20.06.2007
Cominvest: Unruhige Aktienmärkte im Mai
Köln, den 20.06.2007 (Investmentfonds.de) - Zeigten sich die Aktienmärkte in den
letzten Wochen auch konsolidierungsanfällig, so endete die vergangene Woche mit
einer freundlichen Aussicht: Der Weltindex an der Wallstreet verharrte in einer
Seitwärtsbewegung. Die europäischen Aktienindizes hingegen gaben leicht nach. So
schloss der EuroSTOXX um 0,5% leichter als in der Vorwoche, ebenso der DAX. Auf
der STOXX-Branchenebene traten die Rohstoffwerte wie in der Vorwoche infolge von
Übernahmefantasien positiv hervor: Angeblich soll BHP an Rio Tinto interessiert
sein.
Auch wenn das Gewinnsentiment an den Aktienmärkten weiterhin als freundlich zu
beurteilen ist, nimmt die Nervosität spürbar zu. Die positiven Impulse infolge
der gut verlaufenden Berichtssaison zum ersten Quartal werden schwächer. Mit
Postbank, DaimlerChrysler, Deutsche Post (Montag) und RWE (Dienstag) legen die
letzten vier DAX-Unternehmen ihre 3-Monats-Zahlen vor. Gegenüber dem Vorquartal
zeichnet sich – gemessen am marktbreiten STOXX – ein Gewinnanstieg von 25% ab.
Jetzt ist davon auszugehen, dass zumindest vorübergehend die Konjunkturdaten als
dominierende Kraft agieren werden. Die Diskussionen darüber, ob es in den USA ein
"Soft Landing" tatsächlich geben wird, werden sich fortsetzen und die Nervosität
der Marktteilnehmer verstärken. Dies werten die Experten der cominvest allerdings
als unnötig. Sie gehen davon aus, dass die "weiche Landung" gelingt. Kurstreibend
hingegen wirken nach wie vor die nicht nachlassenden Übernahmenfantasien sowie
die Dividendenausschüttungen. Insgesamt schütten die DAX-Unternehmen 35 Milliarden
Euro aus. Hin- und her gerissen zwischen anspornenden und bremsenden Impulsen könnte
der Monat Mai seinem Ruf als unruhiger Börsenmonat gerecht werden. Auf lange Sicht
empfinden die Spezialisten der cominvest eine positive Abkühlung als durchaus
wünschenswert.
Die für den Rentenmarkt wichtigsten Konjunkturdaten, wie Frühindikatoren, Immobilien-
sowie Inflationsdaten kommen im Laufe der Woche aus den USA. Diese dürften haupt-
sächlich für eine fortschreitende Stabilisierung sorgen. Belastend könnte sich das
Senior Loan Officer Survey auswirken, eine vierteljährliche Befragung der
Kreditverantwortlichen bei Banken. Die cominvest geht davon aus, dass diese Umfrage
eine Zurückhaltung der Banken bei der Hypothekenkreditvergabe anzeigen wird.
Aus Euroland selbst werden am Dienstag die Ergebnisse der Wachstumsschätzungen für
das erste Quartal erwartet. Es ist von einer leicht positiven Zahl auszugehen, die
unter den Konsens-Erwartungen liegt. Am Rentenmarkt wird sich aller Voraussicht nach
die Seitwärtsentwicklung fortsetzen und bis zum Wochenschluss Kurse um die 113,60
im Bund-Future bringen.
Stand: 14. Mai 2007
Quelle: Investmentfonds.de