: Investmentfonds.de