27.08.2007
HSBC Investments Asian Minutes
Köln, den 27.08.2007 (Investmentfonds.de) - HSBC GIF Asia ex-Japan Equities
Rückblick
Der HSBC GIF Asia ex-Japan Equities zeigte Widerstandsfähigkeit gegen die Unruhen im
Zusammenhang mit der US-Subprime-Hypothekenkrise und stieg im Juli um 7,0% (auf US$-
Basis). Obwohl die regionalen Aktienmärkte ebenso durch eine vom US-Immobilienmarkt
ausgehende mögliche Gefährdung des weltweiten Wachstums sowie rigidere Kreditanfor-
derungen beeinträchtigt wurden, konnten sie trotzdem eine überdurchschnittliche
Wertentwicklung verzeichnen, da Anleger weiterhin das Wachstumspotenzial der Region
im Augenmerk behielten. Beispielhaft hierfür steht der chinesische Markt, der im
zweiten Quartal ein BIP-Wachstum von 11,9% verzeichnete. Die chinesische Zentralbank
erhöhte erneut Leitzins und Mindestreserveanforderungen, um eine Abkühlung der
Wirtschaft zu erreichen. Die Ankündigung dieser Maßnahmen ließ chinesische Aktien
auf neue Höchststände klettern, da ihre Umsetzung als Zeichen abnehmender Unsicherheit
für die Anleger gewertet wurde. Der Hang Seng H-Share-Index und der MSCI China Index
stiegen um 11,4% bzw. 10.4%.
Koreas Kospi Index gewann 10,9%, da das BIP-Wachstum des 2. Quartals 2007 die Schätzun-
gen übertraf. Das Wirtschaftswachstum wurde durch starke Exporte, privaten Konsum und
Kapitalinvestitionen angetrieben. Zudem haben Analysten die Erwartungen für viele
koreanische Firmen aufgrund der stabilen Ergebnisse des 2. Quartals 2007 nach oben
korrigiert. Der thailändische SET-Index stieg um 10,7%. Ursachen für den vier Monate
anhaltenden Anstieg waren ausländische Kapitalzuflüsse, abnehmende politische Spannungen
durch die letzten Wahlen, hohe den Energiesektor unterstützende Ölpreise sowie ein
stärkerer Baht.
Die schlechteste Entwicklung im asiatischen Raum (ex-Japan) verzeichneten die Philippinen
mit einem Kursrückgang von 4,5%. Hintergründe waren die Ankündigung eines höher als
erwarteten Haushaltsdefizits im 1. Halbjahr 2007 und die weltweite Liquiditätskrise
durch die Unruhen auf dem US-Subprime-Hypothekenmarkt. Durch eine Vielzahl von
Kapitalerhöhungen und Neuemissionen wurde vom lokalen Markt Liquidität abgezogen.
Ausblick
Nachdem die US-Subprime-Hypothekenkrise eine Korrektur der weltweiten Aktienmärkte
hervorgerufen hat, haben die asiatischen Märkte Ende Juli an Volatilität gewonnen.
Ihr hohes Niveau spiegelt sich im Volatilitätsindex VIX wider, der Ende Juli eines
neues Hoch für 2007 erreicht hat und im Anschluss starken Schwankungen unterlag. Die
Flucht in sichere Anlagen hat zu einem Run auf Staatsanleihen geführt - einhergehend
mit einer Aversion gegen risikoreiche Transaktionen. Im Ergebnis kam es zu zwischenzeit-
lichen Gewinnmitnahmen der Anleger an den asiatischen Märkten. In Anbetracht des rasanten
Anstiegs in diesem Jahr betrachten wir dies jedoch als gesunde Konsolidierung. Angesichts
der soliden Fundamentaldaten behalten wir unsere positive Einschätzung für asiatische
Aktien bei. Das Wachstum in Asien (ex-Japan) wird das Wachstum anderer Regionen klar
übertreffen. Mit China und Indien als Haupttreiber liegt die wirtschaftliche Wachstums-
prognose bei etwa 8%. Die Unternehmensgewinne wachsen stabil, und es besteht breiter
Spielraum für eine Korrektur nach oben. Die Schuldenstände sind gering, Cashflows bewegen
sich auf einem weitgehend stabilen Niveau, die Dividendenrendite für asiatische Aktien
(ex-Japan) beträgt ca. 3%. Weitere Unterstützung für die Aktienmärkte bilden die
unterbewerteten asiatischen Währungen. Wichtiger ist jedoch, dass die Region derzeit
durch ein relativ günstiges Inflationsniveau und Zinsumfeld geprägt ist (ausgenommen
Indien und China) sowie durch ein starkes Wachstum von Investitionen, Ersparnissen
und Liquidität. Aufgrund einer vorsichtigeren Fiskalpolitik zeigen sich die asiatischen
Volkswirtschaften heute weitaus robuster als vor Ausbruch der asiatischen Finanzmarktkrise
vor zehn Jahren.
Wir halten an unserer Übergewichtung von Unternehmen aus den Bereichen Konsum (Hotel-/
Freizeit), Infrastruktur und Transport fest. In Bezug auf den Airline-Bereich sind wir
angesichts der Performance des Sektors und der Ölpreisentwicklung auf kurze Sicht jedoch
vorsichtig. Wir behalten unsere neutrale Gewichtung für den Sektor Petrochemie und Energie
bei. Im Technologiesektor bauen wir eine Übergewichtung auf. Desweiteren halten wir an
unserer Übergewichtung im Bereich der Telekommunikations- und Versorgungsunternehmen fest.
Die aktuellen Bewertungen für Asien sind im Vergleich zur Vergangenheit und zu anderen
Regionen wie USA, Europa oder Japan attraktiv.
Aus länderspezifischer Sicht sind wir in Bezug auf China auf kurze Frist vorsichtig, da
sich der Markt angesichts des letzten Kursanstiegs nahe seinem fairen Wert befindet.
Mittel- bis langfristig bleiben wir jedoch optimistisch aufgrund der stabilen Liquiditäts-
lage, der positiven Marktstimmung, einer starken Gewinndynamik sowie eines günstigen
makroökonomischen Umfeldes. Selektiv haben wir einzelne koreanische Aktien übergewichtet.
Als Nachzügler in 2006 hat sich Korea dieses Jahr überdurchschnittlich entwickelt und
liegt nahe den Höchstständen. Analysten haben die Gewinne pro Aktie vor kurzem nach
oben angepasst, und wir erwarten eine Fortsetzung dieses Trends. Infolge unserer
Vorsicht hinsichtlich des Technologiesektors sind wir in Taiwan untergewichtet. Für
malaysische Werte sind wir neutral, ebenso für Indien angesichts übertriebener
Bewertungen, einer möglichen weiteren Straffung der Fiskalpolitik und politischer
Unsicherheiten. Untergewichtet sind wir gegenwärtig in Indonesien und Hongkong. Für
Thailand, die Philippinen und Singapur behalten wir eine neutrale Gewichtung bei.
Quelle: Investmentfonds.de