22.08.2007
Weber: Weltwirtschaft bleibt in guter Verfassung
Köln, den 22.08.2007 (Investmentfonds.de) - „Die aktuellen Turbulenzen an den Finanzmärk-
ten sind zu einem großen Teil Ausdruck der gestiegenen Unsicherheiten an den Kreditmärkten.
Ihre unmittelbaren konjunkturellen Auswirkungen dürften jedoch begrenzt bleiben“, erklärt
Prof. Dr. Manfred Weber, Geschäftsführender Vorstand des Bankenverbandes, anlässlich der
Vorstellung des Konjunkturberichts für den Monat August.
Gestützt werde diese Einschätzung vor allem von den guten wirtschaftlichen Rahmenbedingun-
gen. Weber erinnerte an den intakten Boom der Weltwirtschaft, die fundamental deutlich
verbesserte Lage vieler Schwellenländer und vor allem an die sehr gute Gewinn- und
Bilanzsituation der Unternehmen. All dies spreche aus heutiger Sicht klar gegen eine
krisenhafte Entwicklung an den Finanzmärkten.
Eine Neugewichtung vollziehe sich laut Weber hingegen bei der Risikobewertung an den
Finanzmärkten. Diese Entwicklung sei zu begrüßen, denn sie führe zu einer adäquateren
Berücksichtigung der Bonitäten der Kreditnehmer. Eine „Kreditklemme“ erwachse daraus
aber nicht. „Für Kredite an Gläubiger mit guter Bonität dürfte sich wenig ändern. Außer-
dem gibt es nach wie vor beachtliche finanzielle Mittel, die auf der Suche nach attrak-
tiven Risiko-Rendite-Kombinationen sind“, erläutert Weber. „Wenn es bei der Neugewichtung
der Risiken nicht zu Übertreibungen kommt, ist die aktuelle Entwicklung ein Beitrag zu
einer gesunden Normalisierung an den Finanzmärkten.“
Die Aussichten für die deutsche Konjunktur beurteilt Weber weiterhin als freundlich:
„Angesichts der zuletzt besonders stark gestiegenen Bestellungen und des kräftigen
Beschäftigungswachstums könnte die konjunkturelle Dynamik im zweiten Halbjahr sogar
wieder etwas zunehmen.“ Zuwachsraten wie noch im vergangenen Jahr seien zwar vorerst
nicht mehr zu erreichen, insgesamt werde die deutsche Wirtschaft aber auf einem soliden
Wachstumspfad bleiben.
Die Wirtschaftspolitik fordert Weber auf, wachstumsfördernd zu agieren. Viel könne schon
mit einer weiteren deutlichen Senkung des Beitragssatzes zur Arbeitslosenversicherung
erreicht werden. Mittelfristig müssten aber auch klare Perspektiven für Steuerentlastun-
gen aufgezeigt werden. Hohe Priorität müsse dabei die Abschaffung des Solidaritätszu-
schlags haben. Weber: „Diese Ergänzungsabgabe außerhalb des allgemeinen Einkommensteuer-
tarifs darf nicht zur Dauereinrichtung werden, zumal der Gesetzestext explizit eine
mittelfristige Überprüfung des Zuschlags verlangt.“
Quelle: Investmentfonds.de