21.03.2007
Statement der US-Notenbank ohne gravierende Veränderung
Köln, den 21.03.2007 (Investmentfonds.de) -
Alles andere als ein Verbleiben der Fed-Funds-Rate bei 5,25 % auf der heutigen
Sitzung der US-Notenbank wäre eine faustdicke Überraschung. Das Augenmerk der
Marktteilnehmer dürfte damit dem Statement der Währungshüter gelten. Im Januar
hatte die Fed, wie schon auf den vorherigen Sitzungen, die Inflationsrisiken
betont. Zu diesem Zeitpunkt hatte sie jedoch geäußert, dass es bei der Kern-
inflationsrate erste Anzeichen einer Besserung geben würde. Die zuletzt
veröffentlichten Preisdaten unterstützen dieses Bild jedoch nicht. So
verzeichnete die Kernrate der Konsumentenpreise in den ersten zwei Monaten des
Jahres 2007 Zuwächse von 0,3 % bzw. 0,2 % gg. Vm. Zum Vergleich: Im letzten
Quartal des vergangenen Jahres lag das durchschnittliche Plus bei 0,1 %. Auch
der weiter hohe Auslastungsgrad am Arbeitsmarkt dürfte nicht dazu beitragen,
dass die Fed entspannter bezüglich der Preisentwicklung geworden ist. Insofern
sollte das Inflationsrisiko erneut in den Vordergrund gestellt werden. Damit
ist eine Lockerung der Geldpolitik in den kommenden Monaten nach wie vor
unwahrscheinlich. Darauf hatten bereits die jüngsten Kommentare einiger Fed-
Offizieller hingewiesen. In Hinblick auf die Konjunkturperspektiven sollte
das Statement signalisieren, dass die Fed in den kommenden Monaten weiter
mit einem moderaten Wachstum rechnet. Im Januar wurde noch darauf hingewiesen,
dass es Anzeichen für eine Stabilisierung am Immobilienmarkt gibt. Per Saldo
haben die jüngsten Daten vom Hausmarkt dieses Bild aber nicht gestützt, so
dass die Währungshüter hier leicht zurückrudern dürften. Perspektivisch gehen
wir davon aus, dass sich die jüngste Beschleunigung bei der Inflation nicht
als nachhaltig erweist und deutlich wird, dass die Wachstumsschwäche der USA
ausgeprägter ist als von der Notenbank erwartet. Insofern rechnen wir damit,
dass die Fed im Verlauf der 2. Jahreshälfte 2007 die Geldpolitik lockern wird.
Die Rede von EZB-Präsident Trichet vor dem EU-Parlament sollte im Vergleich
zur EZB-Pressekonferenz vom Anfang März keine neuen Informationen über die
weitere Geldpolitik in der Eurozone liefern.
Pfund mit großem Sprung
Das britische Pfund konnte gestern von wieder aufkeimenden Zinserhöhungsphantasien
profitieren. Nach dem überraschenden Anstieg der Inflation auf 2,8 % gg. Vj. im
Februar wird eine Zinserhöhung der BoE in den kommenden Monaten wieder wahrschein-
licher. Ausschlaggebend könnten die Zahlen zum britischen Einzelhandel sein, die
am Donnerstag anstehen. Die gestern zum US-Immobilienmarkt veröffentlichten Daten
zu den Baugenehmigungen, hier kam es zu einem Rückgang, lassen noch keine Trend-
wende am USImmobilienmarkt erkennen. Der Euro pendelte sich in diesem Umfeld zum
US-Dollar oberhalb von 1,33 USD ein.
Bund-Future: Warten auf die Fed
Im Vorfeld der heutigen Sitzung der US-Notenbank erwarten wir beim Bund-Future
und EUR/USD eine Seitwärtsbewegung.
Quelle: Investmentfonds.de