11.09.2007
China - Hohe Dynamik, schnellere Aufwertung, steigende Auslandsinvestitionen
Köln, den 11.09.2007 (Investmentfonds.de) - Die Bewertung des Wachstumtempos fällt
insbesondere lokal weiterhin positiv aus. Den Hintergrund bildet die Feststellung,
dass sich das Wachstum zwar weiterhin auf einem sehr hohen Niveau bewegt, aber sowohl
die Kredite als auch die Investitionen eine leichte Abschwächung erkennen lassen. Zu-
dem tendieren die Wachstumsraten trotz des hohen Niveaus unter dem Boom-Niveau der
Jahre 2002-03. Vor diesem Hintergrund wird das vorsichtige Vorgehen der Notenbank zur
Dämpfung der wirtschaftlichen Dynamik positiv bewertet. In diesem Jahr sind voraussicht-
lich ein bis zwei weitere Zinserhöhungen zu erwarten. Des weiteren dürften die Mindestre-
serveanforderungen nochmals schrittweise angehoben werden, wie zuletzt am vergangenen Mitt-
woch. Zinssteigerungen sind vor allem notwendig, um die realen Anlagezinsen wieder positiv
werden zu lassen. Andernfalls dürften steuerliche Anreize zur Förderung von Anlagealternativ-
en außerhalb der Börse kaum Wirkung zeigen. Der Inflationsanstieg wird weiter durch Sonder-
faktoren, wie erhöhte Lebensmittelpreise, überzeichnet. Solange die binnenwirtschaftliche
Dynamik nur ein untergeordneter Faktor bleibt, der die Preisentwicklung treibt, wird die
Notenbank ihre aktuelle Strategie kaum ändern. Dies stützt die Stimmung an den Aktienmärkten,
wobei wir weiterhin auf die Positionierung in den in Hongkong gelisteten Werten aus China so-
wie in den wirtschaftlich eng mit China verflochtenen Märkten setzen. Zentrale Ziele der Re-
gierung und Notenbank bleiben der Abbau des hohen Bewertungsniveaus des Festlandsaktienmarkt-
es, ohne das Vertrauen der Anleger in die Finanzmärkte zu gefährden. Dies ist ein Grund dafür,
dass die Regierung Auslandsinvestitionen sowohl von privaten als auch institutionellen Anle-
gern weiter erleichtert. Die kürzlich angekündigte Erweiterung der Investitionsmöglichkeiten
für Versicherungsunternehmen im Ausland unterstreicht die schrittweise Liberalisierungsstrate-
gie der Regierung. Auf diese Weise wird gleichzeitig der Aufwertungsdruck auf den Renminbi ge-
dämpft. Die grundsätzliche Tendenz ist aber eher eine schnellere Aufwertung. Dies wirkt nicht
nur dämpfend auf die Wachstums- und Inflationsdynamik, sondern erleichtert chinesischen Unter-
nehmen über günstigere Importpreise leichter zu investieren, um beispielsweise höherwertige
Güter zu produzieren. Schließlich ist dies ein weiteres Ziel der Regierung, da nur durch diese
Entwicklung ein schnellerer Anstieg der Löhne verkraftet werden kann. Die steigenden chine-
sischen Auslandsinvestitionen werden vermutlich weiter den eng mit China verflochtenen Volks-
wirtschaften Hongkong und Südkorea sowie auch Taiwan positive Impulse liefern. Mit andern Wor-
ten, die hohe Dynamik und die weitere Öffnung Chinas bleiben zentrale treibende Faktoren für
die Gesamtregion und die Weltwirtschaft.
Quelle: Investmentfonds.de