08.08.2007
Deka USA: Arbeitsmarkt signalisiert leichte Entspannung
Köln, den 08.08.2007 (Investmentfonds.de) - • Die Anzahl der Beschäftigten stieg
im Juli schwächer als erwartet um 92.000 Personen. Zusätzlich wurden die beiden
Vormonate minimal nach unten revidiert, insgesamt um 8.000 Personen. Die durch-
schnittlichen Stundenlöhne legten um 0,3 % mom zu (3,9 % yoy). Die Arbeitslosenquote
stieg im Juli überraschend von 4,5 % auf 4,6 % an.
• Mit verantwortlich für die schwachen Beschäftigungszahlen war der kräftige
Beschäftigungsabbau bei den Staatsunternehmen (-28.000). Der Beschäftigungsaufbau
im Privatsektor lag mit 120.000 Personen im Durchschnitt dieses Jahres.
• Der heutige Arbeitsmarktbericht bringt wegen der gestiegenen Arbeitslosenquote
etwas Entspannung für den engen Arbeitsmarkt. Das Lohnwachstum ist weiterhin kräftig
genug um für moderate Konsumzuwächse zu sorgen.
1. Der Arbeitsmarkt hat sich im Juli leicht entspannt. Die konjunkturelle Schwächephase
zu Jahreswechsel war bisher kaum beim Arbeitsmarkt zu finden. Der Arbeitsmarktbericht
für Juli überraschte die Märkte mit einem schwächer als erwarteten Beschäftigungsplus
von 92.000 Personen (Bloomberg-Umfrage: 127.000 Personen, DekaBank: 160.000 Personen).
2. Nach der Veröffentlichung der privaten Arbeitsmarktumfrage des ADP Reports am Mittwoch
lag allerdings schon ein etwas schwächerer Zuwachs in der Luft (Beschäftigungsplus:
48.000). Die große Überraschung für die Märkte dürfte gewesen sein, dass die Arbeits-
losenquote von 4,5 % auf 4,6 % anstieg (Bloomberg- Umfrage: 4,5 %; DekaBank: 4,6 %). Insbesondere, da die Quote nur ganz knapp unterhalb der 4,7 % lag. Die durchschnitt-
lichen Stundenlöhne kamen wie erwartet mit einem monatlichen Zuwachs um 0,3 %
(Bloomberg-Umfrage und DekaBank: 0,3 %), und die Jahresveränderungsrate verharrt mit
3,9 % weiterhin unterhalb der für die Fed interessanten Marke von 4 %.
3. Die Beschäftigungsentwicklung wurde im Juli vor allem von den Staatsunternehmen
gebremst. Hier kam es nach einem kräftigen Vormonat zu einem deutlichen Beschäftigungs-
abbau um 28.000 Personen. Der Beschäftigungsaufbau in der Privatwirtschaft war mit
120.000 Personen gar nicht so schwach, sondern lag im Schnitt dieses Jahres. Dies ist
auch in sofern beruhigend, als sich die konjunkturelle Entwicklung hauptsächlich
im privaten Arbeitsmarkt widerspiegelt. Der schwache Beschäftigungsaufbau bei den
Staatsunternehmen, die dem Dienstleistungsgewerbe zugeordnet sind, drückt den
Beschäftigungsaufbau bei den Dienstleistungsunternehmen auf unterdurchschnittliche
104.000 Personen. Hier gab es im Finanz- und Dienstleistungssektor (27.000 Personen)
und bei den Unternehmensdienstleitern (26.000 Personen) sogar einen erfreulich
kräftigen Beschäftigungsaufbau. Im produzierenden Gewerbe kam es im Juli erneut zu
einem Beschäftigungsabbau. Hier ist insbesondere der Rückgang der Beschäftigung im
Baugewerbe hervorzuheben. Für das Baugewerbe schlägt im Juli die Schwächephase im
Wohnungsbau wieder durch, nachdem im letzten Monat – vermutlich aufgrund des starken
Gewerbebaus – sogar Beschäftigung aufgebaut werden konnte.
4. Von Seiten der Stundenlöhne hat sich der Arbeitsmarkt mit dem durchschnittlichen
Anstieg um 0,3 % eher entspannt. Die kräftigsten Lohnzuwächse gab es im Bereich der
Freizeit und Gastronomie. Hier gab es schon in den Vormonaten kräftige Zuwächse, sodass
in diesem Bereich der Lohndruck relativ hoch sein dürfte. Im Baugewerbe, in dem es
trotz der Schwächephase im Wohnungsbau seit einem Jahr eher überdurchschnittliche
Lohnzuwächse gegeben hatte, stagnierten die Löhne, sodass sich hier der Lohnanstieg
eindeutig verlangsamt.
5. Der heutige Arbeitsmarktbericht bringt etwas Entspannung für den engen Arbeitsmarkt.
Insbesondere der Anstieg der Arbeitslosenquote ist ein Zeichen dafür. Die Arbeitslosen-
quote war trotz einer konjunkturellen Abschwächung zu Jahresbeginn bisher auf einem
sehr niedrigen Niveau verharrt. Der Beschäftigungsaufbau fiel zwar geringer aus, als
erwartet. Dies ist aber vor allem auf einen schwachen Staatssektor zurückzuführen,
während sich die Beschäftigung in der Privatwirtschaft ganz ordentlich entwickelte.
Daneben ist das Lohnwachstum weiterhin kräftig genug, um für moderate Konsumzuwächse
zu sorgen.
Quelle: Investmentfonds.de