21.03.2007
Deka USA: Baubeginne trotzen dem Wintereinbruch im Februar
Köln, den 21.03.2007 (Investmentfonds.de) - • Die Baubeginne sind im Februar
überraschend deutlich auf 1,525 Millionen (ann.) angestiegen. Ein leichter
Rückgang auf 1,532 Millionen wurde für die Baugenehmigungen gemeldet.
• Die Anzahl der Häuser im Bau verringerten sich im Februar leicht auf 1,211
Millionen, während die Anzahl der fertig gestellten Häuser auf 1,664 Millionen
sehr kräftig gesunken sind. Hierbei handelt es sich allerdings hinsichtlich der
Bauaktivität um einen nachlaufenden Indikator, sodass der Rückgang kein Signal
für eine künftig schwache Bauaktivität darstellt.
• Trotz der deutlich positiven Überraschung bei der Entwicklung der Baubeginne
gehen wir weiterhin davon aus, dass die Bautätigkeit im ersten Quartal insgesamt
nochmals und zwar witterungsbedingt gesunken ist. Es mehren sich die Anzeichen,
dass es im zweiten Quartal erstmals wieder zu einer leichten Zunahme der
Bautätigkeit kommen wird. Diese geringfügige Belebung ist in unserer BIP-Prognose
berücksichtigt.
1. In den USA stehen in dieser Woche aus Makrosicht (auch aus Mangel anderer
Indikatorveröffentlichungen) Bauindikatoren im Vordergrund. Bereits gestern wurde
mit dem NAHB Index ein Stimmungsindikator für den Monat März gemeldet. Dieser sank
von 39 auf 36 Punkten und hat damit seine recht gute Entwicklung der vergangenen
Monate zumindest vorläufig nicht fortgesetzt. Sehr gute Nachrichten wurden heute
vom privaten Wohnungsbau gemeldet: Die Baubeginne stiegen im Februar unerwartet
deutlich auf 1,525 Millionen (ann.) an. Während die Mehrzahl der von Bloomberg
befragten Analysten zumindest mit einem Anstieg gerechnet hatten, gingen wir von
einem witterungsbedingten Rückgang aus (Bloomberg-Umfrage: 1,450 Millionen,
DekaBank: 1,370 Millionen). Zumindest in der regionalen Aufteilung ist dieser
Witterungseffekt zu erkennen, denn in den vor allem betroffen Regionen im Nordosten
und mittleren Westen der USA sank die Anzahl der Baubeginne gegenüber dem Vormonat.
Geringfügig negativ haben die Baugenehmigungen überrascht, die auf 1,532 Millionen
(ann.) gesunken sind (Bloomberg-Umfrage: 1,550 Millionen).
2. Neben den Baubeginnen und den Baugenehmigungen wurden auch die Statistiken
„Häuser im Bau“ und „Häuser bereits fertig“ veröffentlicht. Während die Anzahl
der im Bau befindlichen Gebäude im Februar leicht auf 1,211 Millionen (ann.)
gesunken ist, ging die Anzahl der bereits fertigen Gebäude sehr deutlich auf
ein Niveau von 1,664 Millionen (ann.) zurück. Allerdings ist es durchaus nach-
vollziehbar, dass nach einer langen Phase gesunkener Bautätigkeit die Anzahl
fertig gestellter Objekte noch rückläufig ist, während die Bautätigkeit
bereits wieder zunimmt.
3. Die Bauindikator-Woche ist zwar noch nicht zu Ende – am Freitagnachmittag wird
die Statistik zum Verkauf bestehender Häuser für Februar veröffentlicht – allerdings
lässt sich bereits heute ein Zwischenfazit ziehen: Die Bautätigkeit scheint im
ersten Quartal – zum Teil auch witterungsbedingt – ihren Tiefpunkt erreicht zu
haben. Trotz der heute für uns deutlich besser als erwarteten Zahlen gehen wir
weiterhin davon aus, dass die private Wohnungsbautätigkeit auch im ersten Quartal 2007
gesunken sein wird. Denn der Witterungseffekt, aufgrund des vergleichsweise sehr
kalten Februars, mag bei den Baubeginnen nicht zuerkennen sein. Gleichwohl war
er beispielsweise bei den Umsätzen der Baumärkte (Teilstatistik zu den Einzelhandels-
umsätzen; -1,4 % mom) und beim deutlichen Beschäftigungsabbau im Baugewerbe
(-62.000 Personen) im Februar ersichtlich. Die heute veröffentlichten Indikatoren
deuten allerdings an, dass ab dem zweiten Quartal mit einer geringen Zunahme der
Bautätigkeit gerechnet werden kann.
Quelle: Investmentfonds.de