28.09.2007
Bankenverband: Mehr Delikte erfasst - Warnsignale beachten
Köln, den 28.09.2007 (Investmentfonds.de) - Der Betrug mit Kapitalanlagen boomt: Die
erfassten Beteiligungs- und Kapitalanlagebetrugsdelikte sind nach Angaben des
Bundeskriminalamtes (BKA) von 2005 auf 2006 um knapp 70 % auf 18.115 gestiegen. Der
dabei entstandene Gesamtschaden erreichte rund 500 Mio €. Allerdings ist dies nur die
Spitze des Eisbergs: Die Dunkelziffer der nicht erfassten Fälle liegt weitaus höher.
Viele Geschädigte melden den Betrug nicht bei der Polizei.
Unter Verdacht geraten und angezeigt, hatten Geldanlagebetrüger 2006 in Deutschland
schlechte Karten: Während allgemeine Betrugsfälle nach Angaben des BKA zu 84 % aufgeklärt
wurden, konnten die polizeilichen Fahnder nahezu alle erfassten Anlagebetrugsdelikte
aufdecken (99,6 %). Die geprellten Anleger allerdings sahen ihr Geld oft nicht wieder.
Um sich zu schützen, sollten Anleger deutliche Warnsignale beachten:
Telefonkontakt: Obwohl gesetzlich verboten, nehmen viele unseriöse Anbieter den
Erstkontakt zum Kunden per Telefon auf. Hier gilt: Nicht auf ein Gespräch einlassen.
Gewinnversprechen: Astronomische Renditen verleiten den Anleger zu übereilten und
unbedachten Entscheidungen, die zum Verlust des eingesetzten Kapitals führen können.
Als Faustregel gilt: Je höher das Gewinnversprechen, desto größer das Verlustrisiko.
Renditegarantien im zweistelligen Prozentbereich sind definitiv unseriös.
Provisionsregelungen: Hohe Provisionsforderungen sprechen dafür, dass der „Anlage-
spezialist“ eher den eigenen Gewinn als den des Kunden im Sinn hat. Zeigt sich, dass
Provisionen verschleiert oder falsch ausgewiesen sind, unbedingt die Finger von der
Offerte lassen.
Auslandsadressen: Haben Vertragspartner oder Vermittler ihren Geschäftssitz in exo-
tischen Ländern, können geschädigte Kunden rechtliche Ansprüche nur schwer durchsetzen.
Die Werbung mit ausländischen Steueroasen ist oft nur ein Köder für gutgläubige Sparer.
Zeitdruck: Häufig setzen unseriöse Finanzberater Anleger mit dem Argument unter Druck,
nur ein sofortiger Entschluss garantiere Spitzengewinne. Damit soll verhindert werden,
dass man das Angebot sorgfältig prüfen kann. Doch die Erfahrung zeigt: Übereilte
Entscheidungen werden oft bereut.
Folgegeschäfte: Nach einem ersten lukrativen Geschäft mit geringem Kapitaleinsatz
unterbreiten die vermeintlichen Geldprofis dem Kunden ein neues Angebot, allerdings
unter Einsatz einer erheblich größeren Anlagesumme. Auch hier gilt: Nicht auf solche
Angebote einlassen.
Wer auf einen Anlagebetrüger hereingefallen ist, sollte umgehend eine Anzeige bei der
Polizei erstatten.
Quelle: Investmentfonds.de