10.08.2007
HSBC: Marktentwicklung
Köln, den 10.08.2007 (Investmentfonds.de) - Der
Juli brachte für die Anleger in nahezu allen Assetklassen
ein böses Erwachen. Nach teilweise neuen Jahreshöchstkursen
brachen die Notierungen an den Aktienmärkten in der
letzten Juliwoche regelrecht ein. Der Auslöser war dabei ein
alter Bekannter, der bereits seit Februar die Anleger
beschäftigt: die Probleme im amerikanischen Hypothekenmarkt
bei den zahlungsschwächeren Konsumenten.
Die anhaltende Schwäche im amerikanischen Markt für
private Wohnimmobilien hat in den letzten Wochen immer
deutlicher gemacht, welche Dimensionen an Krediten
notleidend werden bzw. notleidend werden könnten. Neben
den unmittelbaren Auswirkungen auf die betroffenen Bankund
Finanzdienstleistungsbilanzen fürchten viele Anleger
auch mittelfristige Auswirkungen auf die Konjunktur. Vor
diesem Hintergrund verloren nicht nur die Wall Street,
sondern auch die europäischen Aktienmärkte deutlich an
Boden. Wie weit die Probleme tatsächlich reichen, zeigt die
Schieflage der IKB Deutsche Industriebank. Nur durch die
Stützungsaktionen von Bund und der KfW-Gruppe mit einer
Bürgschaft über acht Mrd. Euro konnte eine ernsthafte
Schieflage der IKB vermieden werden, die sie sich durch
Engagements am amerikanischen Immobilienkreditmarkt
zugezogen hatte.
Die geringsten Verluste verzeichneten die asiatischen
Börsenplätze. Hier stützten gute Konjunktur- und Unterneh-
mensmeldungen die Kurse. Noch härter als die Aktien -
besitzer traf es im Juli aber die Anteilseigner von riskanten
Anleihen. Während auf den Aktienmärkten immerhin noch
für das Gesamtjahr ein Plus übrigbleibt, zog der Einbruch das
Ergebnis in den risikotragenden Zinssegmenten kräftig ins
Minus. Die Spreadausweitung zwischen sicheren Staatsanleihen
und den High Yield Anleihen war im Juli so hoch wie
noch in einem Monat zuvor.
Wie so oft, gab es aber auch in den letzten Wochen einen
Gewinner. Die Unsicherheit über die Auswirkungen der
amerikanischen Immobilienkrise ließ viele Anleger in die
vermeitlich sichere Anlage der Staatsanleihen fliehen. Die
Rendite für die langlaufenden Bundanleihen fiel in der Spitze
um mehr als 40 Stellen.
Erstaunlich robust zeigten sich auch die Rohstoffmärkte.
Trotz Sorgen über den weiteren Konjunkturverlauf verbuchte
der Rohölpreis im Monatsvergleich einen deutlichen
Zuwachs. Auch der Goldpreis konnte zulegen.
Der Dollar setzte hingegen seinen Abwärtstrend fort. Angesichts
der offensichtlichen Belastungen durch die Immobilienkrise
kann der nur leichte Rückgang im Monatsvergleich
auf über 1,36 aber vielleicht auch schon als kleine Stärke
interpretiert werden.
Quelle: Investmentfonds.de