10.04.2007
Deka USA: Arbeitsmarkt findet zu einer unerwarteten Stärke...
Köln, den 10.04.2007 (Investmentfonds.de) - Die Anzahl der Beschäftigten stieg im März
um 180.000 Personen. Zudem wurden die beiden Vormonatswerte um insgesamt 32.000 Personen
nach oben revidiert. Die durchschnittlichen Stundenlöhne legten um 0,3 % mom zu
(4,0 % yoy). Die Arbeitslosenquote sank auf 4,4 %.
• Der stärkste Beschäftigungsaufbau fand im Baugewerbe statt. Der witterungsbedingte
Rückgang im Vormonat wurde im März fast wieder ausgeglichen. Schwächer als im Durchschnitt
der vergangenen sechs Monate fiel das Beschäftigungsplus im Dienstleistungsgewerbe aus.
Gleichwohl ist auch hier die Entwicklung insgesamt kräftiger als von uns erwartet.
• Der Arbeitsmarkt findet zu einer Stärke zurück, die wir ihm bis Ende 2008 zu keinem
Zeitpunkt mehr zugetraut haben. Sollte sich diese Stärke in den kommenden Monaten
fortsetzen, wäre eine Aufwärtsrevision unserer BIP-Prognose durchaus wahrscheinlich.
1. Der Arbeitsmarkt zeigt auch im März keinerlei Anzeichen von Schwäche: Die Beschäf-
tigung stieg um 180.000 Personen noch kräftiger als ohnehin schon erwartet (Bloomberg-
Umfrage: 130.000 Personen, DekaBank: 140.000 Personen), die beiden Vormonatswerte
wurden um insgesamt 32.000 Stellen nach oben revidiert, die Arbeitslosenquote fiel
auf 4,4 % – dieses tiefe Niveau haben wir erst für Beginn des nächsten Jahres erwartet –
und die durchschnittlichen Stundenlöhne stiegen um 0,3 % gegenüber dem Vormonat
(Bloomberg-Umfrage: 0,3 %, DekaBank: 0,2 %). Die Jahresveränderungsrate sank leicht
von 4,1 % auf 4,0 %.
2. Im Februar wurde die Beschäftigungsentwicklung noch deutlich vom Baugewerbe gebremst.
Hier sank witterungsbedingt die Anzahl der Beschäftigten um 61.000 Personen. Für den
Monat März hatten wir damit gerechnet, dass die Beschäftigung im Baugewerbe bestenfalls
stagniert haben dürfte. Tatsächlich stieg in diesem Bereich die Zahl der Beschäftigten
um 56.000 Personen und damit am stärksten in allen Teilbereichen. Vergleichsweise
kräftig fielen auch die Beschäftigungszuwächse in den Bereichen Handels-, Transport-
und Versorgungssektor sowie im Gesundheits- und Bildungswesen aus. Insgesamt stieg
die Beschäftigung im Dienstleistungsgewerbe um 137.000 Personen. Gemessen an den
vergangenen sechs Monaten (durchschnittlicher Zuwachs: 191.000 Personen) ist dies
verhältnismäßig wenig. Es übertrifft allerdings unsere Erwartungen hinsichtlich der
Beschäftigungsentwicklung im ersten Halbjahr 2007.
3. Mit dem Arbeitsmarktbericht werden stets die Beschäftigungszahlen der beiden Vor-
monate revidiert. Die Aufwärtsrevision der beiden Vormonatswerte war nunmehr die zehnte
Aufwärtsrevision in Folge. Seit Mai vergangenen Jahres gab es nur einen einzigen Monat
(nämlich den Oktober 2006), dessen Beschäftigungszuwachs nicht zweimal nach oben
revidiert wurde. Im Durchschnitt lag der monatliche Revisionsbedarf bei knapp 50.000
Personen. Sollte sich dieser Aufwärtsrevisionstrend in den kommenden Monate
fortsetzen, könnte der tatsächliche Beschäftigungsaufbau im März sogar bei über
200.000 Personen gelegen haben.
4. Unabhängig davon, ob es zu einer Aufwärtsrevision kommt, lag der Beschäftigungs-
anstieg im März bereits über jedem einzelnen monatlichen Zuwachs, den wir bis Ende
2008 erwarten. In der Spitze haben wir in unseren Projektionen Ende dieses Jahres
Beschäftigungszuwächse von bis zu 170.000 Personen unterstellt. Der Arbeitsmarktbericht
für März zeigt, dass es durchaus möglich ist, dass wir die Beschäftigungsentwicklung
der kommenden Monate unterschätzen. Dies könnte einhergehen mit einer von uns zu
schwach unterstellten Einkommensentwicklung der privaten Haushalte und letztlich der
Konsumtätigkeit. Da der private Konsum das gewichtigste Teilaggregat des Brutto-
inlandsprodukts ist, würde fast zwangsläufig eine stärker als von uns erwartete
Arbeitsmarktentwicklung zu einer Aufwärtsrevision unserer BIP-Prognose führen.
Was uns bisher davon abhält, unsere BIP-Prognose nach oben zu revidieren, sind die
schwachen Einkaufsmanagerindizes, die diese Woche für das verarbeitende Gewerbe
sowie außerhalb des verarbeitenden Gewerbes für März veröffentlicht wurden, sowie
die insgesamt schwache Entwicklung der Auftragseingänge in der Industrie der ver-
gangenen Monate. Denn hieraus lässt sich keine stärker als von uns prognostizierte
Investitionstätigkeit der Unternehmen ablesen. Hinsichtlich der Geldpolitik der Fed
in den kommenden Monaten macht der Arbeitsmarktbericht für März deutlich, dass eine
Leitzinssenkung immer unwahrscheinlicher wird. Denn der Rückgang der Arbeitslosen-
quote unterstreicht, dass der Anspannungsgrad am Arbeitsmarkt ein weiteres Mal
zugenommen hat. Wir gehen daher weiterhin davon aus, dass die Fed die Leitzinsen
bis auf weiteres bei 5,25 % belassen wird.
Quelle: Investmentfonds.de