12.09.2007
Studie zum Anlegerverhalten im dritten Quartal 2007
Köln, den 12.09.2007 (Investmentfonds.de)
• Aktienmärkte: Positive Stimmung flaut etwas ab
• Euro: Leicht sinkendes Vertrauen in die europäische Gemeinschaftswährung
• Gesamtwirtschaft: Anzahl der Optimisten sinkt
• Persönliche Lage: Die Mehrheit erwartet keine Veränderung
• Anlegerstimmung und Marktentwicklung in positivem Einklang
Der Stimmungsaufschwung in Deutschland hat im dritten Quartal dieses Jahres an Schwung
verloren. Nur noch 38 Prozent der Bevölkerung gehen von steigenden Aktienmärkten auf Sicht
von sechs Monaten aus und damit ein Viertel weniger als im Vorquartal. Die Anzahl der
Befragten, die mit fallenden Aktienmärkten rechnen, ist auf 19 Prozent gestiegen. Dies
geht aus einer Umfrage von Union Investment zum Anlegerverhalten im dritten Quartal
2007 hervor.
Trotz des leicht gesunkenen Vertrauens in die europäische Gemeinschaftswährung
erwartet die Mehrheit noch immer eine konstante oder leicht ansteigende Entwicklung des
Euro, aber auch der Zinsen. Bei der Einschätzung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung
ist die größte Dynamik zu erkennen: Nur noch 35 Prozent der Bundesbürger erwarten eine
Verbesserung, im Vergleich zum zweiten Quartal eine Abnahme von 24 Prozentpunkten.
Die Beurteilung der eigenen finanziellen Situation auf Sicht von sechs Monaten hat sich
kaum verändert: Mehr als die Hälfte der Befragten (57 Prozent) gehen weder von einer
Verbesserung noch von einer Verschlechterung aus. Insgesamt sind die Einschätzungen
der Bevölkerung mit der Marktentwicklung im Einklang. Auch wenn sich die Stimmung
etwas eingetrübt hat, zeigt die Mehrheit weiterhin kaum Handlungsabsichten. Es zeigt sich
aber, dass ein größerer Teil der Befragten noch sehr unentschlossen darüber ist, welche
Konsequenzen aus den eigenen Einschätzungen gezogen werden sollen.
Seit Anfang 2001 lässt Union Investment durch das Marktforschungsinstitut Forsa
quartalsweise eine Erhebung zum Anlegerverhalten durchführen. Befragt werden 500
Finanzentscheider in privaten Haushalten im Alter von 20 bis 59 Jahren, die mindestens
eine Geldanlage besitzen. Die aktuelle Befragung für das dritte Quartal 2007 fand in der
Zeit vom 1. bis 8. August statt. (Bei Umfragewerten, die sich nicht zu hundert Prozent
addieren, gibt die Differenz den Anteil der unschlüssigen Befragten an.)
Aktienmärkte: Positive Stimmung flaut etwas ab
Das Vertrauen in die Aktienmärkte hat bei der Gesamtbevölkerung abgenommen:
Erwartungsvoll blicken nur noch 38 Prozent in die Zukunft, während 19 Prozent
pessimistisch (leicht oder stark fallende Aktienmärkte) eingestellt sind. Auffällig ist
die gestiegene Anzahl der Befragten, die unentschlossen über die künftige
Aktienmarktentwicklung sind: Sie erreicht mit 17 Prozent den höchsten Stand seit
Beginn der Erhebung. Bei genauer Betrachtung wird deutlich, dass die deutschen
Fonds- und Aktienanleger (44 / 41 Prozent) aber etwas optimistischer sind als die
Gesamtheit der Befragten, was die Entwicklung der Aktienmärkte betrifft, und dass
Frauen (32 Prozent) nicht ganz so positiv eingestellt sind wie Männer (42 Prozent).
Leichte Verunsicherung bei der Geldanlage in Aktien- und Aktienfonds
Auffallend ist, dass die pessimistischeren Erwartungen an die Aktienmärkte nicht in Taten
umgesetzt werden: Der Anteil der Befragten, die keine Konsequenzen ziehen (71 Prozent),
hat sich im Vergleich zum Vorquartal nur minimal verändert. Zu erkennen ist allerdings,
dass die Anzahl derjenigen, die nicht wissen, welche Anlageentscheidungen sie aufgrund
ihrer Aktienmarkteinschätzung treffen sollen, gestiegen ist. Bei den Nicht-Besitzern von
Aktien oder Aktienfonds hat sich der Anteil mit 19 Prozent mehr als verdoppelt.
Euro: Leicht sinkendes Vertrauen in die europäische Gemeinschaftswährung
Im dritten Quartal 2007 setzen etwas weniger Menschen auf die Stärke der europäischen
Währung als bisher: Nur noch 34 Prozent der Befragten glauben an einen steigenden
Eurokurs in den nächsten sechs Monaten. Der Anteil derer, die einen konstanten Euro
erwarten, fällt erneut und beträgt aktuell 46 Prozent. Die Pessimisten (sinkender
Eurokurs in den nächsten sechs Monaten) sind leicht auf dem Vormarsch und erreichen
mit 13 Prozent zwei Prozentpunkte mehr als im letzten Quartal. Aus dieser Einschätzung
heraus werden jedoch keine Anlageentscheidungen getroffen: 89 Prozent der Befragten
planen keine Umschichtungen auf Basis der erwarteten Entwicklung des Eurokurses.
Zinsen: Mehrheit setzt auf konstante bis leicht steigende Zinsen
Die Erwartung von konstant bleibenden Zinsen in den nächsten sechs Monaten nimmt bei
den Befragten deutlich ab und liegt nun bei 32 Prozent. Fast unverändert rechnet etwa die
Hälfte der Bevölkerung (52 Prozent) mit steigenden Zinsen. Lediglich acht Prozent der
Befragten gehen von fallenden Zinsen aus. Auch hier ist die Anzahl derjenigen, die sich
keine Meinung bezüglich der Zinsentwicklung bilden können, im Vergleich zum Vorquartal
deutlich gestiegen (acht Prozent).
Gesamtwirtschaft: Anzahl der Optimisten sinkt
Bei der Einschätzung der gesamtwirtschaftlichen Situation in Deutschland in den nächsten
sechs Monaten ist die Dynamik am größten. In diesem Quartal setzt sich der positive
Trend seit Jahresanfang nicht weiter fort: Nur noch 35 Prozent der Befragten erwarten
eine Verbesserung – wozu vor allem Männer (39 Prozent) zählen. Mit 42 Prozent der
Gesamtbevölkerung liegen die Erwartungen an eine konstante Entwicklung der
wirtschaftlichen Situation auf deutlich höherem Niveau als im Vorquartal. Die Anzahl der
Pessimisten ist um zehn Prozentpunkte auf 22 Prozent gestiegen. Interessant ist hierbei,
dass der Frauenanteil wesentlich höher ist (31 Prozent) als der der Männer (16 Prozent)
und dass die Aktien- und Fondsanleger mit etwa 18 Prozent weniger negativ eingestellt
sind, was die Entwicklung der deutschen Gesamtwirtschaft betrifft.
Quelle: Investmentfonds.de