18.04.2007
JPMorgan Investmentbarometer von JPMorgan Asset Management
Köln, den 18.04.2007 (Investmentfonds.de) - Die Marktkorrekturen der letzten Wochen
haben der Stimmung der deutschen Privatanleger nur einen leichten Dämpfer versetzt.
So sank der Anteil der Börsenoptimisten – das sind die Befragten, die es für „wahr-
scheinlich“ oder sogar „sehr wahrscheinlich“ halten, dass sich der deutsche Aktienmarkt
in den nächsten 6 Monaten positiv entwickeln wird – im März um 4,1 Prozentpunkte auf
63,4 Prozent ab. „Zwar kam die Bereinigung aus Marktsicht nicht allzu überraschend
und wurde zum Teil sogar begrüßt, um die überkauften Märkte etwas abzukühlen. Aber
für die Anleger ist so eine Talfahrt der weltweiten Börsen natürlich erst einmal
erschreckend,“ erläutert Jean Guido Servais, Marketing Director Deutschland, Österreich
und Schweiz bei JPMorgan Asset Management. Allerdings ist die aktuell ermittelte
Verunsicherung der Anleger noch moderat. „Nach den Marktkorrekturen im letzten Sommer
war das Vertrauen der Privatinvestoren monatelang erschüttert. Bis zum Dezember blieb
der Anteil der Optimisten konsequent unter der 60 Prozent-Marke“, unterstreicht Servais.
Im März erhöhte sich der Anteil der Börsenpessimisten um 3,6 Prozentpunkte auf 10,8
Prozent. „Auch dieser Wert liegt unter den Vergleichsergebnissen des Vorjahres“, so
Servais. Stimmung in den neuen Bundesländern steigt gegen den Trend Als Folge des
Stimmungsrückgangs verbunden mit der steigenden Zahl von Pessimisten sank auch der
JPMorgan Asset Management Investor Confidence-Gesamtindex. Dieser Mittelwert aus den
einzelnen Antworten ging um 1,3 Prozentpunkte auf 5,9 zurück. Dabei zeigten sich die
Investoren aus den neuen Bundesländern von der Unruhe an den Märkten gänzlich
unbeeindruckt. Hier stieg der Anteil der Börsenoptimisten um fast 10 Punkte von 63,4
auf 73 Prozent. Und auch der Anteil der Pessimisten ging hier trotz Baisse leicht zurück.
Somit ist die Anlegerstimmung im Westen Deutschlands für den Einbruch des Index
verantwortlich. Hier nahm der Anteil der Optimisten um 7 Prozentpunkte ab und liegt
nun bei 61,6 Prozent, während der Anteil der Pessimisten um 4,7 Punkte auf 11,3 Prozent
anstieg. Mit dieser gegenläufigen Entwicklung in den alten und neuen Bundesländern setzt
sich auch in diesem Monat ein Trend fort, der inzwischen schon seit einem Jahr zu
beobachten ist. Am stärksten reagierten die weiblichen Befragten auf die Kurskorrekturen.
Der Anteil der Börsenoptimistinnen büßte über 6 Prozentpunkte ein, während der Anteil
der Pessimistinnen um mehr als 5 Punkte stieg. Die Veränderung bei den Männern weist
zwar die gleiche Tendenz auf, vollzieht sich aber in einem viel geringeren Ausmaß.
Der Anteil der positiv Gestimmten ging lediglich um 1,2 Prozentpunkte zurück, während
die Schwarzseher um 1,8 Punkte zulegten.
Investmentkultur in Deutschland noch ausbaufähig
Mit der JPMorgan Asset Management Investor Confidence-Studie ermittelt die Fondsgesell-
schaft die aktuellen Markteinschätzungen und Investitionsabsichten der Privatanleger.
Die von der GfK durchgeführte repräsentative Befragung erfolgt monatlich in Deutschland
sowie vierteljährlich in Österreich, Schweden und der Schweiz. Der Anteil der
Investmentbesitzer in Deutschland sank gemäß der Studie im März 2007 leicht um 0,4
Prozentpunkte und liegt bei 21, 5 Prozent.
Im Vergleich zu den Nachbarn in Österreich oder der Schweiz ist die deutsche Investment-
kultur damit noch ausbaufähig: dort halten bereits 23,9 (Österreich) beziehungsweise
34 Prozent (Schweiz) der Bevölkerung Investments wie Aktien, Investmentfonds, Anleihen
oder Optionsscheine. Während in der Schweiz die beliebteste Anlageform Aktien sind –
hier haben bereits 22,8 Prozent Direktanlagen getätigt – trauen sich dies in Deutschland
gerade einmal 9,7 Prozent der befragten Investoren zu, in Österreich sogar nur 9,5 Prozent.
Vertrauen geschwächt aber nicht zerstört
Da aufgrund der immer noch sehr geringen Investmentaktivität kaum mehr als jeder Fünfte
der rund 2.0001 Befragten im JPMorgan Asset Management Investor Confidence-Index erfasst
wird, ist ein zusätzlicher Blick auf die Gesamtbevölkerung sinnvoll, um ein umfassendes
Stimmungsbild zu erhalten. Auch hier wurde das Vertrauen in die Börsenentwicklung duch
die Korrekturen negativ beeinflusst: Der Wert des Investor-Confidence-Index sank von
+1,0 auf +0,3 Prozentpunkte. In der Historie des Index ist dies aber immer noch der
zweithöchste Wert. Erst im Januar erreichte der Index erstmals einen Wert im positiven
Bereich, wo er sich diesen Monat trotz der Turbulenzen halten konnte. Der Anteil der
Optimisten sank moderat von 40,2 auf 37,5, während der Anteil der Pessimisten um 1,6
Prozent auf 24,8 Prozent stieg.
Anleger flüchten nicht in Spareinlagen
Trotz der leicht gedämpften Stimmung an den Märkten, ist die Bereitschaft der Anleger,
in den nächsten 12 Monaten weitere Investitionen vorzunehmen, wieder etwas gestiegen.
48,6 Prozent der befragten Investoren gaben an, weiter investieren zu wollen – das
entspricht einem Anstieg um 1,3 Prozentpunkte im Vergleich zum Vormonat. Das positive
Anlageklima beruht vor allem auf der Investitionsfreude in den neuen Bundesländern:
Dort kletterte der Anteil derjenigen, die in den nächsten Monaten investieren wollen,
im Vergleich zum Vormonat um 20 Prozentpunkte. Damit steigt der Wert auf 64,1 Prozent
und liegt weit über dem bundesdeutschen Durchschnitt.
Im gesamten Bundesgebiet liegen Fondsinvestitionen in der Anlegergunst dabei weiterhin
vorn und konnten im Vergleich zum Vormonat 0,2 Prozentpunkte auf 30,6 Prozent zulegen.
Auch Direktinvestitionen in Aktien konnten im März zulegen: Ihr Wert stieg um 1,5 Punkte.
„Das zeigt, dass trotz der jüngsten Turbulenzen keine Flucht der Privatanleger in
Spareinlagen als ‚sicheren Hafen’ stattfinden wird. Eine Reaktion, die sich in solchen
Situationen in vergangenen Befragungen häufig beobachten ließ“, freut sich Jean-Guido
Servais. So büßte das Sparbuch in der Anlegergunst 1,8 Prozentpunkte ein und liegt mit
14,4 Prozent nur noch knapp vor Direktinvestitionen in Aktien.
Marktkorrekturen dämpfen Optimismus in allen untersuchten Ländern
Der pan-europäische Vergleich der JPMorgan Asset Management Investor Confidence-Befragung
zeigt, dass die Marktkorrekturen in allen untersuchten Ländern ihre Spuren im Anlegerver-
trauen hinterlassen haben. Allerdings sind die Schweizer mit einem Rückgang von lediglich
1,2 Prozentpunkten auf knapp 70 Prozent Börsen-Optimisten immer noch äußerst zuversicht-
lich. In Deutschland sank der Anteil der positiv Gestimmten von 67,5 auf 63,4 Prozent,
in Österreich sogar über 10 Prozentpunkte von 71,2 auf 60,5 Prozent.
Parallel stieg länderübergreifend auch der Anteil der Börsen-Skeptiker bei den befragten
Anlegern an. Den größten Sprung verzeichnete wiederum Österreich: hier stieg der Anteil
der Pessimisten von 9,9 auf 16,2 Prozent. In der Schweiz erhöhte sich der Anteil der
Schwarzseher von 10,2 auf 13,4 Prozent. Und auch in Deutschland war nach 7,2 Prozent
bei der aktuellen Befragung 10,2 Prozent pessimistisch gestimmt. Inzwischen haben sich
die Märkte wieder beruhigt und sind sogar über das Vor-Korrekturniveau gestiegen. Jean
Guido Servais’ Fazit: „Insgesamt rechnen wir damit, dass das Volatilitätsniveau weiterhin
ansteigen wird, denn es war in den letzten drei Jahren überdurchschnittlich gesunken.
Nun sollte die Volatilität sich wieder auf einem normalen Rahmen einpendeln. Es wird
spannend zu beobachten, wie die Privatanleger darauf reagieren werden.“
Quelle: Investmentfonds.de