16.07.2007
DWS: Marktkommentar Rohstoffe Juli 2007
Köln, den 16.07.2007 (Investmentfonds.de) -
Der Goldpreis präsentierte sich im Juni sehr volatil; die Spannbreite reichte
von 642 bis 672 US-Dollar. So schnell der Ausverkauf gekommen war, so rasch war
er aber auch wieder beendet. Zum „Short Selling“ gesellten sich Faktoren wie eine
schwächelnde physische Nachfrage, Verkäufe durch die spanische und schweizerische
Zentralbank und – ansonsten ehr seltene Ereignisse – Liquidierungen durch Fonds.
Auf Monatssicht gab der Goldpreis um 1,3 Prozent nach.
Die Unternehmen verhielten sich im Juni weitgehend ruhig. Ausnahme war
Silver Wheaton; beim Projekt Penasquito haben sich die Vorkommen an Gold
und Silber um 50 Prozent erhöht.
Am Monatsende platzte dann aber doch noch eine kleine Bombe: Yaman vereinbarte
mit Northern Orion die feindliche Übernahme von Meridien Gold. Während
Yaman prompt vom Markt bestraft wurde, profitierten die beiden anderen Beteiligten
von dem Kaufangebot. Yaman will in der „Dreier-Konstellation“ in die Topriege der
Goldproduzenten aufsteigen. Es bleibt abzuwarten, ob der Markt der neuen Gruppe
gleichermaßen Vertrauen schenkt wie in der Vergangenheit den einzelnen Unternehmen.
Aktien von Goldminengesellschaften verloren im Juni auf Basis des FTSE Gold
Mines-Index gut 1,8 Prozent an Wert.
Bei den Industriemetallen ging es im Juni gemischt zu. Der Preis für Aluminium
fiel um knapp 3 Prozent, Kupfer notierte 3 Prozent höher. Arg gebeutelt wurden bei
einem Rückgang um 10 Prozent Zink und vor allem Nickel, das sich um 26 Prozent
verbilligte. Offensichtlich will der Markt bei Nickel nunmehr an den Lagerabbau
auf Seiten der Händler rostfreien Stahls glauben. Zink litt unter Befürchtungen
steigender Exporte aus China und einem verlangsamten Lagerabbau.
Auf dem Kupfermarkt überraschten die gegenüber Mai leicht gesunkenen chinesischen
Importe; erneute Streikgefahren in Chile verhinderten aber einen Preisnachlass.
Im Energiebereich liefen Öl und Gas einmal mehr auseinander. Der Preis der
Rohölsorte Western Texas Intermediate (WTI) stieg um 10,4 Prozent, die
Nordsee-Sorte Brent notierte 6,4 Prozent höher. Gründe für den signifikanten
Anstieg waren niedrigere Lagerbestände, eine höhere Produktion der Raffinerien,
eine zu Beginn der Ferien Benzinnachfrage auf Rekordniveau und die (übliche)
Nervosität vor der der Hurrikan-Saison. Bei diesen Zahlen wollten auch die
Aktienindizes nicht zurückstehen: Papiere integrierter US-Unternehmen stiegen
im Durchschnitt um 1,3 Prozent, US-amerikanischer Explorations- und
Produktionsgesellschaften gewannen 1,3 Prozent. Für negative Schlagzeilen
sorgte dagegen US-Erdgas; bei einem Rückgang um sage und schreibe 15,9 Prozent
verflüchtigte sich der Preis geradezu. Die Lagerbestandsdaten wirken nicht
ermutigend.
Quelle: Investmentfonds.de