13.10.2007
Franklin Templeton Investments: Globales Investment: Anleihen
Köln, den 13.10.2007 (Investmentfonds.de) - Alpha-Quellen auf lokalen Rentenmärkten
Die Optionen für Renteninvestoren, die sich einst auf die Rentenmärkte der Industrieländer
und eine kleine Auswahl an Währungen beschränkten, beinhalten heute neue Instrumente,
die ein stärker spezialisiertes Engagement ermöglichen. Zu konkreten Beispielen
dafür zählen die vormals „exotischen“ asiatischen Währungen, länger laufende
mexikanische Anleihen und Unternehmensanleihen aus Schwellenländern, die mehr
Rendite abwerfen als Regierungsanleihen. Mehrere Faktoren sollten zur laufenden
Generierung von Wert auf den globalen Märkten beitragen. An erster Stelle stehen
dabei die Erstarkung und Vertiefung der lokalen Rentenmärkte, die mittlerweile effizienter
arbeiten und für Investoren in aller Welt zugänglicher sind. Die Zahl der Länder,
die ihre Märkte öffnen, nimmt zu. Brasilien hat das bereits 2006 getan, Indien ist gerade
dabei und China dürfte mit ziemlicher Sicherheit in den kommenden Jahren folgen.
Zweitens könnten ein günstiges globales Wachstumsszenario und das anhaltende,
historisch hohe US-Leistungsbilanzdefizit zumindest US-Dollar-Investoren attraktive
Erträge auf den Währungsmärkten bescheren. Drittens schließlich haben viele Entwicklungs-
länder ihre makroökonomischen Fundamentaldaten verbessert, indem sie
eine solidere Währungs- und Haushaltspolitikumsetzten, erhebliche Devisenreserven
anhäuften und ihre Abhängigkeit von einem einzigen Exportmarkt reduzierten.
Schwellenländerschuldtitel haben sich zur eigenen Anlagekategorie entwickelt. Noch
vor zehn Jahren handelte es sich dabei fast ausschließlich um hoch verschuldete
Länder mit festen oder gekoppelten Wechselkursen und den typischen „Boom-and-
Bust“-Zyklen. Ferner tummelten sich in diesem Segment überwiegend spekulative
Investoren, die mit hohem Fremdkapitaleinsatz arbeiteten. Heute hat sich die Bonität
verbessert und es fließt mehr echtes Geld.
Eine weitere Veränderung zum Positiven besteht in der steigenden Anzahl von Ländern,
die inzwischen langfristige Anleihen in ihren heimischen Währungen begeben
können. Die Emittenten haben dadurch die Möglichkeit, ihren Bedarf an Ausleihungen
besser anzupassen, statt wie bisher auf Schuldtitel in ausländischen Währungen
zurückgreifen zu müssen, bei denen sich eine Abwertung der Lokalwährung negativ
auf die Zahlungsfähigkeit auswirkt. Auf Lokalwährungen lautende Instrumente
sind heute stark gefragt, da die Investoren sie ihrer höheren Renditen wegen bevorzugen.
Ein weiterer Faktor, den es zu berücksichtigen gilt, ist die historisch schwache
Korrelation zwischen Anleihen in lokalen und harten Währungen. Die Aufnahme auf
Lokalwährungen lautender Anleihen in ein Portfolio verbessert dessen Ertragspotenzial,
ohne das Risikoprofil nennenswert zu verschlechtern oder die Volatilität zu
steigern. Solche Anleihen korrelieren sogar noch geringer mit traditionellen Anlagekatego-
rien als auf harte Währungen lautende und bieten daher die Chance,
die Gesamteffizienz eines Portfolios zu erhöhen.
Unsere Argumente für ein Engagement in Schwellenländeranleihen
stützen sich ferner auf unsere Überzeugung, dass die fundamentalen Verbesserungen auf diesen Märkten Teil eines langfristigen, anhaltenden Trends sind. Im Gegensatz zu
den Spannen von Unternehmensanleihen, die sich nach Konjunkturzyklen
und Ausfallzyklen richten, werden die Spannen von Schwellenländerschuldtiteln
aufgrund der maßgeblichen Paradigmenverschiebung in den letzten Jahrzehnten
wohl eher nicht auf ihr historisches Mittel zurückfallen. Die Volkswirtschaften
sind allem Anschein nach besser gegen Krisen gerüstet als noch vor fünf Jahren.
Die Ängste um die US-Kreditmärkte wirkten unlängst global als aussagekräftige
Belastungsprobe für festverzinsliche Anlagen.
Diese Phase beträchtlicher Marktturbulenzen bewirkte auf manchen lokalen
Rentenmärkten einen Anstieg der Renditen– selbst in Ländern, die mit den Problemen
auf dem US-Subprime-Markt wenig zu tun hatten. Ansteckungseffekte und Risikoscheu
erklären diese Entwicklung und werden in der Regel eher durch psychologische
Voreingenommenheit ausgelöst als durch fundamentale Veränderungen. Daraus
ergeben sich Gelegenheiten zur Nutzung von Marktineffizienzen. Während die Volatilität
zugenommen hat, ist die längerfristige Wertentwicklung intakt geblieben.
Quelle: Investmentfonds.de