10.04.2007
Deka Rohöl: Geopolitik ist das Top-Thema
Köln, den 10.04.2007 (Investmentfonds.de) - • Wie schon vor zwei Wochen überraschte
das Ausmaß der Lagerbestandsveränderungen die Märkte – bei Rohöl positiv, bei Benzin
negativ. Die US-Rohölvorräte wurden um 4,3 Mio. Barrels aufgestockt. Die Benzinlager-
bestände wurden hingegen um 5,0 Mio. Barrels kräftig abgebaut.
• Obwohl die Geopolitik derzeit die marktbestimmende und überwiegend preisstützende
Größe ist, glauben wir, dass die fundamentalen Faktoren – vor allem über die
Produktnachfrageseite – demnächst zur treibenden Kraft am Rohölmarkt werden und für
weitere nachhaltige Ölpreisanstiege sorgen.
1. Wie schon vor zwei Wochen überraschte das Ausmaß der Lagerbestandsveränderungen die
Märkte – bei Rohöl positiv, bei Benzin negativ. Die US-Rohölvorräte nahmen um 4,3 Mio.
Barrels zu (Bloomberg-Median: 0,5 Mio. Barrels). Die Benzinlagerbestände wurden hingegen
um 5,0 Mio. Barrels kräftig abgebaut (Bloomberg-Median: -0,15 Mio. Barrels). Ein
merklicher Sprung der US-Benzinnachfrage um 2,6 % im Vergleich zur Vorwoche auf 9,5 Mio.
Barrels täglich hat hierzu sicherlich beigetragen. Zugleich stagnierte die Auslastung
der US-Rohölraffineriekapazitäten auf 87 % und liegt damit weiterhin 2,5 Prozentpunkte
unter der durchschnittlichen Auslastung der vergangenen fünf Jahre. Gut sieht es hingegen
bei den Heizölund Diesellagerbeständen aus, die in der vergangenen Woche mit -0,1 Mio.
Barrels nahezu stagnierten und bereits sehr früh im Jahresverlauf die Talsohle der
Bestände erreicht haben dürften. Zudem liegt das Niveau der Heizöl- und Dieselvorräte
zurzeit 6,5 % über dem Durchschnitt der vergangenen fünf Jahre, was sicherlich auch mit
dem insgesamt relativ milden US-Winter zusammenhängt.
2. Der Konflikt um die in Iran festgehaltenen britischen Marinesoldaten hat die Rohöl-
märkte in den vergangenen Tagen bewegt. Eine Zuspitzung dieses Konflikts führte letzten
Freitag dazu, dass der Ölpreis für die Sorte WTI über 66 US-Dollar stieg und damit auf
den höchsten Wert seit Anfang September 2006. Heute hieß es jedoch, dass die anhaltenden
diplomatischen Bemühungen zwischen der britischen Regierung und Teheran zu einer Frei-
lassung der gefangenen Soldaten geführt haben sollen, woraufhin der Ölpreis erneut
unter 64 US-Dollar gefallen ist. Obwohl die Geopolitik derzeit die marktbestimmende
und überwiegend preisstützende Größe ist, glauben wir, dass die fundamentalen Faktoren –
vor allem über die Produktnachfrageseite – demnächst zur treibenden Kraft am Rohölmarkt
werden und für weiteren achhaltige Ölpreisanstiege sorgen.
3. Trotz des merklichen Ölpreisanstiegs reduzierten die nicht-kommerziellen Händler
ihre Netto-Long-Positionierung an der New York Mercantile Exchange (NYMEX) in der
vergangenen Woche leicht. Immer noch wettet jedoch eine ausgeprägte Mehrheit der
Spekulanten auf weiter steigende Rohölnotierungen. Die derzeitige leichte Entspannung
an der geopolitischen Front könnte bei der nächsten Datenveröffentlichung zu einem
weiteren Abbau der Netto-Long-Positionierung beitragen.
Quelle: Investmentfonds.de