05.06.2007
Mark Mobius zum Kursrutsch in China
Köln, den 05.06.2007 (Investmentfonds.de) - Ende Mai verdreifachte China die Steuer
auf Aktiengeschäfte, um den heiß gelaufenen heimischen Markt für in Yuan gehandelte
Aktien in Schanghai und Shenzhen abzukühlen. Dieser Markt unterscheidet sich maßgeblich
von dem Markt für in Hongkong notierte 'H'-Aktien chinesischer Unternehmen, auf dem
sich die Templeton Emerging Markets-Gruppe engagiert und der derzeit deutlich billiger
ist als der Markt für 'A'-Aktien. (Neben 'H'-Aktien investiert die Gruppe auch in
"Red Chips" (die wie 'H'-Aktien in Hongkong zugelassen sind). Außerdem unterhält
sie ein Joint Venture in China, das mit rund einer Milliarde USDollar in 'A'-Aktien
investiert ist.)
Der Markt für 'A'-Aktien hat sich spekulationsbedingt immer stärker aufgeheizt,
weil chinesische Kleinanleger versuchen, höhere Erträge zu erzielen als mit Bankguthaben –
vor allem angesichts der Tatsache, dass die Zinsen in China gezielt niedrig gehalten
wurden. Doch die Erfahrung Japans aus den 1980er und frühen 1990er Jahren zeigt, dass
die Märkte vom Optimismus der Anleger weitaus länger profitieren können, als außen-
stehende Beobachter für möglich halten.
Eine nahe liegende Frage betrifft die Auswirkungen eines potenziellen Crashs auf dem
chinesischen Markt auf andere Märkte. Diese müssen unserer Ansicht nach nicht notge-
drungen größere Ausmaße annehmen. Der abrupte Einbruch auf dem chinesischen Inlands-
aktienmarkt Ende Februar dieses Jahres hat sich zwar auf die übrigen Schwellenländer
ausgewirkt, doch dieser Effekt war kurzlebig. Nachdem die Märkte mittlerweile auf
die Ereignisse in China eingestellt sind, muss sich das nach unserer Überzeugung
nicht wiederholen. Ein Risiko besteht allerdings, falls die Turbulenzen auf dem
Markt für 'A'-Aktien auf die chinesische Wirtschaft übergreifen sollten – umso mehr,
als China zum Wachstumsmotor für ganz Asien oder vielmehr große Teile der ganzen Welt
geworden ist.
Quelle: Investmentfonds.de