05.09.2007
Wachstum in der nordischen Region setzt sich fort
Köln, den 05.09.2007 (Investmentfonds.de) - Die nordischen Volkswirtschaften werden auch
in diesem Jahr wieder Wachstumsraten erzielen, mit denen sie zu den am schnellsten wachsen-
den Ländern in der westlichen Welt zählen. Die Kapazitäten einiger Länder sind jedoch
bereits voll ausgelastet, so dass es an der Zeit ist, das Wachstum zu bremsen. Zu dieser
Ansicht kommen die Wirtschaftsanalysten von Nordea in ihrer Veröffentlichung "Economic
Outlook".
- Die Turbulenzen an den Finanzmärkten in diesem Sommer bleiben nicht ohne Auswirkungen
auf die Weltwirtschaft, wenn auch eine weltweite Rezession nicht sehr wahrscheinlich ist.
Das Risiko dafür ist im Moment zu gering, sagt Helge J. Pedersen, Head of Economic
Research bei Nordea.
Er glaubt, dass insbesondere die Bereitschaft der wichtigsten Zentralbanken zur Unter-
stützung des Finanzsektors die Möglichkeit einer weichen Landung gewährleistet. Das
größte Risiko für die Weltwirtschaft besteht darin, dass der US-Wirtschaft infolge der
Probleme am US-Markt für Wohnimmobilien ein anhaltender Abschwung bevorsteht, während
die Aussichten für den Rest der Welt und für die nordische Region günstiger sind.
Die dänische Wirtschaft entwickelt sich im gleichen Tempo wie bisher weiter, doch
dunkle Wolken ziehen am Horizont auf. Der stetige Rückgang der Arbeitslosenzahlen kurbelt
den privaten Verbrauch an, während der Rückgang am Markt für Wohnimmobilien das Wachstum
dämpfen wird.
- Umfangreiche Lohnerhöhungen sind beispielsweise im öffentlichen Sektor zu erwarten.
Dies könnte die Wettbewerbsfähigkeit Dänemarks ernsthaft schwächen. Auch die Exportindus-
trie hat anscheinend Probleme, obgleich das Wachstum in einigen der wichtigsten Export-
märkte Dänemarks weiterhin hoch bleibt, sagt Helge J. Pedersen.
Die Angebotsseite der norwegischen Wirtschaft überrascht laut des Berichts "Economic
Outlook" weiterhin positiv. Doch das hohe Wachstum der Produktionskapazitäten hat den
Druck auf die Wirtschaft nicht verringert, da auch die Nachfrage weiterhin stark
zunimmt. Außerdem reichte der Anstieg des Arbeitskräfteangebots nicht aus, das Problem
des Arbeitskräftemangels zu beheben.
- Die sehr starken Lohnerhöhungen in Norwegen sind ein Zeichen des heftigen Wettbewerbs
um Arbeitskräfte. Um die Wirtschaft vor einer Überhitzung zu schützen wird die norwegische
Zentralbank (Norges Bank) wahrscheinlich ihren Leitzins auf bis zu 5,75% anheben müssen.
Dadurch würden die Zinsen in Norwegen viel stärker steigen als die Zinsen in anderen
europäischen Ländern, wodurch die norwegische Krone (NOK) an Stärke gewinnen würde,
erklärt Helge J. Pedersen.
In der schwedischen Wirtschaft gab es in diesem Jahr eine Reihe größerer Überraschungen,
von denen einige deutliche Auswirkungen auf die Geldpolitik haben. Die Wirtschaftsana-
lysten von Nordea sehen die wichtigsten Ursachen dafür darin, dass die Produktivität
viel geringer ausfiel als erwartet und dass die Arbeitsmarktreformen bisher nur begrenzte
Wirkungen zeigten.
- Die Arbeitslosigkeit ist in Schweden markant zurückgegangen. Bei einem knappen Arbeits-
markt besteht ein deutliches Risiko für steigende Löhne. Wir erwarten, dass die schwedische
Zentralbank (Riksbank) die Zinssätze bis Ende des Jahres noch zweimal anheben wird.
Angesichts eines langsameren Wachstums aufgrund schwacher Exportzahlen und eines geringen
Investitionswachstums wird die Riksbank höchstwahrscheinlich den Leitzins noch einmal
zu Beginn des nächsten Jahres anheben und ihn dann bei 4,25% halten, sagt Helge J.
Pedersen.
Die finnische Wirtschaft wächst weiterhin stark, doch die Wirtschaftsanalysten von Nordea
erwarten, dass sich das Wachstum im Herbst auf ein normaleres Maß verlangsamt. Ein
Konjunkturrückgang wäre wünschenswert, da die finnische Wirtschaft ihre kurzfristigen
Kapazitäten bereits mehr als ausgereizt hat. Durch die starke Wirtschaft erhöhte sich
der Inflationsdruck und sowohl in diesem Jahr als auch im nächsten bleibt die Inflation
über dem Zielwert. Außerdem sind die Wirtschaftsbilanzen solide und die finnischen
Staatsfinanzen bergen eine weitere positive Überraschung.
Quelle: Investmentfonds.de