Fr.Templeton: Garantien- Langfristig zu teuer erkauft
Stress-Test: Produkte mit Garantie gegen Produkte ohne Garantie
Warum greifen Privatanleger überhaupt zu Garantieprodukten? Nach den Erkenntnissen
des Frankfurter Finanzwissenschaftlers fürchten sie vor allem zwei Dinge: Einen
plötzlichen Börsencrash, der ihr Vermögen vernichtet. Oder, nach langen Jahren des
kontinuierlichen Ansparens, das unaufhaltsame Abschmelzen ihrer Wertzuwächse durch
ungünstige Kursverläufe.
Wystup ermittelte zunächst die wichtigsten Anlageformen mit und ohne Garantie. Nach
dem Grad der Garantie ließen sich drei Typen von Garantieprodukten definieren, die
zusammen rund 90 Prozent des Marktes abdecken. Eingang in die Studie fanden
Garantieprodukte vom Bonus-, Performance- und CPPI-Typ. Als denkbare Alternative
wurden zusätzlich Produkte vom Discount-Typ in die Betrachtung mit einbezogen.
Diesen Produkten stellte Wystup vier klassische Fonds ohne jede Absicherung oder
Garantie gegenüber – neben dem Aktienfonds Templeton Growth Fund, Inc. drei weitere
in den USA zugelassene Franklin Templeton-Fonds, die aufgrund ihres langen Trackrecords
für die Studie ausgewählt wurden. Dann untersuchte er anhand historischer Zeitreihen
und Simulationen die Chancen und Risiken der jeweiligen Produkte in verschiedenen
Stress-Szenarien. Als Datenbasis für die Prognose diente die historische Entwicklung
des DAX.
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„Gäbe es keine Crashs“, so Wystup, „wären die Renditen an der Börse weitgehend
normalverteilt, das heißt, zu jedem Zeitpunkt in statistisch vorhersehbarem Ausmaß über
oder unter der Durchschnittsrendite. Es sind die Crashs, die Renditen unnormal machen.“
Für den Renditevergleich stützte sich der Frankfurter Wissenschaftler auf das Merton
Jump-Diffusion Modell. Dabei handelt es sich um ein marktübliches Modell zur Simulation
von Preisentwicklungen, das ausdrücklich Crash-Szenarien zulässt. Um die unterschiedlichen
Kosten der Produkte in den Griff zu bekommen, nahm man der Einfachheit halber an, dass
für alle eine einheitliche jährliche Managementgebühr von 1,6 Prozent des Kurswerts
erhoben wird.
Drei Szenarien untersucht: Glücksfall, Normalfall und Unglücksfall
Unter Anwendung der Szenario-Technik untersuchte Wystup dann drei mögliche Stress-
Szenarien: den Glücksfall, den Normalfall und den Unglücksfall. Der Normalfall entspricht
dabei den historischen Zeitreihen des DAX.
Dabei ermittelte der Frankfurter Wissenschaftler eine durchschnittliche Sprunghöhe
von -0,87 Prozent. Davon war er zunächst selbst überrascht: „Man glaubt es zuerst nicht,
aber es ist tatsächlich so: dramatischer fallen die Kurse im Durchschnitt nicht.“ Das
Börsengeschehen verläuft also auf lange Sicht betrachtet sehr viel positiver als es
von vielen Privatanlegern in Deutschland erwartet und wahrgenommen wird.
Zur Simulation des Unglücksfalles erhöhte Wystup die Zahl Crashs bzw. Sprünge (als
Kurssprung definierte er die oberen und unteren 5 Prozent der größten monatlichen
Kursschwankungen) von den im Normalfall beobachteten 1,2 auf 2 Sprünge und die
durchschnittliche Volatilität der Renditen von den im Normalfall beobachteten 17,24%
auf 27%. Daneben senkte er auch die durchschnittliche Rendite sowie die durchschnittliche
Dividende gegenüber dem Normalfall. Für den Glücksfall nahm Wystup gegenüber dem
Normalfall dagegen eine um 2,23% höhere Rendite an und ließ alle anderen Parameter
unverändert.
Das Fazit: Weniger Angst – mehr Rendite
Das Resultat der anschließenden Computersimulation war eindeutig: Mochten sich
Garantieprodukte über einen kurzen Zeitraum von fünf Jahren noch rechnen, überstieg
die Renditeeinbuße auf lange Sicht deutlich ihren Nutzen. Nach 25 Jahren schnitten
die Fonds ohne Garantie in jedem Szenario mit Abstand besser ab. „Wer für sein Alter
vorsorgen will, fährt mit Wertpapiersparen ohne Garantie am besten – wenn er nur früh
genug anfängt und dabei bleibt“, fasst Reinhard Berben, Geschäftsführer der Franklin
Templeton Investment Services GmbH, die Ergebnisse zusammen.
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Disclaimer: Diese Meldung ist keine Empfehlung zu einer Fondsanlage und keine individuelle Anlageberatung. Vor jeder Geldanlage in Fonds sollte man sich über Chancen und Risiken beraten und aufklären lassen. Der Wert von Anlagen sowie die mit ihnen erzielten Erträge können sowohl sinken als auch steigen. Unter Umständen erhalten Sie Ihren Anlagebetrag nicht in voller Höhe zurück. Die in diesem Kommentar enthaltenen Informationen stellen weder eine Anlageempfehlung noch ein Angebot oder eine Aufforderung zum Handel mit Anteilen an Wertpapieren oder Finanzinstrumenten dar.
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