11.09.2007
Asien - Strukturelle Impulse sollten stabilisierend wirken
Köln, den 11.09.2007 (Investmentfonds.de) - Im Rahmen des Rückblicks auf die Asienkrise
im Juli wurde wiederholt auf die verbesserte wirtschaftliche Basis der asiatischen
Volkswirtschaften hingewiesen, die die führende Position Asiens in der Rangliste der
wachstumsstärksten Regionen untermauert. Mit Blick in die Zukunft sind aber darüber
hinaus weitere Reformen in einigen Ländern der Region hervorzuheben, die unter-
streichen, dass die Transformation hin zu reifen Volkswirtschaften mit einer
differenzierten Wirtschaftsstruktur, die positive Effekte für weite Teile der
Bevölkerung mit sich bringt, entschlossen vorangetrieben wird. Drei zentrale
Projekte, die im letzten Monate initiiert oder Fortschritte gemacht haben, sind
in diesem Zusammenhang zu nennen. Erstens kommt die Einrichtung von Sonderwirt-
schaftszonen in Indien voran, nachdem die Regierung Kritik im Zusammenhang mit der
Landbeschaffung durch zusätzliche Maßnahmen entschärft hat. Damit werden „Inseln“
innerhalb der indischen Wirtschaft geschaffen, die eine deutlich bessere
Infrastruktur sowie administrative und steuerliche Rahmenbedingungen für die
Exportindustrie bieten. Um die Inseln schrittweise zu verbinden, wird in einem
ersten Schritt die Entwicklung des sogenannten industriellen Korridors Mumbai-Delhi
mit einem Investitionsvolumen von rund 90 Mrd US$ in den nächsten sieben Jahren
vorangetrieben, beginnend im Januar 2008 und maßgeblich unterstützt durch die
japanische Regierung und Unternehmen. Zweitens wird in China die Arbeitsgesetz-
gebung, ebenfalls beginnend im nächsten Jahr, erneuert. Eine genauere Regelung
der Beziehungen zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern mit der eine bessere Ab-
sicherung der Beschäftigten einhergeht, dürfte sich kaum negativ auf Direktinvestitionen
auswirken. Schließlich wirkt vor allem das hohe Wachstumstempo der chinesischen Wirtschaft
attraktiv für ausländische Unternehmen, und eine breitere Basis durch einen kräftigeren
privaten Verbrauch im Zuge verbesserter Beschäftigungsbedingungen sind wichtige Faktoren
zur Untermauerung des Wachstumstrends. Drittens ist in Südkorea die Liberalisierung des
Finanzsektors beschlossen worden. Dies unterstreicht die Reife des Sektors nach der Asien-
krise 1997 und der Kreditkartenkrise 2003. Die Liberalisierung soll die Formierunginternat-
ional wettbewerbsfähiger Finanzinstitutionen fördern. Dies dürfte nicht nur die Bankenland-
schaft verändern, sondern der gesamten Volkswirtschaft Wachstumsimpulse geben. Entscheidend
ist jedoch vielmehr, dass Südkorea die Herausforderung der zunehmenden Internationalisierung
annimmt und mit alten Widerständen bricht. Diese Entwicklungen sollten die Märkte mittel-
fristig stabilisieren.
Quelle: Investmentfonds.de