12.07.2007
DWS-Marktkommentar Japan Juli 2007
Köln, den 12.07.2007 (Investmentfonds.de) -
Im Juni traten die Themen Zinserhöhung und Inflationserwartungen wieder einmal in den
Vordergrund der Diskussionen. Infolgedessen stieg die Rendite 10-jähriger
Staatsanleihen auf 1,9 Prozent, was wiederum Bank- und Versicherungsaktien zu
Kursgewinnen verhalf. Zum Monatsende hatten sich diese – und auch die Debatte um
Zinsen und Preise – allerdings weitgehend wieder verflüchtigt.
Ansonsten präsentierte sich Kabuto-cho in recht guter Verfassung. Der Nikkei
225- Index schaffte im Juni ein Plus von 1,5 Prozent und markierte am 21. Juni sogar
ein Sieben-Jahres-Hoch. Beste Sektoren waren Öl und Bergbau, am schwächsten war die
Wertentwicklung bei Telekommunikation- und Immobilienwerten sowie
Finanzdienstleistern des Nicht-Banken-Bereichs. Versorger und andere dividendenstarke
Sektoren litten unter Gewinnmitnahmen.
Der anhaltend schwache Yen ließ das Interesse an währungssensitiven Unternehmen
exportorientierter Branchen zurückkehren. Auf der anderen Seite wurden überwiegend
im Inland operierende Unternehmen eher gemieden.
Insgesamt gesehen zeigt sich die japanische Konjunktur weiterhin recht robust:
Das Wachstum im ersten Quartal wurde nochmals nach oben korrigiert, und zwar von
0,6 Prozent auf 0,8 Prozent. Damit ließ Nippon seine großen Konkurrenten Deutschland,
die Euro-Zone und die USA hinter sich. Dieser Quartalszuwachs impliziert einen
Anstieg der Wirtschaftsleistung im Gesamtjahr um respektable 3,3 Prozent.
Zuletzt ergaben einige Zahlen ein gemischtes Bild. Die Arbeitslosenquote verharrte im
Mai bei 3,8 Prozent, dem niedrigsten Stand seit neun Jahren. Bei einem Rückgang um
0,2 Prozent blieben die privaten Ausgaben unter den Erwartungen. Es ist unserer
Ansicht nach durchaus möglich, dass im zweiten Quartal vom Konsum etwas schwächere
Konjunkturimpulse ausgehen. Auf der Suche nach Inflation gibt es immer noch keine Spur:
Im Juni gingen die Verbraucherpreise sowohl auf nationaler Ebene als auch im Großraum
Tokio um 0,1 Prozent gegenüber dem Vorjahr zurück. Das dürfte die Bank of Japan in ihrem
zögerlichen Zinserhöhungskurs bestätigen und allenfalls zu Anpassungen in graduellem
Umfang veranlassen.
Unserer Einschätzung nach wird der japanische Aktienmarkt recht volatil bleiben und
sich tendenziell seitwärts entwickeln. Näheren Aufschluss über das weitere Geschehen
könnte der anstehende Tankan-Bericht liefern. Einen gewissen Einfluss auf die
Kursentwicklung könnten die Oberhaus-Wahlen Ende Juli ausüben.
Quelle: Investmentfonds.de