31.05.2007
Deka Deutschland: ifo Geschäftsklima – Ungetrübte Hochstimmung
Köln, den 31.05.2007 (Investmentfonds.de) • Das ifo Geschäftsklima für die deutsche
gewerbliche Wirtschaft blieb im Mai unverändert bei 108,6 Punkten. Die Stagnation
resultierte aus zuversichtlicheren Geschäftserwartungen und einer schlechteren
Beurteilung der gegenwärtigen Geschäftslage.
• Die Zuversicht der Unternehmen speist sich derzeit aus hoffnungsvollen Signalen aus
den Vereinigten Staaten, aus dem entgegen manchen Befürchtungen stabilen Euro und aus
dem zu erwartenden Comeback des privaten Konsums.
• Bei der Lagebeurteilung dürfte sich die vorausschauende Lagerhaltungspolitik der
Unternehmen aus dem ersten Quartal negativ bemerkbar gemacht haben.
1. Das ifo Geschäftsklima für die deutsche gewerbliche Wirtschaft blieb im Mai
unverändert bei 108,6 Punkten. Damit wurden die Erwartungen der von Bloomberg befragten
Volkswirte (Median: 108,8 Punkte) wie auch unsere Prognose (109,1 Punkte) unter-
schritten. Die Stagnation resultierte aus zuversichtlicheren Geschäftserwartungen
(104,8 Punkte nach 104,3 Punkten) und einer schlechteren Beurteilung der gegen-
wärtigen Geschäftslage (112,5 Punkte nach 113,1 Punkten).
2. Die Handlungen der Unternehmen sind geprägt durch ihre Erwartungen, und sie künden
von Zuversicht. So bauen die Unternehmen bauen reguläre Arbeitsplätze auf. Hatten sie
anfangs noch überwiegend auf Zeitarbeit gesetzt, die es ihnen ermöglicht hätte,
notfalls schnell die Reißleine zu ziehen und Beschäftigung wieder abzubauen, so wagen
sie es nun zunehmend, dauerhafte Arbeitsplätze bereitzustellen. Auch die rege
Investitionstätigkeit zeugt von Zuversicht, denn die Produktionskapazitäten sollten
nur dann erweitert werden, wenn die Erwartung besteht, sie auch in Zukunft auslasten
zu können. So gesehen ist die Verbesserung der Geschäftserwartungen keine Überraschung.
Die Zuversicht der Unternehmen speist sich derzeit aus hoffnungsvollen Signalen aus
den Vereinigten Staaten, aus dem entgegen manchen Befürchtungen stabilen Euro und aus
dem zu erwartenden Comeback des privaten Konsums.
3. Bei der Lagebeurteilung dürfte sich die vorausschauende Lagerhaltungspolitik der
Unternehmen aus dem ersten Quartal negativ bemerkbar gemacht haben. Im ersten Quartal
bauten die Unternehmen bei schwacher Nachfrage Lager auf, um in der Folge einen Teil
der dann wieder höheren Nachfrage nach Industriegütern aus ihnen zu bedienen. Dies
ist angesichts der hohen Kapazitätsauslastung (Höchststand seit 1991) eine sinnvolle
Strategie, dämpft aber die Dynamik im laufenden Quartal. Unabhängig davon befindet
sich die Lagebeurteilung auf einem Niveau, das sogar mit einem höheren Wachstum, als
es derzeit erwartet wird, in Einklang stünde. Somit ist die aktuelle Korrektur auf
hohem Niveau nicht beunruhigend, sondern ein Stück Normalisierung.
4. Mit Blick auf die Branchen zeigt sich eine weitere, erwartungsgetriebene Stimmungs-
aufhellung im Verarbeitenden Gewerbe und im Großhandel. Hingegen hat sich das Geschäfts-
klima im Bau, im Einzelhandel und bei den Dienstleistern leicht eingetrübt.
5. Alles in allem muss es nicht enttäuschen, dass das ifo Geschäftsklima am Reißen eines
neuen Allzeithochs gescheitert ist. Die Stimmung bei den Unternehmen ist weiterhin
blendend.
Quelle: Investmentfonds.de