11.09.2007
Aktuelle Markteinschätzung zu Brasilien, Mexiko, Argentinien
Köln, den 11.09.2007 (Investmentfonds.de) - Brasilien
Die Konjunkturindikatoren deuten darauf hin, dass das BIP-Wachstum in diesem Jahr höher als
bislang erwartet ausfallen kann. D.h. anstatt des bislang prognostizierten Anstiegs des re-
alen BIP um rund 4,5% erscheint ein Zuwachs um bis zu 5,0% wahrscheinlich. Diese Projektion
gilt trotz der Verlangsamung der geldpolitischen Lockerung. Insbesondere bei den Unternehmens-
investitionen deutet sich eine stärkere Reaktion auf die positiven Impulse vom Konsum, der Ex-
portnachfrage und den niedrigeren Zinsen an. Vor diesem Hintergrund dürfte sich der Real
wieder spürbar von den zeitweisen Turbulenzen erholen, da viele Investoren die solide Basis
der wirtschaftlichen Verbesserung zum Aufbau neuer Investmentpositionen nutzen dürften. Der
Ausblick für das kommende Jahr untermauert diese Einschätzung, da sich das Wachstum voraus-
sichtlich etwas weniger als bislang erwartet abschwächt. Wir rechnen nur noch mit einem Rück-
ang der Wachstumsrate auf rund 4,5%. Brasilien bleibt damit innerhalb der Emerging Markets
weiterhin attraktiv. Der Rückgang der Bewertungen der Anleihe- und Aktienmärkte im Zuge der
Turbulenzen an den internationalen Finanzmärkten stützt diese Einschätzung trotz anhaltender
Unsicherheit an den Märkten.
Mexiko
Der Ausblick für die Zinsentwicklung hängt vor allem von der US-Geldpolitik ab. Sollte die Fed
nur einen Zinsschritt um 25 Basispunkte bis zum Jahresende vornehmen, dürfte der Druck auf die
mexikanische Notenbank zunehmen doch noch einmal die Zinsen anzuheben. Eine Erhöhung um 25 Ba-
sispunkte wäre mit der Entwicklung der Lebensmittelpreise und der möglichen Umsetzung von Steu-
ererhöhungen im Zuge der Finanzreform zu rechtfertigen. Zusätzlicher Druck durch die Entwickl-
ung des Leistungsbilanzdefizits entsteht vermutlich nicht. Hierauf deutet die insgesamt mode-
rate Ausweitung des Defizits. Ausschlaggebend hierfür ist vor allem die Abschwächung der US-
Konjunktur. Dass das Leistungsbilanzdefzit von 3,8 Mrd US$ in der ersten Jahreshälfte keinen
Risikofaktor darstellt, unterstreichen die Zuflüsse aus Direktinvestitionen in Höhe von 13,2
Mrd US$ im gleichen Zeitraum. Die Zuflüsse haben mit diesem Niveau einen neuen Höchststand
markiert. Etwas mehr als 60% der ausländischen Direktinvestitionen werden von US-Unternehmen
getätigt.
Argentinien
Die Industrieproduktion schwächte sich im Juli deutlich stärker ab als erwartet. Die Zu-
wachsrate sank auf lediglich 2,3% geg. Vorjahr. Insbesondere im Bereich Stahl wurden die
Aktivitäten deutlich zurückgefahren. Es ist daher zu vermuten, dass Energieengpässe zu der
Verlangsamung beigetragen haben. Das wirtschaftliche Umfeld trübt sich demnach vor den Wah-
len am 28. Oktober ein.
Quelle: Investmentfonds.de