14.08.2007
Deka: USA: Einzelhandelsumsätze starten recht beschwingt ins
Köln, den 14.08.2007 (Investmentfonds.de) • Die Einzelhandelsumsätze sind im Juli um
0,3 % gegenüber dem Vormonat leicht stärker gestiegen als erwartet. In der
Teilabgrenzung „ohne Pkw“ nahmen die Umsätze um 0,4 % gegenüber dem Vormonat
zu. In beiden Fällen wurden die Vormonate nach oben revidiert.
• Die Einzelhandelsumsätze im Juli deuten darauf hin, dass die Dynamik des Konsums zu
Beginn des dritten Quartals wieder angezogen hat. Allerdings dürften die Zuwachsraten
im dritten Quartal nicht mehr so kräftig wie noch zu Beginn des Jahres ausfallen.
1. Die Einzelhandelsumsätze sind im Juli um 0,3 % gegenüber dem Vormonat leicht stärker
als erwartet gestiegen (Bloomberg-Umfrage: 0,2 %, DekaBank: 0,1 %). Dies entspricht in
etwa dem durchschnittlichen Zuwachs seit Jahresbeginn. Die beiden Vormonatwerte wurden
um insgesamt 0,3 Prozentpunkte nach oben revidiert. Die Teilabgrenzung „ohne Pkw“ kam
im Juli mit einem Anstieg um 0,4 % (mom) im Rahmen der Markterwartungen (Bloomberg-
Umfrage: 0,4 %; DekaBank: 0,3 %). Allerdings wurden auch hier die beiden Vormonate um
insgesamt 0,3 Prozentpunkte nach oben revidiert.
2. Insbesondere die Umsätze von elektronischen Geräten verzeichneten mit 1,0 % mom
einen erfreulich kräftigen Anstieg. Ausschlaggebend hierfür könnte der Verkauf des
neuen iphone von Apple gewesen sein. Daneben gab es wohl bei den Umsätzen von Sport-
und Buchgeschäften einen „Harry-Potter-Effekt“. Mit dem Verkauf des letzten Bands der
Harry-Potter-Reihe stiegen hier die Umsätze um 0,4 % im Vergleich zum Vormonat. Ein
deutliches Umsatzplus wurde im Gastronomiegewerbe (1,3 %) eingefahren. Positiv über-
raschten die Umsätze von Baumärkten (0,2 %). Hier hatten wir im Zuge der abgeschwächten
Wohnungsbautätigkeit mit rückläufigen Umsätzen gerechnet. Es scheint aber, als ob sich
die Konsumenten zumindest im Juli nicht von den schlechten Nachrichten in Bezug auf
die Immobilienfinanzierer beeindrucken ließen. Vor dem Hintergrund gesunkener Autoverkäufe
war bereits im Vorfeld mit schwachen Zahlen für die Umsätze der Autohändler gerechnet
worden. Die inländischen Fahrzeugverkäufe waren das dritte Mal in Folge gesunken. Mit
einem Rückgang um 0,3 % fiel der Umsatzrückgang bei den Autohändlern im Juli allerdings
deutlich weniger stark aus als noch im Vormonat. Bei den Tankstellenbetreibern ergibt
sich eine ähnliche Geschichte. Auch hier wurde aufgrund von Benzinpreisrückgängen schon
mit Umsatzeinbußen gerechnet, die aber weniger deutlich ausfielen als noch im Juni.
3. Die Einzelhandelsumsätze sind insgesamt erfreulich positiv ausgefallen. Insbesondere
die Umsätze in der vom Bureau of Economic Analysis für die Schätzung des privaten
Konsums verwendeten Teilabgrenzung ohne Auto, Tankstellen und Baumärkte verzeichneten
einen kräftigen Anstieg (0,6 %). Diese Komponente, die bedeutend weniger volatil ist,
spiegelt den Trend für den privaten Verbrauch gut wider. Alles in allem deuten die
heutigen Zahlen für die Einzelhandelsumsätze auf eine solide Dynamik beim privaten
Verbrauch zu Beginn des dritten Quartals hin, auch wenn die Zuwachsraten nicht mehr
an die zu Beginn des Jahres heranreichen können.
Quelle: Investmentfonds.de