07.09.2007
Templeton: Kommentar zu den Emerging Markets
Köln, den 07.09.2007 (Investmentfonds.de) - Überblick
Die globalen Aktienmärkte zeigten sich im August
ausgesprochen volatil. Die verbreitete Nervosität in
Bezug auf das Engagement von Finanzunternehmen
in minderwertigen US-Hypotheken sorgte für ein
globales Austrocknen der Liquidität und löste auf
Aktien- und Rentenmärkten Panikverkäufe aus.
Obwohl das Engagement von Schwellenländerunternehmen
in Subprime-Darlehen nicht bedeutend
war, hielt das die Investoren nicht davon ab, auch
Schwellenländeraktien abzustoßen. Manche Märkte
brachen infolgedessen sogar um 20% ein, doch im
Durchschnitt lagen die Verluste bei 10 bis 15%. Die
Entscheidung der US-Notenbank Federal Reserve zur
Senkung des Diskontsatzes um 50 Basispunkte von
6,25% auf 5,75% beruhigte die Märkte schließlich. Die
Verfügbarkeit von Mitteln der US-Notenbank zur
Unterstützung der US-Unternehmen nahm den
Investoren die Angst und sorgte für eine globale
Kurserholung, da das Publikum eifrig nach
überverkauften Titeln griff. Die Liquiditätslage
verbesserte sich in der zweiten Monatshälfte
beträchtlich. Die Kurse legten ebenso rasch zu, wie
sie gefallen waren, sodass viele Märkte einen großen
Teil ihrer Verluste wieder gutmachen konnten. Die
Erholung, gemessen vom MSCI Emerging Markets
Index, betrug Ende des Monats rund 14%. Damit lag
der Ertrag für den Berichtsmonat bei -2%.
Trotz der globalen Turbulenzen gehörten die
chinesischen Märkte für „H“-Aktien und „Red Chips“
am Monatsende zu den wenigen Gewinnern. Die
Entscheidung der Regierung, einheimischen Anlegern
zu erlauben, in Hongkong zu investieren, trieb die
Kurse dieser in Hongkong notierenden Aktien
drastisch in die Höhe, da die Investoren in Erwartung
hoher Mittelzuflüsse aus China Aktien sammelten.
Infolgedessen legte der Hongkonger Markt für „H”-
Aktien vom 17. bis 31. August 18% zu.
Asien
Mit einem BIP-Wachstum, wie es seit über zehn
Jahren nicht verzeichnet wurde, und angesichts des
kräftigen Aufwärtstrends bei inländischen „A”-Aktien
und Immobilienpreisen konnte der Anstieg der Inflation
in China auf ein 10-Jahres-Hoch von 5,6% im Juli
nicht überraschen. Das veranlasste die Zentralbank
wiederum zu einer Anhebung der Kredit- und
Einlagenzinsen um 18 bzw. 27 Basispunkte. Dieses
war der vierte derartige Schritt der Bank in diesem
Jahr und spricht für ihr anhaltendes Bemühen um eine
konjunkturelle Abkühlung. Darüber hinaus sollte
Chinas jüngste Entscheidung, heimischen Investoren
ein Engagement in Hongkong zu gestatten, Kapital
aus China abfließen lassen und damit den Druck auf
die Kurse inländischer Aktien und den Wechselkurs
lindern. Die in Hongkong notierenden „H“-Aktien und
„Red Chips“, die mit erheblichem Abschlag auf die
entsprechenden „A“-Aktien zu haben sind, dürften
davon am meisten profitieren.
In Südkorea bewirkten die Sorgen um hohen
Liquiditäts- und Inflationsdruck eine Anhebung der
Leitzinsen durch die Zentralbank um 25 Basispunkte –
die zweite innerhalb von zwei Monaten. Damit stieg
der Satz auf 5,0% und liegt so hoch wie zuletzt vor
sechs Jahren. Die koreanischen Exporte blieben im
Juli mit 20% Wachstum im Jahresvergleich robust. Der
Handelsbilanzüberschuss betrug im Berichtsmonat 1,6
Mrd. US-Dollar und für die ersten sieben Monate des
Jahres 9,6 Mrd. US-Dollar. Gegenüber dem letzten
Jahr mit 6,3 Mrd. US-Dollar war er um über 50%
gestiegen. Ein geplantes Treffen zwischen Nord- und
Südkorea wurde auf Oktober vertagt, da sich die
nordkoreanische Regierung angesichts schwerer
Überschwemmungen auf Hilfs- und Wiederaufbaumaßnahmen
konzentrieren musste. Da für Dezember
dieses Jahres Präsidentschaftswahlen anberaumt
sind, dürfte die Aufmerksamkeit in nächster Zeit auf
der Politik ruhen. Im August wurde von ehemaligen
Mitgliedern der regierenden Uri-Partei eine neue
Partei gegründet, die Vereinte Neue Demokratische
Partei (UNDP), während die oppositionelle Große
Nationalpartei Lee Myung-bak zum
Präsidentschaftskandidaten nominierte.
Quelle: Investmentfonds.de