17.08.2007
Deka USA: Kerninflationsrate im Juli wie erwartet
Köln, den 17.08.2007 (Investmentfonds.de) • Wie im Vormonat lag die Kerninflationsrate
im Juli bei 0,1 % mom und 2,2 % yoy. Dank einer günstigen Entwicklung der Energiepreise
fiel die Gesamtinflationsrate von 2,7 % auf 2,4 %.
• Die Preise von Milchprodukten stiegen wie in anderen Ländern erneut stark an. Aufgrund
von Preisrückgängen bei Obst und Gemüse blieb der Preisanstieg bei zu Hause konsumierten
Lebensmitteln mit 0,1 % mom aber insgesamt sehr gering.
1. Die Kerninflationsrate ist im Juli mit 2,2 % yoy konstant geblieben. Die monatliche
Dynamik setzt sich aber anders zusammen als in den vergangenen Monaten: Insbesondere die
kalkulatorischen Eigenmieten blieben mit 0,16 % mom unter ihrem Sechs- und Zwölfmonats-
durchschnitt. Entsprechend höher als in den vergangenen Monaten lag die Kerninflations-
rate ohne den Bereich Wohnen mit 0,24 % mom. Nach mehreren Monaten mit Preisrückgängen
stiegen vor allem die Bekleidungspreise mit 0,4 % mom wieder an. Höhere Preisanstiege
als in den vergangenen Monaten wiesen zudem die Bereiche Kraftfahrzeuge mit 0,3 %
mom und Gesundheit mit 0,6 % mom auf.
2. Die Gesamtinflationsrate fiel aufgrund von Basiseffekten und einer günstigen Entwicklung
der Energie- und Lebensmittelpreise im Juli von 2,7 % auf 2,4 %. Der Monatsanstieg von
0,1 % stellt den geringsten Preisanstieg seit November 2006 dar. Dazu beigetragen haben
rückläufige Preise bei Benzin, Erdgas und Strom. Bemerkenswert ist aber auch die
Preisentwicklung bei Lebensmitteln. Die Preise von außer Haus konsumierten Lebensmitteln
stiegen mit 0,5 % mom etwas stärker an als in den Vormonaten. Dagegen war der Preisanstieg
bei den quantitativ etwas wichtigeren zu Hause konsumierten Lebensmitteln mit 0,1 %
deutlich niedriger als in den vergangenen Monaten. Wie in anderen Ländern stiegen
insbesondere die Milchpreise mit 6,4 % mom stark an und liegen nun 16,9 % höher als
zu Jahresbeginn. Auch bei Milchprodukten insgesamt ist der Preisanstieg mit 2,7 % mom
nach 3,2 % mom im Vormonat noch erheblich. Milch produkte haben jedoch lediglich
ein Indexgewicht von 8 Promille. Rückläufige Preise bei Obst und Gemüse sowie Fleisch
und Eiern führten daher zu einem niedrigen Preisanstieg von 0,1 % mom bei zu Hause
konsumierten Lebensmitteln. Auf Basis der Juli-Daten ist auch die Aufregung über die
Preisanstiege von Getreide aus Konsumentensicht übertrieben. Die Preise von Müsli und
Backwaren stiegen nur um 0,1 % mom – die Jahresrate bleibt mit 4,1 % allerdings hoch.
3. Die Preisentwicklung im Juli beinhaltet einige beruhigende Elemente. Eine Entwarnung
für die Fed ist sie jedoch noch nicht. Kritisch bleibt aus unserer Sicht, dass die
Gesamtinflationsrate ab September aufgrund von Basiseffekten wieder stark ansteigt und
im vierten Quartal erneut über 3 % liegt. Die Fed muss daher weiterhin Acht geben, dass
dies nicht zu mittelfristig höheren Inflationserwartungen führt.
Quelle: Investmentfonds.de