08.06.2007
Deka Rohöl: Märkte zeigen sich erleichtert über den Benzinlageraufbau...
Köln, den 08.06.2007 (Investmentfonds.de) • Die US-Rohöllagerbestände haben in der
vergangenen Woche nur leicht um 0,1 Mio. Barrels zulegen können. Die Benzinvorräte
verzeichneten jedoch ein unerwartet kräftiges Plus um 3,5 Mio. Barrels, liegen dennoch
weiterhin deutlich unter dem Durchschnitt der vergangenen Jahre. Gleiches gilt auch
die Kapazitätsauslastung der Ölraffinerien, die um 1,5 Prozentpunkte gefallen ist.
Damit ist für die US-Benzinpreise keine Entwarnung angesagt.
• Wirbelstürme gefährden nicht nur den Golf von Mexiko, sondern auch das Arabische
Meer. Der Zyklon Gonu, der jüngst an der omanischen Küste vorbeizog, verursachte zwar
keinen Schaden, sorgte aber für Lieferunterbrechungen. Vor allem preisten die Rohöl-
märkte diesbezüglich einen Risikoaufschlag ein und zeigen damit, dass die Marktteil-
nehmer nicht mehr so gelassen sind wie noch zu Beginn dieses Jahres.
1. Die US-Rohöllagerbestände verzeichneten in der vergangenen Woche mit einer Veränderung
um 0,1 Mio. Barrels beinahe eine Stagnation und entsprachen damit genau den Markterwar-
tungen (Bloomberg-Median: 0,1 Mio. Barrels). Die Benzinvorräte konnten jedoch mit einem
Plus von 3,5 Mio. Barrels unerwartet kräftig zulegen (Bloomberg-Median: 1,6 Mio. Barrels).
Sie liegen dennoch knapp 4,5 % unter dem durchschnittlichen Lagerniveau derselben
Kalenderwoche in den vergangenen fünf Jahren. Nach einem merklichen Abbau der Kapazitäts-
auslastung der Ölraffinerien um 1,5 Prozentpunkte auf 89,6 % befindet sich die Auslastung
nunmehr ebenfalls 4,6 Prozentpunkte unter dem Durchschnitt der vergangenen fünf Jahre.
Daher ist noch keine Entwarnung für die US-Benzinpreise angesagt, auch wenn sie in den
letzten zwei Wochen leicht rückläufig gewesen sind. Schließlich legten die Heizöl- und
Dieselvorräte um 1,9 Mio. Barrels zu (Bloomberg-Median: 0,9 Mio. Barrels).
2. Die Märkte zeigten sich erleichtert über den Aufbau der Benzinlagerbestände, denn
der Ölpreis sank kurzfristig um mehr als 50 US-Cents nach der Lagerdatenveröffentlichung.
Ansonsten waren die vergangenen Tage eher durch Rohölpreisanstiege gekennzeichnet. Denn
Wirbelstürme gefährden nicht nur den Golf von Mexiko, sondern auch das Arabische Meer.
Der Zyklon Gonu zog jüngst an der omanischen Küste vorbei und sorgte für Lieferunter-
brechungen bei Rohöl, obwohl kein physischer Schaden an Öleinrichtungen entstand. Es
musste lediglich ein Exportterminal zeitweise geschlossen werden. Doch die Märkte hatten
im Vorfeld hierfür eine Risikoprämie eingepreist, sodass WTI zwischenzeitlich wieder
über 66 US-Dollar notierte. Auch dies ist ein Zeichen dafür, dass die Marktteilnehmer
bei den derzeitigen Ölpreisniveaus nicht mehr so gelassen sind wie noch in den ersten
Monaten dieses Jahres.
3. Die nicht-kommerziellen Händler für Rohöl haben in der vergangenen Woche an der
New York Mercantile Exchange (NYMEX) ihre Netto-Long-Positionen weiter abgebaut. Damit
reduziert sich der Einfluss von Spekulation auf den Ölpreis, der derzeit eher als
moderat zu bezeichnen ist. Angesichts der Entwicklungen an den Rohölmärkten dürften
die Spekulanten jedoch auch in den kommenden Wochen tendenziell eine Verzerrung der
Rohölnotierung nach oben bewirken.
Quelle: Investmentfonds.de