11.10.2007
Fidelity: Auf Börsenweisheiten ist meist kein Verlass
Köln, den 11.10.2007 (Investmentfonds.de) - Das Befolgen vermeintlicher Börsenweisheiten
ist bei Aktieninvestments riskant. Ein Beispiel hierfür ist der häufig zitierte Spruch
"Sell in May and go away - but remember to come back in September" ("Verkaufe im Mai,
aber denke daran, im September wieder zurück zu kommen"). Nach einer Berechnung von
Fidelity International lag der Deutsche Aktienindex DAX seit 1992 im Zeitraum von Mai
bis September acht Mal im Plus - und ebenso oft im Minus.
Hektisches Handeln lohnt sich nicht, sondern verursacht Kosten und erhöht die Gefahr,
Gewinne zu verpassen. Die Schwankungen im Zuge der US-Hypothekenkrise bringen dennoch
viele Anleger in Versuchung, kurzfristig zu agieren. Sie wollen bei fallenden Kursen
ihre Anteile abstoßen und bei niedrigen Notierungen wieder investieren. Dieses so
genannte Market Timing führt allerdings nur in den seltensten Fällen zum Erfolg, weil
der Zeitpunkt der größten Kurssteigerungen nicht vorhersehbar ist.
Selbst im turbulenten Börsenjahr 2007 hätte sich ein Ausstieg aus dem deutschen
Aktienmarkt im Mai und eine erneute Investition Mitte September nicht gelohnt. Gemessen
am DAX wäre Anlegern durch die vorübergehende Auszeit sogar eine Wertentwicklung von
0,55 Prozent entgangen. "Nicht der Zeitpunkt, sondern die Zeit ist der Schlüssel zur
Rendite. Der sicherste Weg zum Anlageerfolg liegt deshalb darin, langfristig zu
investieren und sich trotz vorübergehender Marktschwankungen nicht zu kurzfristigen
Handlungen verleiten zu lassen", sagte Alfred Strebel, Sprecher der Geschäftsleitung
von Fidelity International in Deutschland.
Wie die Berechnung durch Fidelity zeigt, stieg der DAX in den 16 untersuchten Jahren
zwischen Mai und September mehrmals besonders stark. In den Jahren 1993, 1995, 1997,
2003 und 2005 war die Wertentwicklung sogar jeweils zweistellig. Verluste gab es
dagegen in den Sommermonaten 2001 und 2002, den Jahren nach dem Platzen der Techno-
logieblase.
"Anleger erreichen ihre finanziellen Ziele am sichersten, wenn sie an ihren langfris-
tigen Strategien festhalten", so Strebel. Angst ist dagegen der schlechteste Ratgeber,
um auf das Börsengeschehen zu reagieren. Die eigentliche Gefahr für Anleger ist, nicht
am Markt engagiert zu sein. Das geringere Risiko sind dagegen die Kursschwankungen an
den Wertpapiermärkten.
Durch das Market Timing setzen Anleger nicht nur ihre Rendite aufs Spiel, sondern
verursachen auch Kosten, die die möglichen Gewinne wieder aufzehren. Verkäufe von
Fondsanteilen können unter Umständen steuerlich relevant sein. Zudem fallen in der
Regel bei jeder Transaktion Umschichtungsgebühren sowie Ausgabeaufschläge an.
Quelle: Investmentfonds.de