27.11.2007
Fidelity Investment (DE) - Chinesische Wirtschaftsgiganten erobern die Börsen
Köln, den 27.11.2007 (Investmentfonds.de) - Chinesische Wirtschaftsgiganten
erobern die Börsen
Kronberg im Taunus, 27. November 2007 - In immer mehr Branchen erreichen chinesi-
sche Unternehmen Spitzenplätze innerhalb der Top 10 nach Börsenwert, wie eine Ana-
lyse von Fidelity International anhand aktueller Daten des Indexanbieters MSCI
Barra zeigt. Viele chinesische Titel sind gemessen an den erwarteten Gewinnen zwar
teurer als vergleichbare westliche Werte, bieten dafür aber interessante Wachstums-
perspektiven.
obwohl erst 88 der 2.690 Unternehmen im MSCI Welt Index aus China kommen, gehören
viele von ihnen zu den wertvollsten Firmen. In den Branchen Mobilfunk, Banken,
Lebensversicherungen, Immobilien, Öl und Gas sowie Forstwirtschaft und Papier haben
sich chinesische Gesellschaften unter die besten zehn Unternehmen nach Marktkapital-
isierung vorgeschoben.
Einen erfolgreichen Börsengang erlebte das chinesische Unternehmen Petrochina in
diesem Monat in Schanghai. Durch den mit mehr als 8,9 Milliarden US-Dollar Erlös
bisher größten Börsengang auf dem chinesischen Festland erreichte der Öl- und Gas-
produzent von Beginn an einen Marktwert von mehr als 996 Milliarden US Dollar -
mehr als doppelt so viel wie Exxon Mobil, das bislang wertvollste Unternehmen der
Welt. Vergleicht man diese Marktkapitalisierung mit den Daten von MSCI Barra zum Ende
des vergangenen Monats, würde sich PetroChina als größtes Unternehmen von Platz 20
direkt an die Spitze der Liste setzen. Aber auch in anderen Branchen liegen chinesische
Unternehmen vorne: Aus der Volksrepublik kommen auch die nach Börsenwert größte Bank
(China Construction Bank) und das größte Mobilfunkunternehmen (China Mobile).
Zur Jahrtausendwende gehörten erst zwei chinesische Firmen in ihren jeweiligen Branchen
zu den zehn Börsen-Schwergewichten: China Mobile und der Industriekonzern Citic Pacific.
Seitdem gab es eine Welle von chinesischen Börsengängen. Allein 2007 gingen an den
chinesischen Festlandbörsen in Schanghai und Shenzhen 114 Gesellschaften aufs Parkett
sowie 80 weitere in Hongkong. Dadurch stehen weitere Firmen aus den Branchen Rohstoffe,
Transport, Maschinenbau und Industrie an der Schwelle zu einer weltweiten Spitzenplatz-
ierung.
Nicht wenige dieser Werte sind im Vergleich zu ihren westlichen Unternehmen hoch be-
wertet. Alle Aktien von China Mobile waren zum 06.11.2007 406 Milliarden US-Dollar
wert. Damit kosten die Papiere das 25,6-fache der für 2008 prognostizierten Gewinne.
Das Kurs/Gewinn-Verhältnis (KGV) des nächst kleineren Anbieters Vodafone aus Großbritan-
nien beträgt nur 15,8. In anderen Branchen sind die KGVs chinesischer Vertreter ähnlich
hoch: Bei der China Construction Bank (Börsenwert: 250 Milliarden US-Dollar) beträgt
das KGV 18,6 im Vergleich zu 11,1 bei der britischen HSBC und 9,4 bei der US-amerika-
nischen Bank of America.
"Der Preis einiger chinesischer Unternehmen ist verglichen mit ihren westlichen Wettbe-
werbern zurzeit sehr hoch. Die Ursache hierfür liegt in der enormen Aktiennachfrage
chinesischer Anleger, die nicht einmal durch die großen Aktienplatzierungen der letz-
ten Zeit gedeckt wurde", sagte Martha Wang, Fondsmanagerin des Fidelity Funds - China
Focus Fund (ISIN LU0173614495). Die Bewertungsunterschiede zwischen chinesischen und
westlichen Unternehmen erfordern eine gezielte Einzeltitelauswahl, um Investitionen
in zu stark überbewertete Gesellschaften zu vermeiden. Über einen längeren Zeitraum
bieten viele chinesische Unternehmen herausragende Entwicklungschancen, so Wang.
Quelle: Investmentfonds.de