08.08.2007
JPMorgan: Bereits vor den Marktkorrekturen leichter Stimmungsdämpfer
Köln, den 08.08.2007 (Investmentfonds.de) - Im Juli erlebten Anleger ein Wechselbad
der Gefühle: Nachdem der Deutsche Aktienindex DAX ausgerechnet am „Freitag, den 13.“
sein neues Allzeithoch feiern konnte, sanken die Kurse im Monatsverlauf in der Spitze
um fast 10 Prozent. Die deutschen Privatanleger ließen sich von der Euphorie rund um
den DAX-Rekord zumindest nicht anstecken. Dies zeigt das aktuelle Investmentbarometer
von JPMorgan Asset Management, das vom 6. bis 20. Juli erhoben wurde. Ihr Vertrauen
in die Märkte nahm sogar leicht ab und der Anteil der Börsenoptimisten sank um 2,7
Prozentpunkte. Nach wie vor glaubten im Juli aber immer noch mehr als zwei Drittel
der Befragten (67,6 Prozent) daran, dass sich der deutsche Aktienmarkt in den nächsten
sechs Monaten positiv entwickeln wird. Parallel stieg der Anteil der Börsen-Pessimisten
wieder leicht um 1,4 Punkte an und liegt nun bei 8,0 Prozent. „Die erhöhten Markt-
schwankungen der letzten Wochen machten sich also bereits – wenn auch nur in geringem
Maße – in der Anlegerstimmung bemerkbar“, erläutert Jean Guido Servais, Marketing
Director Deutschland, Österreich und Schweiz bei JPMorgan Asset Management. Er betont:
„Da der Abwärtstrend der Märkte jedoch erst nach Beendigung der Juli-Befragung startete,
wird dieser sich auch erst im nächsten Monat auf die ermittelte Anlegerstimmung
niederschlagen.“ Index in allen befragten Segmenten rückläufig Durch den leichten
Stimmungsdämpfer schwächte sich auch der JPMorgan Asset Management Investor Confidence-
Gesamtindex1 etwas ab. Dieser Mittelwert aus allen Antworten sank im Vergleich zum
Vormonat um 0,3 Prozentpunkte auf 7,0. Die Stimmung trübte sich in allen befragten
Teilbereichen ein: Sowohl die weiblichen als auch die männlichen Befragten sind
schlechter gestimmt als im Vormonat. Während der Indexwert bei den Frauen jedoch nur
um 0,1 Punkte auf 6,5 sank, ging dieser bei den Männern um 0,5 Punkte auf 7,2 zurück.
Insgesamt haben sich weibliche und männliche Befragte in ihrem Stimmungsbild weiter
aufeinander zu bewegt, wobei die weiblichen Befragten nach wie vor leicht unter
dem Durchschnitt liegen. Erstmals seit April 2006 entwickelte sich nun auch die
Stimmung „Ost“ und „West“ nicht mehr gegenläufig: Sowohl in den alten als auch in
den neuen Bundesländern sank der Index im Juli. Während in den neuen Bundesländern
der Stimmungsdämpfer mit einem Rückgang von 0,1 Punkten auf 8,4 jedoch sehr leicht
ausfiel, sank die Stimmung in den alten Bundesländern um 0,5 Prozentpunkte auf 6,6.
Damit öffnet sich die Ost-West-Schere wieder etwas weiter, trotz der gleichläufigen
Grundstimmung.
Auch in der Gesamtbevölkerung steigt der Anteil der Börsen-Skeptiker leicht Mit der
JPMorgan Asset Management Investor Confidence-Studie ermittelt die Fondsgesellschaft
die aktuellen Markteinschätzungen und Investitionsabsichten der Privatanleger. Die
von der GfK durchgeführte repräsentative Befragung erfolgt monatlich in Deutschland
sowie vierteljährlich in Schweden und der Schweiz. Der Anteil der Investmentbesitzer
in Deutschland stieg gemäß der Studie im Juli 2007 trotz der Stimmungseintrübung an:
Um satte 2,3 Prozentpunkte nahm der Anteil derjenigen, die bereits in börsennotierte
Wertpapiere investiert haben, zu und liegt nun bei 21,3 Prozent. Trotz der gestiegenen
Investmentaktivität erfasst der JPMorgan Asset Management Investor Confidence-Index
nur etwa jeden fünften der rund 2.0002 Befragten. Deshalb ist ein zusätzlicher Blick
auf die Gesamtbevölkerung sinnvoll, um ein umfassendes Stimmungsbild zu erhalten.
Auch hier sorgte das Börsenhoch am 13. Juli trotz erhöhter Schwankungsintensität für
positive Stimmung: Mit 39,7 Prozent stieg der Anteil der Optimisten um 1,1 Prozentpunkte.
Der Anteil der Börsen-Pessimisten nahm jedoch parallel um 2,9 Punkte zu und kletterte
auf 24,1 Prozent. Der Wert des Investor Confidence-Gesamtindexes sank entsprechend
um 0,3 Prozentpunkte auf 0,6 und bewegte sich sowohl bei den weiblichen Befragten
(-1) als auch bei den Befragten der neuen Bundesländer (-0,9) nun wieder in den
Negativbereich. Immer weniger wollen weiter investieren Die leicht gedämpfte Grund-
stimmung wirkte sich massiv auf die Bereitschaft der deutschen Privatanleger aus,
in den nächsten 12 Monaten weitere Investitionen vorzunehmen: Sie blieb den dritten
Monat in Folge unter der 50 Prozent-Marke und sank um weitere 3,5 Prozentpunkte ab.
Mit 44,8 Prozent zeigte sich das Investitionsklima so verhalten wie zuletzt im
Oktober 2006, als der DAX gerade die 6.000 Punkte erklomm. Bei den deutschen Anlegern
liegen Fondsinvestitionen als zukünftiges Investitionsvehikel in der Gunst weiterhin
vorn, auch wenn sie im Vergleich zum Vormonat 3,7 Prozentpunkte abgeben mussten:
Mit 28,6 Prozent übertreffen sie die zweitbeliebteste Anlageform, das Sparbuch,
nach wie vor trotzdem fast um das Doppelte. Das Sparbuch fiel um 0,9 Prozentpunkte
in der Anlegergunst zurück und liegt nun bei 15,3 Prozent. Stabil blieb der Wert
für die Direktanlagen in Aktien, die weiterhin bei 11,7 Prozent liegen. Jean Guido
Servais erwartet, dass die aktuellen Korrekturen an den globalen Aktien- und
Rentenmärkten diese Ergebnisse bei der nächsten Befragung prägen werden. Schließlich
würden diese auf einer wachsenden Risikoaversion der Investoren insbesondere bei
risikoreicheren Anlageklassen beruhen. „Die aktuelle Korrekturphase wird sich
höchstwahrscheinlich noch weiter hinziehen und unsere Experten gehen davon aus,
dass die Anleger das Risiko in ihren Portfolios weiter reduzieren“, sagt Servais.
Er betont, dass sich aufgrund der aktuellen Korrekturen für langfristig agierende
Anleger aber auch Kaufgelegenheiten böten, da viele Aktien fundamental solide
Bewertungen zeigen.
Quelle: Investmentfonds.de