27.06.2007
Deka USA: Konsumenten mit Stimmungseintrübung – Immobilienpreise mit leichtem Rückgang im April
Köln, den 27.06.2007 (Investmentfonds.de) • Das vom Conference Board ermittelte
Verbrauchervertrauen ist im Juni von nach oben revidierten 108,5 auf 103,9 Punkte
gesunken. Während sich die Erwartungskomponente leicht eintrübte, ging die Lager-
komponente von hohem Niveau deutlich zurück.
• Insgesamt deuten die Umfrageergebnisse darauf hin, dass der Arbeitsmarktbericht
in diesem Monat eher verhalten ausfallen könnte. Die hohe Anschaffungsneigung zeigt
aber, dass die allgemeine Stimmungseintrübung sich nicht in einer Abschwächung der
Konsumtätigkeit niederschlagen dürfte.
• Die Case Shiller Hauspreisindizes sind in der 10-Städte-Abgrenzung im April um
0,3 % und in der 20-Städte-Abgrenzung um 0,2 % gegenüber dem Vormonat gesunken. Auch
wenn sich die Abwärtsdynamik der Immobilienpreise zu verlangsamen scheint, dürfte sich
diese mindestens bis Ende 2007 noch fortsetzen.
1. Das vom Conference Board ermittelte Verbrauchervertrauen hat sich im Juni etwas
stärker als erwartet von nach oben revidierten 108,5 auf 103,9 Punkte eingetrübt
(Bloomberg-Median: 105,0 Punkte, DekaBank: 107,0 Punkte). Die Stimmungsverschlechterung
resultierte insbesondere aus einer schwächeren Lagekomponente, die von einem mit 136,1
Punkten noch recht hohen Niveau auf 127,9 Punkte deutlich sank. Die Erwartungskomponente
setzte ihre Seitwärtsbewegung in der Tendenz fort und ging nur leicht auf 87,9 Punkte
zurück.
2. Die Stimmung der Konsumenten hat sich, wohl hauptsächlich getrieben von den
größeren Ausschlägen an den Finanzmärkten und den Berichten über Zahlungsschwierigkeiten
im Immobilienfinanzsektor, eingetrübt. Zudem schätzten die Konsumenten die
Arbeitsmarktsituation deutlich schlechter ein als noch im Vormonat. Und auch die
Teilergebnissen zur Einschätzung der Wirtschaftslage zeigen, dass sich die Stimmung
deutlich eingetrübt hat. Die Erwartungskomponente setzte ihre Seitwärtsbewegung fort
und ging nur geringfügig zurück. Die Teilbereiche der Einkommens- und der
Arbeitsmarkterwartungen trübten sich leicht ein, während die Wirtschaftserwartungen
stagnierten. Neben den Teilbefragungen, die in die Berechnung des Verbraucherver-
trauens einfließen, werden die Haushalte separat auch hinsichtlich ihrer Anschaffungs-
neigung gefragt. Hier gab es mit Ausnahme des Vormonats seit Mai 1998 keinen höheren
Wert. Insgesamt deuten die Umfrageergebnisse darauf hin, dass der Arbeitsmarktbericht
in diesem Monat eher verhalten ausfallen könnte. Die hohe Anschaffungsneigung zeigt
aber, dass die allgemeine Stimmungseintrübung sich nicht in einer Abschwächung der
Konsumtätigkeit niederschlagen dürfte.
3. Die Zahl der Neubauverkäufe verringerte sich im Mai um 1,6 % gegenüber dem Vormonat
auf 915 Tausend. Während der Rückgang schwächer ausfiel als erwartet (Bloomberg-Umfrage:
-5,9 % mom) ist das Niveau, aufgrund von Abwärtsrevisionen der Vormonate, niedriger
als prognostiziert (Bloomberg-Umfrage: 924 Tausend). Zusammen mit den gestern etwas
stärker als erwarteten Verkäufen bestehender Häuser deuten beide Indikatoren langsam
eine Stabilisierung der Bauaktivität auf tiefem Niveau an.
4. Die Immobilienpreise sind im April, gemessen an den Case-Shiller-Hauspreisindizes,
weiter gefallen. So verringerten sich der 10-Städte-Index um 0,3 % und der 20-Städte-
Index um 0,2 % gegenüber dem Vormonat. In beiden Fällen sind es die geringsten
monatlichen Preisrückgänge seit Oktober 2006 – gleichwohl bedeutet dies nicht, dass
das Ende des Preisrückgangs nach dieser statistischen Abgrenzung kurz bevorsteht.
Die Jahresveränderungsraten sind mit -2,7 % bzw. -2,1 % weiterhin im negativen Bereich.
Die Case-Shiller-Indizes sind die einzigen monatlich erhobenen Immobilienpreise, die
Aufschluss über die tatsächliche Entwicklung der landesweiten Immobilienpreise geben.
Gleichwohl haben auch diese beiden Indizes eine entscheidende Schwäche: Sie erfassen
nur die Preisentwicklung in den Städten. Die regionale Aufteilung zeigt, dass im
April in acht der 20 Städte die Immobilienpreise angestiegen sind – im Vormonat waren
es nur sechs Städte gewesen. Zwar wird von den Case-Shiller-Indizes die Entwicklung
der ländlichen Region nicht berücksichtigt und damit die tatsächliche Abwärtsdynamik
überzeichnet. Allerdings werden für den 10-Städte-Index an der Chicago Mercantile
Exchange Futures-Kontrakte gehandelt. Anhand dieser lässt sich erkennen, dass die
Märkte im Laufe der kommenden Monate mit den niedrigsten Jahresveränderungsraten
rechnen. Erst für den Mai 2008 Kontrakt wird wieder mit steigenden Preisveränderungs-
raten gerechnet. Insgesamt ist die Entwicklung der Case-Shiller-Indizes im April
positiv zu interpretieren: Die Abwärtsdynamik verliert an Schwung und die Anzahl
der Städte mit Preiszuwächsen steigt wieder. Anders als bei der privaten Wohnungs-
bauaktivität – hier deutet sich das Ende der Abschwächung an – dürften die Immobilien-
preise aber mindestens bis Ende dieses Jahres noch zur Schwäche neigen.
Quelle: Investmentfonds.de